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Colorado 300 – Garmin setzt Task-Force mit Schweizer Beteiligung ein

Colorado 300 – Garmin setzt Task-Force mit Schweizer Beteiligung ein

Nach der massiven Kritik über die Mängel am neuen Colorado 300-Gerät (siehe dazu auch unseren Bericht), hat Garmin reagiert und eine Task-Force «Colorado 300» ins Leben gerufen – mit Schweizer Beteiligung.


Schwache Batterieleistung, zu dunkles Display und schlechter Empfang in steilem Gelände sind die Hauptkritikpunkte, die auch von unserer Seite geäussert wurden. Dies sind alles Probleme, die mit Softwareupdates behoben werden könnten. Genau dort setzt die Task-Force auch an, erklärt uns Christian Wälti von Garmin Schweiz. Und der wichtigste Punkt dabei – jawohl, Garmin USA räumt ein, dass die Kritik am Colorado berechtigt ist - und das ist bekanntlich die wichtigste Voraussetzung, um das Problem zu lösen. Bereits Ende Februar soll ein erster Fix erhältlich sein.

Wie kann Garmin die Probleme softwaretechnisch lösen? Im Folgenden sind einige Möglichkeiten aufgezeigt.

Batterieleistung:
Damit das Gerät die Restbatteriekapazität korrekt erkennen kann, müssen die Softwareentwickler einiges an Fingerspitzengefühl und Aufwand in die Feinabstimmung investieren. Hier liegt bestimmt noch Potenzial brach. Das kann man bei Laptop-Setups beispielhaft sehen: Wie wäre es mit einem Stromsparmodus, der den magnetischen Kompass und die Funkempfänger (Herzfrequenzmesser usw.) abschaltet, die Taktrate der Mikroprozessoren drosselt, und bei längerem Stillstand in Standbymodus schaltet?

Dunkles Display:
Als erste einfache Massnahme drängt sich ein Kontrastregler auf. So kann die Farbdarstellung je nach installierter Karte heller gestellt werden. Besonders Mühe macht die eingeblendete Schummerung der Karten – sie trägt zusätzlich zur dunklen Darstellung bei. Die Wahl etwas hellerer Farben und möglicherweise auch eine Anpasssung der Berechnungsmethode könnte einiges bringen.

Schlechter Empfang in steilem Gelände:
Ist der Garmin Satelitenempfangschip zusammen mit der neuen Quadrifilar-Antenne zu empfindlich? Interpretiert er abgestrahlte (abgeschwächte) Satellitensignale immer noch als direkt eingestrahlt und verfälscht damit die Berechnung? Im Vista HCx und den neuen Edge-Serien läuft der Empfänger im steilen Gelände wesentlich genauer. Wir vermuten hier ein Setup-Problem, das sich lösen lässt.

Ob Garmin die Colorado-Serie retten kann, hängt wesentlich von den Antworten auf die folgenden zwei Fragen ab:
1. Wie bald sind Softwareupdates effektiv verfügbar?
2. Bringen sie eine spürbare Verbesserung bei den wichtigsten Schwachpunkten?


Positioniert ist das Colorado 300 als Nachfolger des GPSMap 60CSX. Falls Garmin es nicht schafft, ein mindestens ebenbürtiges Gerät zu konzipieren, dürfte das GPSMap 60CSX für Wanderer und Alpinisten weiterhin die erste Wahl sein. Mountainbiker und Velofahrer sollten dann auf das in Kürze erhältliche kartenfähige Edge 705 oder auf das Vista HCx setzen - und den Colorado 300 wird man vergessen müssen.


18.02.2008 10:08:03