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Alpe di Chiera, im Land des Latschenkiefers

Alpe di Chiera, im Land des Latschenkiefers

Tourenbeschreibung

Von Carì beginnend führt die Tour sanft auf einer asphaltierten Strasse nach Tarnolgio. In Predelp beginnt ein zunächst bequemer Weg, der gegen Ende zum Schieben veranlasst. Er geht vorbei an Sompréi zur Alpe di Chièra.
Für die teils steil am Hang abfallende Talfahrt folgt man dem Schild «Lurengo» nach Cassinella. Ein ständiges Auf und Ab erinnert eher an eine Crosscountry-Strecke als an einen Bergweg. An einer Kreuzung gelangt man auf dem bereits bekannten Weg zurück nach Carì.


Wer auf der Autobahn durch die Leventina fährt, dem erscheint das Tal als ein anonymer Verkehrskorridor, eingeengt zwischen steilen und undurchdringlichen Wäldern. Nur wer den Talgrund verlässt, wird sich gewahr, dass die Region viel mehr bietet: alte Dörfer auf weiten grasigen Terrassen, Maiensässe und Almen, die sich an steile Bergflanken klammern, kühne Bergkämme, die gegen den Himmel hochragen. Vom Asphaltstreifen in der Ebene dringt bei günstigem Wind nur ein leichtes Rauschen hinauf.


17. September

Wir gehen von Carì aus, einem ruhigen, abgeschiedenen Dorf, das auf seiner Höhe von 1622 Metern das ganze Tal überragt und sich mit bewusster Gelassenheit dem Getümmel und der Verwirrung entzieht, die den Talgrund unterjochen. Nur in den kältesten Monaten, wenn der Schnee die Höhen mit seinem weissen Mantel umhüllt, erleben die sonst grasigen Hänge den lebhaften Ansturm von zahlreichen Skifahrern und Ausflüglern, doch jetzt sind wir im Vorfeld des Herbst, und das Dorf ist noch verlassen.
Der Beginn unserer Tour ist so sanft wie kaum eine andere: Wir folgen einer asphaltierten Strasse, die sich auf halber Höhe in leichtem Gefälle dem kleinen Ortsteil Tarnolgio nähert. Dort stossen wir auf eine Kreuzung: Links geht es hinunter nach Faido, rechts hinauf zu den Alpen. Wir wenden uns nach rechts und erreichen in wenigen Minuten Predelp und dann die Hütten von Somprei, wo die Strasse aufhört.
Auf der rechten Seite finden wir einen Weg, der zur Alpe di Chiera ansteigt. Wir beschliessen, ihm zu folgen und stellen erfreut fest, dass die auf der Karte eingezeichnete dünne Linie in Wirklichkeit ein breiter, bequemer Maultierpfad ist, den wir beinahe auf der ganzen Strecke im Sattel befahren können. Nur selten verlangen die Unebenheiten des Berges steile Stufen, die nur zu Fuss überwindbar sind.
Hier ist die Steigung so ausgeprägt, dass das Vorderrad den Bodenkontakt verliert, so dass wir die Richtung nicht mehr einhalten können und die Anstrengung des Pedaltritts die Kräfte übersteigt.
Nachdem die letzte Rampe bewältigt ist, stehen wir unversehens vor der Alpe di Chiera, die sich gegen Westen ausdehnt so weit das Auge reicht und uns mit ihren samtigen Wiesen überrascht. Zahlreiche Spuren durchfurchen den Boden, doch alle führen zu der schönen Hütte vor uns, wo das Gelände wieder umgegrabener wirkt. Wir befinden uns im hellen Obergeschoss des Tales, weiter oben wird das Himmelsgewölbe nur noch von den steilen Bergwänden begrenzt.
Wir setzen uns auf eine Bank hinter der Hütte und kosten das frische Wasser, das aus einem schönen Holzbrunnen sprudelt. Das muntere Trillern der kristallklaren Flüssigkeit ist das einzige Geräusch, das an unsere Ohren dringt, doch wir sind nicht allein: Irgendwo auf den kühnen Gipfeln beobachtet uns ein Steinbock, vielleicht noch weiter oben zieht ein Adler weite Kreise über unseren Köpfen und versucht, unsere Absichten zu ergründen.
Nachdem die Alp hinter uns liegt, gehen wir einige hundert Meter in gerader Linie weiter, bis wir auf einem grossen Felsblock die Inschrift «Lurengo» erkennen. Wir biegen nach links ab, folgen den Markierungen und über­winden eine kleine Kuppe, die zum Beginn der Talfahrt führt. Weiter unten öffnet sich eine weite Fläche mit Latschenkiefern, die während vieler Monate dem Gewicht der Schneemassen trotzen mussten. Diese widerstands­fähigen Bäume wachsen schon knotig und verwickelt; sie streifen beinahe den Erdboden. Dann finden wir Alpenrosen und Heidelbeersträucher, die noch viele Beeren tragen, auch wenn sie in den ersten frostigen Nächten verschrumpelt wurden; ihr Geschmack ist sauer wie der Boden, auf dem sie gewachsen sind, und intensiv wie der Wind, der die zarten Pflänzchen dauernd plagt.
Wir folgen weiterhin den Wegweisern, die talwärts führen. Dabei durch­queren wir Pfützen und Rinnsale, die fast überall zwischen dem Gras sprudeln. Sie schenken dem Boden einige Sonnenstrahlen. Wir sind in einem prächtigen Naturpark, den es zu lieben, zu respektieren und im Bewusstsein seiner Verletzlichkeit zu begehen gilt.
Weiter unten bringt uns eine kurze Traverse an den Rand eines Abhangs, dem wir mit Vorsicht entlang gehen. Wir befinden uns an einem steil gegen den Talgrund abfallenden Hang, während gegenüber, auf der andern Talseite, die Weiden der Alpen Cadonigo und Cadonighino zu erahnen sind. Nachdem der Abgrund überwunden ist, setzen wir die Abfahrt fort, die sich als recht schwierig erweist. Ihr ständiges Auf und Ab erinnert eher an eine Crosscountry-Strecke als an einen Bergweg.
An einer Kreuzung angelangt, wenden wir uns nach links, überqueren zu Fuss die Reste eines alten Bergsturzes und stossen auf eine andere Kreuzung, wo wir wieder nach links abbiegen. Der Weg führt nun bergwärts, doch die Steigung ist mässig: Auch diese Strecke überrascht uns dank ihrer leichten Befahrbarkeit, obwohl viele Kieselsteine vor unsern Rädern liegen.
Eine schmucke Hütte kennzeichnet das Verlassen des Waldes und die Ankunft auf den Weiden von Somprei, die in der Zwischenzeit von einem Rudel Wildpferde erobert wurden. Sobald sie uns sehen, schnauben sie verängstigt, beruhigen sich aber sofort wieder: Vielleicht weil sie an unseren Kleidern den Duft ihres bevorzugten Grases wahrgenommen haben.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Hinweis(e)

Nicht fahrbar: 5 - 15 Min.
Jahreszeit: Juni - November
Fahrtechnik: 3
Kondition: 1
Zu Fuss: Predelp - Alpe di Chiera_2 Std.


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  • Die Ausstiegszeiten wie auch die übrig Beschreibung treffen auf die sehr schöne Tour zu. Ab der Alpe di Chièra sind noch rund 15 min über die herrlichen Alpwiesen fahrbar. Der grosse Rest der Abfahrt ist bis Modione auch für sehr geübte Biker unfahrbar. Zirka 45 min Tragpassagen sind angesagt.



Orte an der Route: Carì - Tarnolgio - Predelp - Sompréi - Alpe di Chièra - Cassinella - Predelp - Tarnolgio - Carì


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

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Popularitäts-Index

Verglichen mit allen anderen Mountainbike-Touren in der Region Ticino

Geschichte der Tour (B01856)

Erste Publikation: Freitag, 13. März 2009

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 3. Juni 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 14.4 km | Zeitbedarf: 2 h
Aufstieg: 600 m | Abstieg: 600 m
Höchster Punkt: 2046 m.ü.M.

Schwierigkeit S1

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Leventina
Via della Stazione 22
CH-6780 Airolo
T +41 (0)91 869 15 33
F +41 (0)91 869 26 42
leventina@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch