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Alpe di Foppiana, am Hof des Sassariente

Alpe di Foppiana, am Hof des Sassariente

Tourenbeschreibung

Von Cugnasco führt eine steile Strasse vorerst im Zickzack nach Curogna und dann weiter den Hängen entlang bis nach Monti di Motti. Die Alpe di Foppiana erreichen wir mit einigen kurzen Herausforderungen. Die Abfahrt bis Monti di Gola Secca ist steil, aber gut fahrbar. Schwieriger und exponierter wird dann die Querung zu den Monti della Gana, einige Stellen müssen zu Fuss zurückgelegt werden. Beschwingt und freudig machen wir uns an die herausfordernde Abfahrt auf Wanderwegen über die Monti Velloni nach Curogna. Toll! Das letzte Stück nach Cugnasco kennen wir schon. Es lässt uns nochmals über die erlebte Tour sinnieren.


Als vor Millionen Jahren die afrikanische mit der europäischen Erdplatte zusammengestossen ist, wurde die Erde aufgefaltet und erhob sich gegen den Himmel, um schliesslich das Alpenmassiv zu bilden. Ein Zeugnis dieses geologischen Elementarereignisses ist der zackige Bergrücken, der von der Alpe di Foppiana ausgeht, sich gegen Osten verzweigt und bei der schönen Pyramide des Sassariente endet. Seine Bergfalten sind ein aufgeschlagenes Buch: Wenn man es aufmerksam durchblättert, enthüllt es die Geschichte unserer Berge.


15. Juli

Nachdem wir die kühnen Formen des Sassariente von den Strassen der Magadino-Ebene her sehr oft bewundert haben, wollen wir endlich im Sattel des Mountainbikes seine wilden Abhänge entdecken. Wir gehen von Cugnasco aus, einer kleinen Ortschaft am Fusse des Gipfels, und folgen der Strasse gegen Norden, die zwischen Weinbergen und Kastanienwäldern hinauf führt.
Die Haarnadelkurven sind steil und schattig, sie folgen sich pausenlos, eine mühsamer als die andere. Gerade als unsere Kräfte nachzulassen beginnen, erreichen wir eine scheinbare Ebene, die es ermöglicht, das Tempo zu verschärfen. Die engen Kurven geben uns das Gefühl einer berauschenden Geschwindigkeit, während wir durch den Wald gleiten wie ein anmutiges Käuzchen, das sich auf der Beutesuche zwischen den Bäumen hindurch schlängelt.
Plötzlich erscheint hinter einer Kurve die sonnige Hochebene der Monti di Motti. Wir legen die erste Pause ein am stillen Ufer des Teichs, der mit blühenden Seerosen geschmückt ist. Zwei schreiende kleine Jungen, draufgängerische Pfadfinder, die den dichten Dschungel der Birken verlassen haben, werfen einen Bindfaden ins Wasser: Sie träumen vielleicht davon, Krokodile zu fangen.
Rechts, hinter den ersten Häusern, verschwindet das für den Verkehr gesperrte Strässchen im Wald. Wir folgen ihm zuversichtlich, doch der Asphalt endet nach wenigen Kurven auf einem freien Platz. Wir beachten die rotweissen Markierungen, die auf der Höhe der letzten Kurve an einige Buchen gemalt sind, und finden einen gut befahrbaren Weg. Nach einigen Kehren nehmen wir einen starken Duft der Wildnis dar, ein Gemisch von Erde, Flechten und trockenem Stroh: Wir sind ins Reich der Rehe eingedrungen, die sich im Dickicht verstecken und auf den Sonnenuntergang warten, um herauszukommen und ungestört das Gras der Weiden zu äsen. Etwas weiter oben sehen wir sie. Sobald sie uns hören, rennen sie weg, halten aber nach wenigen Sekunden an, um uns zu beobachten. Trotz unseres friedlichen Verhaltens setzen sie dann ihre überstürzte Flucht fort.
Der Weg gelangt zum ersten Mal auf offenes Gelände bei den Monti della Scesa, einer schönen Gruppe von Steinhütten, die geschützt hinter einem Grasbuckel liegen. Wir setzen den Aufstieg fort, überwinden einige exponierte Passagen, um dann wieder in die Stille des Buchenwaldes einzutauchen, der uns sanft wiegt, bis wir die Alpe di Foppiana erreichen. Am Westrand der Weiden setzen wir uns auf einen Felsblock und betrachten den Gipfel des Sassariente, der aus dem Tannenwald über unseren Köpfen hervorlugt. Von hier aus gesehen, scheinen seine spitzen Felsen gutmütiger zu sein, als ob sie den Wanderern für den Besuch danken möchten. Doch der Aufstieg wird zu steil, um im Sattel zu bleiben, deshalb wählen wir wieder den Weg, der uns bis nahe vor die Alp zurückbringt, wo es eine Abzweigung ermöglicht, den Monti della Gana zuzustreben.
Die ersten Meter sind eben, doch dann verlieren wir auf der Fahrt durch den Tannenwald rasch an Höhe. Der Boden ist fest gefügt und von den im vergangenen Herbst abgefallenen Tannennadeln bedeckt, doch hin und wieder zwingt uns ein vorstehender Stein, eine Wurzel oder ein von der Schneelast abgebrochener Ast zu akrobatischen Einlagen. Dann öffnet sich der Wald und wir schlagen eine lange Traverse ein, die uns zu den Monti di Gola Secca bringt, während wir auf der rechten Seite die ersten Panoramablicke auf den Lago Maggiore geniessen.
Als wir die Hütten erreicht haben, biegen wir nach links ab und setzen die Querung auf halber Höhe fort zu neuen Lichtungen und neuen Maiensässen. Der Weg wird entschieden schwieriger: Höhnische Aufstiege unterbrechen immer häufiger die Abfahrt und wir stossen auf einige ausgesetzte Passagen, die wir vorsichtshalber zu Fuss überwinden.
Beinahe unverhofft erscheinen die Monti della Gana in unserem Blickfeld, angekündigt vom fröhlichen Gekreisch der Ferienleute, die im Sommer die schönen Hütten bewohnen. Wir sind am Rande des Valle di Cugnasco, wo unser Ritt an den Hängen des Sassariente wegen des nahenden Abends endet. Der eindrucksvolle, schmucklose Gipfel thront immer noch da oben, beobachtet uns scheinheilig und streckt uns seine wildeste Silhouette entgegen.
Wir richten den Lenker nach Süden und folgen der Asphaltstrasse ein paar hundert Meter, dann stürzen wir uns auf den Maultierpfad, der nach links abzweigt. Noch einmal haben wir das Gefühl zu fliegen. Wir schweben über die Wiesen der Monti Pianelle, dann an den Hütten der Monti Velloni vorbei, wo der Weg brüsk nach links abbiegt. Wir fliegen durch die steinigen Wälder, die gegen Curogna absinken und stossen schliesslich auf eine Forststrasse.
Als wir auf dem Asphalt nach Cugnasco zurückkehren, scheint es uns, immer noch durch die laue Luft zu schweben. Aus dem dichten Gewirr der Bäume beobachtet uns ein eifersüchtiges Käuzchen.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Hinweis(e)

Nicht fahrbar sind 5 - 30 Minuten nach Monti di Gola Secca.


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  • Anhaltender Aufstieg bis Monti Motti, jedoch alles auf Teer und in angenehmer Steigung. Weitere zwei Kehren hoch und dann ist fertig lustig. Wer genug Puste und auch etwas technisches Geschick hat, kann den Wanderweg Anstieg zur Alpe di Foppiana teilweise auch fahren. Kurz unterhalb der Alpe Foppiana beginnt die anspruchsvolle Abfahrt. Im oberen Teil leider des öfteren wegen umgestürzter Bäume versperrt. Die Abfahrt ist anspruchsvoll,z.T. steil und auch ausgesetzt. Der Weg führt jedoch immer wieder an gepflegten Rustico-Ferienhäusern vorbei und bietet somit auch einiges an Abwechslung neben der gefragten Fahrtechnik!!!
    Besonderes: In Monti Ditta bei der Kappelle eine wunderschöne Aussicht auf den Lago. In Monti Motti hat es ein Grotti wo man sich typisch Tessinerisch verpflegen kann.



Orte an der Route: Cugnasco - Curogna - Monti di Ditto - Motti - Monti della Scesa - Alpe di Foppiana - Monti di Gola Secca - Monti della Gana - Monti Velloni - Curogna - Cugnasco


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Geschichte der Tour (B01849)

Erste Publikation: Freitag, 13. März 2009

Letzte Aktualisierung: Montag, 8. Juni 2015

Tour publiziert von: Presented by www.ascona-locarno.com

Tourencharakter

Distanz: 25.9 km | Zeitbedarf: 4½ h
Aufstieg: 1300 m | Abstieg: 1300 m
Höchster Punkt: 1484 m.ü.M.

Schwierigkeit S2

Drucken, Daten

Siehe auch

Ascona-Locarno Tourist Office
Infodesk Tenero e Valle Verzasca
Via al Giardino 3
CH - 6598 Tenero
Tel.: +41 (0)91 759 77 44
Fax: +41 (0)91 759 77 60
tenero@ascona-locarno.com
www.ascona-locarno.com