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Alpe di Naccio

Alpe di Naccio

Tour description

Der Anstieg zur Alpe di Naccio verläuft vorerst bis Pozzuolo auf Asphalt, schmälert sich dann aber zu einem holprigen Pfad. Oben angekommen geniessen wir diesen einmaligen Ort und bereiten uns auf die kommende, nicht allzu leichte Abfahrt vor. Der Untergrund ist ruppig und bockig, zwingt uns teilweise sogar auf die Füsse. Eine Pause von dieser Herausforderung bildet das kurze Asphaltstück von Rovere bis Bassuno. Die Querung über Piano bis zum Ausgangspunkt unserer Tour ist eigentlich ohne grösseren Probleme fahrbar, mit Ausnahme der Strecke durchs Valle di Crodolo, wo das Bike getragen werden muss.


Die Alpe di Naccio liegt auf dem langen Kamm, der das nordwestliche Ufer des Lago Maggiore abgrenzt. Von den grasigen Hängen geniesst man einen grandiosen Rundblick, der viele Kilometer weit in alle Richtungen reicht. Noch majestätischer ist aber der Anblick, den er den Bewohnern der Ebene kurz vor dem Sonnenuntergang schenkt, wenn die Sonne mit den Wolken spielt und der krankhaft eifersüchtige Wind aus lauter Wut den Wolken nachjagt und sie zerstreut.


12. August

Eine enge Forststrasse klettert von Ronco sopra Ascona in Richtung Monti. Wenig unterhalb der ersten Hütten, auf 850 Meter Höhe, durchquert eine Feuerschutzschneise den Berg auf halber Höhe. Hier beginnt unsere Tour: Der Start geschieht auf Asphalt, doch wenn unser Plan gelingt, erfolgt der Rückweg auf der Schotterstrasse, nachdem wir einen weiten Kreis gegen den Uhrzeigersinn zurückgelegt haben.
Der Aufstieg weist eine Folge von recht steilen Kehren auf. Hier wurde früher ein Amateur-Velorennen ausgetragen, das so hart umkämpft war, dass es mit einem Bergzeitfahren der Tour de France verglichen werden konnte. Vom Kampfgeist beseelt, der noch aus jeder Teerfalte spürbar ist, beschleunigen wir beinahe unbewusst den Rhythmus der Pedaltritte, und die Beine stampfen wie Kolben auf die Tretkurbeln, die bedrohlich zu knirschen beginnen. Unsere Welt wird plötzlich sehr klein: Sie beginnt einen Meter vor dem Lenkrad und endet bei den Schweisstropfen, die über das Gesicht rinnen und dem hektischen Pulsieren des Blutes in den Adern. Der Rest existiert nicht mehr.
Wir verlangsamen die Fahrt erst vor dem eisernen Gittertor oberhalb Porera, wo das Zielband gespannt wurde. Auf der andern Seite der Schranke geht es mit der gleichen Steigung bergwärts, doch der luftige Hang verleitet uns zu einer langsameren Fahrt, um die herrliche Aussicht auf den See zu geniessen. Nach einer Rechtskurve erblicken wir Brissago und Cannobio, während in der Höhe die Alpe di Naccio mitten in einer grossen schattigen Mulde erscheint.
Unversehens wechseln wird von der Strasse an einen mit Birken bewachsenen Hang, der uns einen schmalen, holprigen Weg überlässt. Trotzdem gelingt es uns, problemlos einen Buchenwald zu erreichen und danach den Kamm, der den Pizzo Leone mit der Corona dei Pinci verbindet. Dort begegnen wir einem Grüppchen Biker, die wie mittelalterliche Ritter herausgeputzt sind. Sie warten am Eingang des befahrbaren Maultierpfads nach Rasa und treffen die letzten Vorbereitungen für die Talfahrt. Bei einem Sturz wären sie gewiss gut geschützt, doch in diesen Hundstagen beneiden sie uns um die leichten Trikots.
Es geht weiter aufwärts. Wir folgen den Schildern in Richtung Pizzo Leone. Nach einem alten Holzzaun können wir unsere Räder auf das dürre Gras der Alpe di Naccio setzen. Die Rhododendronsträucher haben die Hänge überschwemmt: Die Kühe sind seit einigen Jahren verschwunden. Das Gelände wird nur noch von den Ziegen und gelegentlich einem benzingetriebenen Strauchschneider sauber gehalten. Als wir gegenüber den ersten Hütten ankommen, erscheinen zu unserer Rechten die Berge der Centovalli, die ein langes gewundenes Profil bilden. Auf der linken Seite durchquert ein Maultierpfad die Alpmulde und senkt sich gegen Süden. Wir folgen ihm bis zu einer zerklüfteten Kuppe, auf der wir die Wanderschilder nach Bassuno erkennen.
Der Pfad, der von den Sennen angelegt wurde, um das Vieh zum Weiden auf diesen Flecken guten Bodens zu führen, ist ziemlich beschädigt, doch mit ruhiger und vorsichtiger Fahrweise vermögen wir jedes Hindernis zu überwinden. Ein paar Wege zweigen zur Alpe di Morghegno ab, doch wir lassen sie links liegen und halten weiterhin unsere Route nach Süden ein. Nach beinahe einem Kilometer Abfahrt erreichen wir eine grosse Talmulde, die von den wilden Hängen des Gridone beherrscht wird. Hunderte Meter hohe Schluchten erheben sich über einem stillen, von Lawinen und Sturzbächen verletzten grossen Wald; sie rufen Urängste und leidenschaftliche Eroberungsgelüste hervor. Diese spitzen Felsnadeln werden auch Bett­laken genannt. Ein Blick auf die der Sonne ausgesetzten steilen Hänge zerstreut jeden Zweifel über den Ursprung des Namens.
Unser Single Track dringt in den Wald ein, die Kehren senken sich über den grasigen Kamm. An der ersten Abzweigung wenden wir uns nach rechts, an der zweiten nach links. Nach manchem heftigen Ruck erreichen wir Rovere, wo wir die Räder wieder auf den Asphalt stellen. Wir folgen der Strasse einen knappen Kilometer; auf der Höhe der ersten Kehre finden wir die Feuerschutzschneise, die uns an den Ausgangspunkt zurückbringen sollte. Doch knapp unterhalb der Siedlung Piano löst sie sich in nichts auf.
Der weisse Zwischenraum auf der Landkarte, den wir als geografischen Irrtum angesehen hatten, war eine treue Darstellung der nackten Wirklichkeit. Glücklicherweise schliesst ein Weg die Lücke zur andern Hälfte der Schotterstrasse. Der einzige Nachteil: Einige Stufen müssen mit geschultertem Fahrrad überwunden werden.
Als wir die Monti di Ronco erreichen, ist die Sonne schon hinter den Kastanienwäldern versunken. Bald werden am Seeufer die ersten Lichter angezündet, doch wir zögern noch mit dem Abstieg: Nur da oben, in der Stille der nahenden Dunkelheit, fühlen wir uns wirklich frei.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Note(s)

Nicht fahrbar sind zwei Stellen unterhalb der Alpe di Naccio und eine Stelle im Valle di Crodolo (5 - 20 Minuten).


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  • Am Startpunkt der Gps-daten ist Parkverbot. Das kfz einige hundert meter vorher parken! Am Almgelände aufwärts ist Schiebestrecke, aber das Panorama wirklich schön. Der Trail abwärts ist echt schwer. Besonders viele Stufen, einzeln und in Gruppen. Spitzkehren mit Stufe in der Kehre sind selbst für gute Fahrer nicht machbar.

  • Wir wollten die Tour wegen der relativ milden Bewertung zum "Aufwärmen" am ersten Tag fahren. Wir waren danach warm aber vom Laufen. Im Aufstieg muss man mindestens 30 Minunten schieben und beim Abfahren nochmal 1 Stunde (das ist ein reiner Wanderweg). Ich finde eine 4 für die Technik hierfür gerechtfertigter.



Places along the route: Campea di fuori - Porera - Alpe di Naccio - Rovere - Bassuno - Piano - Campea di fuori


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Tour history (B01851)

First published: Freitag, 13. März 2009

Last updated: Mittwoch, 22. Januar 2014

Tour published by: Presented by www.ticino.ch

Tour characteristics

Distance: 12.1 km | Time requirement: 2 h
Ascent: 616 m | Descent: 616 m
Highest point: 1382 m.a.s.l.

Difficulty S2

Printing, information

See also

Ticino Turismo
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