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San Biagio

San Biagio

Tourenbeschreibung

Bellinzona, dank seiner geographischen Lage eine entscheidende Nahtstelle des Transits zwischen der Nord- und Südseite der Alpen, spielt seit jeher eine wichtige historische und politische Rolle. Die geschichtliche Bedeutung wird durch zahlreiche religiöse, militärische und zivile Baudenkmäler nachgewiesen. Dazu gehören die stolzen Burgen, die seit dem Jahr 2000 von der Unesco als schützenswertes Weltkulturerbe anerkannt sind.
Die Besichtigungstour bringt uns vorerst die wegen ihrer Malereien aus dem 14. und 15. Jahrhundert bemerkenswerte Kirche San Biagio näher. Es folgt ein Rundgang auf den historischen Spuren der Tessiner Hauptstadt.
Ausgangspunkt ist die Piazza San Biagio, im Ortsteil Ravecchia, mit Besichtigung der Kirche und des Kunstmuseums Villa dei Cedri.
Beinahe gegenüber, auf der andern Seite der Bahnlinie, befindet sich das von den Stadtbewohnern am meisten geschätzte Baudenkmal, die Kirche Santa Maria delle Grazie mit ihren wundervollen Renaissancefresken. Leider wurde die Kirche 1996 von einem Brand arg beschädigt und muss nun restauriert werden. Wir erreichen durch die Via Pedotti und die Via Lugano das Stadtzentrum, bis zur Piazza Indipendenza, wo sich das Unabhängigkeitsdenkmal und die Kirche San Rocco befinden.
Durch die Via Camminata wird die Piazza Nosetto, das Herz der Altstadt, erreicht. An den Strassen und Gassen sind alte Bürgerhäuser mit schönen Toren, Laubengängen, Balkone, mit schmiedeeisernen Geländern und alten Inschriften zu bewundern.
Durch die Via Teatro gelangt man zum Palazzo delle Orseline, dem heutigen kantonalen Regierungsgebäude an der Piazza del Governo.
Wir gehen zurück durch die Via Nosetto bis zur Stiftskirche der Heiligen Petrus und Stephan, die durch ihre schöne, eindrucksvolle Renaissancefassade auffällt. Die rechts von der Kirche abzweigende Salita alla Motta bringt uns in einer Viertelstunde hinauf zum Castello di Montebello. Auf die Piazza Collegiata zurückgekehrt, erreichen wir über die Via Codeborgo und die Piazzetta della Valle (angrenzend an die Piazza del Sole) den Aufzug, der zum Castelgrande (Besichtigung der Türme und des Museums) hinaufführt. Von der Ringmauer aus geniesst man eine herrliche Aussicht auf die höher gelegenen Türme und die ganze Umgebung.


Sehenswürdigkeiten:

San Biagio
Die Kirche San Biagio befindet sich in Ravecchia, einem südlichen Stadtteil von Bellinzona, am gleichnamigen Platz, an dem auch der Park der schönen Villa dei Cedri zu bewundern ist. In der Nähe stand vermutlich ein Kloster, auch wenn der Zusammenhang mit dem Mönchsorden von San Biagio nicht nachgewiesen werden kann.
Der jetzige Baukomplex geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Es handelt sich um den Wiederaufbau oder wahrscheinlicher die Erweiterung eines bestehenden Gebäudes, wie die archäologischen Nachforschungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, im Hinblick auf die Gesamtrestaurierung (1913-14) ergeben haben. Die Kirche wurde von späteren Änderungen befreit und in ihren Originalzustand zurück versetzt.
Die Fassade ist aus unverputztem Stein. Am rechteckigen Glockenturm lässt sich die Höhe des im 16. Jahrhundert neu aufgebauten Teils erkennen. Die Fresken an der Fassade sind dank der kürzlichen Restaurierung gut sichtbar.
Die Lünette über dem Eingangstor zeigt die Muttergottes mit Kind zwischen dem heiligen Bischof Biagio (rechts) und dem heiligen Petrus (links). Darüber eine Verkündigungsszene und der segnende Christus. Links davon ein riesiger Christophorus mit dem Kind auf den Schultern . Wie bei andern Kirchen an den grossen Heerstrassen ist die Figur des Schutzpatrons der Reisenden von weitem sichtbar und lädt zum Gebet ein.
Hier ist der Heilige in einem üppigen Rahmen abgebildet, blickt auf den Fluss und trägt einen blumengeschmückten Stock. Das Bild wurde von einem anonymen Künstler geschaffen, den die Kunsthistoriker «Maestro di San Biagio» nennen. Der lombardische Maler der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts liess sich von Giotto inspirieren. Seine Gestaltung ist ausgewogen, der Strich fein und präzis, die Formen edel, die Farben kostbar. Die Menschenbildnisse sind von gotischer Eleganz und grosser Ausdruckskraft.
Das Innere der Kirche ist eine weiträumige Basilika, die drei Schiffe werden von eleganten Pfeilern gestützt, die Decke ist aus Holz. An den Wänden sind Grabtafeln des 16./17. Jahrhunderts zu sehen.
Die Malereien dürften früher alle Wände eingenommen haben. Was heute noch davon zu sehen ist, verrät trotz des teilweise schlechten Zustands das Werk begabter Künstler. Das älteste Bild, vielleicht aus dem Jahr 1340, schmückt den Triumphbogen und kann mit annähernder Gewissheit dem als «Maestro di Sant’Abbondio» bekannten Maler zugeschrieben werden. Der Name wurde ihm zugeteilt wegen seiner Werke in der gleichnamigen Kirche von Como. (Der in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts tätige Künstler hat auch in der Chiesa Rossa in Castel San Pietro seine Spuren hinterlassen.) Im oberen Teil malte er eine Mutter der Barmherzigkeit, die ihren Mantel ausbreitet und wohl als Sinnbild des Gemeinschaftssinns die Gläubigen um sich schart. Die schlichte Komposition wird von Engeln umrahmt. Darunter eine Verkündigung mit einer Vase voller Lilien im Mittelpunkt.
In der Apsis ist wieder die Hand des «Maestro di San Biagio» zu erkennen, doch es dürfte sich um frühere Werke handeln. Im Gewölbe sind die vier Evangelisten abgebildet, darunter eine Kreuzigung (nur teilweise sichtbar) und die Apostel: Das Bild besticht durch die Farbwahl, die deutlich charakterisierten Figuren, die ausgewogene Komposition und den gelassenen Realismus. Unter den Votivfresken an der Südwand sticht das Fragment einer Kreuzigung (unbekannter Autor, Ende 14. Jahrhundert) hervor.
An der Gegenfassade sind zahlreiche Darstellungen von Heiligen, darunter der heilige Apollonius, dem die Zähne mit der Zange herausgerissen werden, ein ausdrucksstarkes Bild der heiligen Veronika und eine von Heiligen umringte Madonna (14./15. Jahrhundert) zu sehen. An der Nordwand eine Grablegung (abgelöst aus einem abgebrochenen Oratorium), ferner der heilige Abt Antonius und das Martyrium des San Lorenzo.
Auch die Pfeiler wurden mit Malereien geschmückt: gut sichtbar der heilige Bartholomäus mit den Zeichen seines Martyriums (das Messer und die abgezogene Haut) und die heilige Agata , von Graffiti übersät. In der Kirche ist auch ein wertvolles Gemälde des lombardischen Malers Domenico Pezzi (Surnicus) zu sehen: Jungfrau Maria mit Kind und zwei Heiligen (1520).
(Schlüssel im Pfarrhaus, Tel. +41 (0)91 825 25 05)

Villa dei Cedri, Kunstmuseum
ständige Sammlung und Sonderausstellungen, Werke von schweizerischen und italienischen Künstlern ab dem 19. Jahrhundert.
Dienstag-Samstag 10-12und 14-18, sonn- und feiertags 10-18. Park.

Kirche Santa Maria delle Grazie
wertvolle Renaissancefresken

Unabhängigkeitsdenkmal und Kirche San Rocco auf der Piazza Indipendenza

Rathaus
Gebäude im Renaissancestil, neu aufgebaut 1924 (Piazza Nosetto)

Teatro Sociale
gebaut im 19. Jahrhundert; erhaltende Restaurierung 1992-97

Palazzo delle Orsoline
heute Regierungssitz. 1738 als Ursulinenkloster gebaut.

Stiftskirche SS. Pietro e Stefano
Renaissancefassade, Fresken, Stuckaturen, Gemälde lombardischer Schule.

Castello di Montebello
Gebäudekomplex des 13./14. Jahrhunderts, im 15. Jahrhundert erweitert. Historisches und archäologisches Museum (März-November 10-18 Uhr)

Castelgrande (13. Jh.)
mit Ringmauer, Torre Nera, Torre Bianca. Restaurierung (Arch.Galfetti, 1981-91). Kunstmuseum, historischarchäologisches Museum. Täglich 10-18.


Hinweis(e)

Emphohlene Jahreszeit: Januar-Dezember

San Biagio erreichen Sie mit der Autobus Linie 5 ab SBB-Bahnhof, Haltestelle Posta Ravecchia, oder mit der Autobus Linie 1-2, Haltestelle Cimitero; den Schildern Villa dei Cedri folgen


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Orte an der Route: Piazza San Biagio - Piazza Indipendenza - Piazza del Governo - SS.Pietro e Stefano - Castello di Montebello - Castelgrande


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Geschichte der Tour (B00890)

Erste Publikation: Freitag, 12. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 2.3 km | Zeitbedarf: 3 h
Aufstieg: 92 m | Abstieg: 92 m
Höchster Punkt: 313 m.ü.M.

Schwierigkeit T1 Wandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Bellinzonese
Palazzo Civico
CH-6500 Bellinzona
T +41 (0)91 825 21 31
F +41 (0)91 821 41 20
bellinzona@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch