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Ca da Rivöi

Ca da Rivöi

Tourenbeschreibung

Das Bleniotal birgt wertvolle Zeugnisse der sakralen Kunst und der Volksfrömmigkeit. Die Route beginnt mit dem Besuch des Museums und der Kirche San Martino in Olivone, wo ein Teil dieses Kulturerbes sichtbar ist. Es folgt ein Ausflug in die Region des Lukmaniers: eine weite, helle Landschaft, die den Sinn für die Werte der Schönheit und Geistigkeit weckt.

Das Museum Ca’ da Rivöi, der Ausgangspunkt dieser Tour, bringt uns einen wichtigen geschichtlichen Aspekt des Tales näher, der mit dem Glauben und der Volksfrömmigkeit zusammenhängt. Gleich gegenüber dem Museum befindet sich San Martino, die alte Hauptkirche des Tales, die 1136 erstmals erwähnt wird, aber viel älter ist. Die archäologischen Nachforschungen, die während der letzten Restaurierungsarbeiten (1984-91) durchgeführt wurden, haben ergeben, dass der Ursprung auf das 8./9. Jahrhundert zurückgeht. Vom mittelalterlichen Bau ist der schöne romanische Glockenturm (12. Jahrhundert) übriggeblieben. Das Gotteshaus wurde in der Barockzeit umgebaut. Im Chor findet man Fresken (Mitte 17. Jh.); an den Wänden Freskenreste des späten 15. Jahrhunderts.

Wir fahren weiter auf der Lukmanierstrasse, nach etwa zwanzig Kilometer ist die Passhöhe erreicht. Ein wunderschönes Gebiet, das nicht umsonst in das Inventar der Landschaften von nationaler Bedeutung aufgenommen wurde. Die Gegend ist aus der geologischen und naturwissenschaftlichen Sicht betrachtet sehr interessant: Sumpfgebiete und Torffelder, alpine Fauna und Flora.
Kurz vor der Passhöhe, 1750 Meter über Meer, in Acquacalda, befindet sich das Centro ecologico UomoNatura, das seit 1985 tätig ist, um eine neue Form der Freizeit anzuregen, die bessere Kenntnis der Bergnatur und den Respekt vor der Umwelt zu fördern. Es werden Seminare, festliche Begegnungen, Ferien, thematische Wanderungen und andere Veranstaltungen organisiert. Das Zentrum ist gewissermassen eine Fortsetzung des kontemplativen Weges, den wir in Olivone begonnen haben: von den Zeugnissen des Glaubens, den wir in den Votivbildern wahrnehmen, zur heutigen Suche nach dem inneren Reichtum.


Sehenswürdigkeiten:

Ca' da Rivöi
Diese Route stellt ein Museum – nicht wie in den andern Fällen eine Kirche, ein Oratorium oder einen Wallfahrtsort – in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Das Exvoto in der Kirche, in der das Gnadenbild der Muttergottes oder anderer Heiligen steht, denen die Fürsprache in der Not zugeschrieben wird, ist ein gültiges Zeichen der Anerkennung und des Dankes, denn es macht das wundersame Ereignis sichtbar und öffentlich. Auch im Bleniotal wurde dieser schöne Brauch befolgt. In Olivone war es vor allem das Oratorium Madonna delle Grazie im Ortsteil Sommascona, in dem viele solche Dankesbezeugungen niedergelegt wurden. Aus Sicherheitsgründen drängte es sich auf, diese Schätze an einem zugänglichen Ort unterzubringen und gleichzeitig ihre Erhaltung zu gewährleisten. Der Besuch gilt also nicht dem eigentlichen Ort des Wunders, sondern dem heutigen Aufbewahrungsort.
Das Museum Ca’ da Rivöi (Haus von Olivone) , mitten im Dorf, ist einerseits ein altes Bauwerk, das die Zeugnisse des Alttagslebens früherer Zeiten aufnimmt, anderseits ein moderner Anbau, der es ermöglicht, den Reichtum der religiösen Kunst würdig unterzubringen, der aus den Kirchen und Oratorien des oberen Bleniotals stammt. Das alte Haus aus Holz und Mauerwerk trägt am Schornstein die Jahreszahl 1658, was andeutet, dass es sich wahrscheinlich um einen Ausbau handelt. Das Haus war der Sitz des Priors, der die Oratorien und Hospize zu verwalten hatte, die an der Strasse zum Lukmanier den Pilgern und sonstigen Fussgängern Gastlichkeit boten und Trost spendeten.
In den ersten Räumen sieht man einige kleine Glocken aus den Oratorien des Dorfes sowie Reste von Stuckornamenten aus romanischer Zeit, die während der Restaurierung der Kirche San Martino gefunden wurden.
In einem Zimmer im oberen Stock des alten Hauses sind fromme Andenken des 17./18. Jahrhunderts zu sehen. Zu beachten ist ein Votivbild aus der Kirche von Ghirone (Jahreszahl 1670), das zwei Mäher mit ihren Arbeitsgeräten zeigt, eine vor der Madonna kniende dritte Person und Seelen im Fegefeuer . Ebenfalls aus Ghirone stammt das Bild eines Mannes, den die Fürsprache der Rosenkranzmadonna aus dem reissenden Fluss gerettet hat, doch am Ufer erwartet ihn ein beunruhigendes Skelett . In Sommascona hingegen befanden sich das Bild mit einer vor der Madonna knienden Frau , ein kleines Bild aus dem Jahr 1745 mit dem schrecklichen Sturz eines elegant gekleideten Mannes und das Exvoto Arnardoni zu finden.
Möglicherweise handelt es sich um die Kopie des 17. Jahrhunderts, einer Freske aus dem 15. Jahrhundert, die im gleichen Oratorium aufbewahrt war.
Es sind auch einige Votivtafeln aus Holz und aus getriebenem Silber zu sehen, die Körperteile (Herzen, Arme, Hände, Beine) darstellen, sowie Votivgaben (kleine Kreuze und verschiedene Schmuckstücke), die ebenfalls zum grössten Teil aus Sommascona stammen.
In den nächsten Räumen sind einige sehr interessante Gemälde zu sehen, zum Beispiel zwei Darstellungen der Verkündigung. Die Porträts der Cusi (13. Jahrhundert) schildern bis in die Einzelheiten das bürgerliche Brauchtum der damaligen Zeit. Die kleine Familie (der Vater und seine Söhne, wahrscheinlich Emigranten) stellt sich unter den Schutz der Madonna, versäumt es aber nicht, das Familienwappen hochzuhalten.
Im neuen Flügel des Museums sind ebenfalls wertvolle Ausstellungsstücke zu bewundern: Skulpturen, Stoffe, Goldarbeiten, Paramente und liturgische Gegenstände. Zwei grosse Kruzifixe, das eine aus dem 13. Jahrhundert, das andere aus dem 16. Jahrhundert ziehen den Blick der Besucher auf sich, ebenso eine schöne Muttergottes mit Kind aus bemaltem Holz (Ende des 14. Jahrhunderts) und ein Triptychon des 15. Jahrhunderts, die Madonna mit dem Jesuskind zwischen Johannes dem Täufer und einer Heiligen, vielleicht Mathilde, die eine Hand auf das Haupt der beiden Spender legen. Sehr ausdrucksstark sind zwei kleine Skulpturen, vor allem ein Gottvater aus dem 15. Jahrhundert und einige Kruzifixe. Das Granitkreuz im Stil der Volkskunst stammt aus dem Hospiz von Casaccia. Von feiner Machart sind die Kerzenständer in Engelsform, die goldenen Kelche, Kreuze und Reliquienschreine (15. bis 18. Jahrhundert).
Die Ausstellung wird vervollständigt durch Paramente, Messbücher und Freskenfragmente, darunter ist der Kopf eines Engels aus dem 15. Jahrhundert sichtbar. Die Gegenstände wurden aus einem abgebrochenen Oratorium hierher gebracht.
(offen: von Ostern bis Ende Oktober, Dienstag-Freitag 14-17Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage 10-12 und 14-17Uhr)

Kirche San Martino
der ursprüngliche Bau geht auf das 13./14. Jahrhundert zurück. Die Kirche wurde in der Barockzeit umgebaut. Der schöne romanische Glockenturm (Anfang 12. Jahrhundert) ist erhalten geblieben. Fresken aus dem späten 15. Jahrhundert, ferner barocke Stuckaturen und Fresken, einige wertvolle Gemälde.

Centro ecologico UomoNatura
in Acquacalda, auf der Südseite des Lukmaniers, 5 km von der Passhöhe entfernt, auf 1750 Meter über Meer. Studien- und Ferienzentrum, Hotel, Restaurant, Campingplatz. Das Angebot des Zentrums ist auf die Harmonie mit der Natur, die Meditation und die Kreativität ausgerichtet.
Tel. +41 (0)91 872 26 10.

Naturetum
ein kleiner Naturpark, der typische Biotope des Lukmaniergebiets mit 200 verschiedenen Pflanzenarten aufweist. Der Park fördert die Kenntnis der Flora und Fauna, die je nach der Jahreszeit in unterschiedlichen Formen und Farben erscheinen.

Lukmaniergebiet
mit Alpwiesen und Tannenwäldern, ideal für Ausflüge und Picknick. Zahlreiche Wanderwege erleichtern die Beobachtung der hier besonders vielfältigen Fauna und Flora.


Hinweis(e)

Empfohlene Jahreszeit: April - Oktober


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Orte an der Route: Olivone posta - San Martino - Museo Ca' da Rivöi - Olivone posta


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

3084

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Detail-Tourenaufrufe

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10

Begehungen

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9

Mobile-Bezüge

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Popularitäts-Index

Verglichen mit allen anderen Wanderungen in der Region Ticino

Geschichte der Tour (B00895)

Erste Publikation: Donnerstag, 11. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 1.4 km | Zeitbedarf: 4 h
Aufstieg: 13 m | Abstieg: 13 m
Höchster Punkt: 902 m.ü.M.

Schwierigkeit T1 Wandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Valle di Blenio
Zona Lavorceno
CH-6718 Olivone
T +41 (0)91 872 14 87
F +41 (0)91 872 15 12
blenio@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch