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Die Denti della Vecchia

Die Denti della Vecchia

Tourenbeschreibung

In Cadro startend folgen Sie der schönen Kantonsstrasse nach Sonvico hinauf. Weiter geht es Richtung Cimadera. Am Dorfeingang folgen Sie dem alten Maultierpfad. Nach dem ersten flachen Stück führt der Weg steil hinauf zum Passo San Lucio mit seinem wunderschönen romantischen Kirchlein. Richtung Norden führt Sie diese Route weiter zur Bocchetta di San Bernardo, einem kleinen, bezaubernden Hügel, der die Kalkfelsen der Denti della Vecchia ankündigt. Den Hinweisen für Radfahrer folgend gelangen Sie schliesslich zur Capanna Pairolo, wo der abenteuerlichste Teil dieser Tour beginnt. Auf dem schmalen Wanderweg gelangen Sie zur alten Siedlung Cioascio hinunter, wo Sie endlich vor der Denti della Vecchia stehen. Nun gelangen Sie auf einer begeisternden Traverse über Murio und die Felder von Creda auf eine schmale Fahrstrasse, die Sie zurück nach Cadro führt.

Ausserhalb des Stadtzentrums von Lugano, am Fluss Cassarate, löst sich die Peripherie rasch auf zwischen Wäldern und Weinbergen, um einigen kleinen Dörfern Platz zu lassen, deren bäuerliche Spuren tief verwurzelt sind. Weiter aufsteigend, dreht man die Zeit zurück: Zwischen den schönen Laubwäldern entdeckt man zahlreiche gut erhaltene Maiensässe, in denen die Zeit nur vom Zirpen der Grillen und dem Rauschen des Windes zwischen den Bäumen bestimmt wird.


25. Juni

Cadro erhebt sich auf einer grasigen Hochebene, von der sich die letzten Abhänge der Denti della Vecchia abheben, nachdem sie ihre urweltlichen Formen verloren haben. Unsere Tour beginnt hier, zwischen den grünen Feldern, die unter der Hitze der Hundstage stöhnen. Wir folgen der schönen Kantonsstrasse, die gegen Sonvico aufsteigt, um dann in die Südflanke des Val Colla einzudringen.
Nach einigen flachen Kilometern zielt der Asphaltstreifen geradewegs den steilen Hängen des Gazzirola ent­gegen: Dieser eindrucksvolle Berg scheint den nahen Alpen den Rang streitig zu machen, deswegen wählen wir eine Abzweigung nach rechts, in Richtung Cimadera.
Am Eingang des Dorfes stossen wir auf einen Maultierpfad, der früher als Loipe gedient haben soll, wie eine verrostete Tafel angibt. Wir folgen ihm, weil wir glauben, es könnte sich um eine ebene Strecke handeln. Die Strasse teilt die Bergflanke auf halber Höhe, überquert eine grasige Wald­lichtung, doch dann weist das Schild eines Fahrradweges unerbittlich darauf hin, dass uns ein steiles Stück erwartet.
Als die Bäume nicht mehr so dicht nebeneinander stehen, öffnet sich der Blick auf Gazzirola, das scheinheilig lächelt: Wir wollten die direkte Begegnung vermeiden, doch jetzt kommen wir auf seinen Höhenrücken trotzdem ins Schwitzen. Nach einigen Kehren gewährt uns ein ebenes Stück eine Verschnaufpause vor dem letzten Anstieg zum wunderschönen romanischen Kirchlein auf dem Passo San Lucio, der jedes Jahr das Ziel einer festlichen Begegnung von Schweizer Sennen und ihren italienischen Kollegen bildet.
Wer je das Glück hatte, da oben einen Sonnenuntergang zu erleben, kann von einem zauberhaften Erlebnis erzählen. Rund um die Kirche, die vom rötlichen Widerschein erhellt wird, werfen die Grashalme immer längere Schatten, die sich mit tausenden Schatten überschneiden und ein kompliziertes Stickmuster bilden, das die Wiesen in prächtige Wandteppiche verwandelt. Bis die Sonne wieder aufgeht: Dann löst sich die Stickerei auf, wird grau und matt wie ein Mandala, das von den geschickten Händen der Mönche mit viel Geduld geformt wird und sich flugs wieder verflüchtigt. Es ist das Gesetz des Universums und des Lebens, des ewigen Werdens und Vergehens.
Wir verabschieden uns vom Pass und schlagen einen Weg gegen Norden ein. Vor uns ein schöner grasiger Bergrücken, der sich vor geordneten Baumreihen ausdehnt, um dann auf fernen Alpen zu verschwinden. Die Perspektive fesselt unseren Blick: Die Landschaft scheint uns in ihren Sog ziehen zu wollen, wie in einem seltsamen Weltraum, in dem die Sterne und die Planeten durch die roten und gelben Blumen ersetzt werden, von denen die Wiesen übersät sind.
Die im Gelände eingegrabenen Spuren führen uns zur Bocchetta di San Bernardo, einem kleinen, bezaubernden Hügel, der die Kalkfelsen der Denti della Vecchia ankündigt. Hier wechselt die Stimmung erneut. Der fruchtbare Grasboden wird erdrückt unter einer Masse von bröckeligen Steinen, die weisse Streifen auf den Bergrücken zeichnen. Das Wasser, das aus dem Boden dringt, nimmt einen eigenartigen Geschmack an: Wir hatten es schon in Cadro bemerkt, als wir unsere Feldflaschen füllten, doch hier ist der süssliche Geschmack hundertmal stärker.
An einer Kreuzung verlassen wir die Schotterstrasse und folgen den Hinweisen für Radfahrer, die zur Capanna Pairolo führen, wo der abenteuerlichste Teil unserer Tour beginnt. Wir stürzen uns hoffnungsfroh auf den schmalen Wanderweg, der links von der Berghütte abwärts führt. Nach wenigen hundert Metern wird unser Mut belohnt: Eine kleine Wiese erwartet uns in ihrem grellen Kleid der Alpenrosen, das die Erinnerung an alle anderen Farben, denen wir begegnet sind, verblassen lässt.
Das Schauspiel ist grossartig, aber von kurzer Dauer. Kaum sind wir wieder im Wald, haben wir unregelmässige, abschüssige Felsen vor uns, die uns anspornen, nach den schwierigsten Passagen zu suchen, bis wir die alte Siedlung Cioascio erreicht haben.
Auf der linken Seite, oberhalb der Vegetationsgrenze, ragt eine Reihe kühner Felsnadeln empor. Endlich stehen wir vor den Denti della Vecchia, einem Denkmal, das die Natur den Bewohnern des Val Colla geschenkt hat.
Weiter unten stossen wir auf den Schotter, der talwärts nach Sonvico führt, doch wir ziehen den Weg vor, der nach jeder Kurve schöner zu werden scheint. Wir gelangen nach Murio und nach einer weiteren begeisternden Traverse auf die blonden Felder von Creda.
Nun trennt uns nur noch eine schmale Fahrstrasse von Villa Luganese und Cadro. Doch schon nach der ersten Kurve erblicken wir einen andern Weg, der direkt zwischen den Bäumen hindurch führt. Erst als wir uns überzeugen, dass die Abfahrt kein Ende findet und die Fliehkraft uns noch lange durch Felder und Wälder führt, erreichen wir wieder den Asphalt.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Hinweis(e)

Nicht fahrbar: 2 - 5 Min.
Jahreszeit: Mai - November
Fahrtechnik: S2
Kondition: 3


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  • Tolle Tour, die vor allem Landschaftlich einprägsam bleibt. Die Tour ist im Herbst/Winter ziemlich knifflig wegen dem zum Teil bis 1m hohem Laub welcher sich im Wald in den Senken ansammelt. Die 3 1/2 Stunden sind meiner Meinung nach ziemlich sportlich, wir haben die Tour mit vielen Fotohalts in ca. 5 Stunden absolviert!

  • Schönes Herbstwetter im Tessin. Schöne Tour mit angenehmen Aufstieg durch Dörfer und am Schluss auf Schotter. Bis auf die letzten zwei steilen Kurven vor S.Luco alles gut zu fahren. Die Abfahrt ist herrlich und alle Wege sind in gutem Zustand. Der Trail nach San. Bernardo ist neu und breiter, perfekt zum fahren.
    Tendenz: Zur Zeit alles bestens!

  • Konnten die Tour bei schönem Wetter unter die Räder nehmen. Der Aufstieg bis San Lucio ist wie beschreiben ohne grosse Probleme zu meistern. Lediglich kurz vor San Lucio ist der Weg sehr steil. Der Weg von San Lucio bis zur Cp. Pairolo ist teilweise ausgewaschen was zur kurzem Absteigen zwingt. Dies trifft wie schon zuvor beschrieben auch auf den Singletrail von der Cap. Pairolo bis Villa Luganese zu. Teilweise gehen zur Zeit Bäche über den Weg mit tiefem, aufgeweichten Boden.
    Tendenz: Der Aufstieg bietet keine Probleme, ab Cap. San Lucio muss mit kurzen Gehpassagen gerechnet werden.

  • Die Fahrt auf der Asphaltstrasse im Val Colla würde beinahe langweilig, wäre da nicht die abwechslungsreichte Landschaft und der Blick zur Bergkette vom M.Lema zum M. Tamaro sowie zum M.Bar. Ab Punkt 4, kurz unterhalb von Cimadera, beginnt eine Schotterstrasse mit kurzen steilen Steigungen. Ab Punkt 12 beginnt der steile (10-13%) Schlussaufstieg auf losem Schotter zur Cab. S.Lucio. Hier genossen wir ein ausgezeichnetes Mittagessen und die sehr freundliche Bedienung. An einem Traumtag mit Nordföhn hatten wir hier eine geniale Aussicht, u.a. auch zum Comersee. Die anschliessende Fahrt zur Bocchetta di S.Bernardo mit dem schmalen, tief eingegrabenen Weg wurde bereits gut geschrieben. Von dort zur Alp Pianca Bella gibt es nochmals eine kurze, für uns nicht fahrbare Gegensteigung. Die anschliessende Abfahrt über Singletrails verschiedenen Schwierigkeitsgrades (S1-2) mit Wurzeln, grobem Geröll und Steinbrocken zwang uns, vor allem bei der Überquerung der tief eingegrabenen Bächlein, immer wieder kurz zum Absteigen. Bei der abschliessenden Abfahrt nach Villa Luganese blieben wir auf der schmalen Asphaltstrasse, da wir den Wanderweg bereits vom Wandern bestens kannten.
    Tendenz: Herzlichen Dank an Jerome für seinen Tourenbericht, welcher die Tour treffend beschreibt. Die schwülstige Orignalbeschreibung eines Möchtegern-Poeten ist schlicht und ergreifend unbrauchbar! Die Tour entspricht ab San Lucio einem S1, stellenweise auch S2!
    Besonderes: Zwischen Punkt 18 und 19 verläuft die signalisierte Route auf dem unteren, wenigstens teilweise fahrbaren Wanderweg. Bei Punkt 21 haben wir die Abzweigung nach links verpasst, was uns 70 zusätzlichen Höhenmeter einbrachte!

  • An einem wunderschönen, aber windigen Herbsttag habe ich diese Tour absolviert. Ich bin in Lugano gestartet, via Pregassona nach Cadro und dann dem publizierten Track hinein ins Val Colla gefolgt. Die Kilometer bis Cimadera werden ausschliesslich auf der Hauptstrasse absolviert. Allerdings nimmt der Verkehr nach Sonvico markant ab. Ab Cimadera ist es endlich fertig mit Hartbelag, weiter gehts auf Wald- und Alpstrassen hinauf auf den San Lucio. Danach gehts mit Singletrails los! Vom San Lucio nach Btta di San Bernardo ist der Wanderweg allerdings etwas "trickig". Zum Teil einfach zu schmal und tief für Velo-Pedale, so dass es mich ab und zu automatisch von den Pedalen ausklickt... Ich schiebe deshalb mein Bike mehrmals, kann dafür die wunderbare Aussicht zum Lago di Como geniessen. Auf dem Btta di San Bernardo beginnt dann endlich die verdiente Abfahrt welche bis kurz vor Villa Luganese grösstenteils auf Singletrails zurückgelegt wird.
    Besonderes: Wunderbare Aussicht auf dem San Lucio mit Blick auf die Walliser & Berner 4000er und Richtung Lago di Como!!! ...meine Fotokamera blieb leider zu Hause... Aufgrund des Tourenbeschriebs und der Schwierigkeitseinteilung S0 habe ich überhaupt nicht mit einer so tollen Abfahrt gerechnet. Wegen der Hindernisse (Steine, Stufen, Wurzeln) würde ich die Abfahrt mit einem S1 bewerten.



Orte an der Route: Cadro - Sonvico - Cimadera - La Corte - San Lucio - Btta di San Bernardo - Cap. Pairolo - Cioascio - Villa Luganese - Cadro


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

7804

Einblendungen

Listen-Anzeige (ohne GEO-Map) der Tour zusammen mit anderen Touren
2647

Detail-Tourenaufrufe

Anzeige der Detailinformationen der Tour (z.B. diese Seite)
55

Begehungen

Bezüge des Tourenblattes
81

Mobile-Bezüge

Mit der GPS-Tracks iPhone oder Android App

Popularitäts-Index

Verglichen mit allen anderen Mountainbike-Touren in der Region Ticino

Geschichte der Tour (B01846)

Erste Publikation: Freitag, 13. März 2009

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 22. Januar 2014

Tour publiziert von: Presented by www.ticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 31.6 km | Zeitbedarf: 3½ h
Aufstieg: 1299 m | Abstieg: 1299 m
Höchster Punkt: 1604 m.ü.M.

Schwierigkeit S2

Drucken, Daten

Siehe auch

Ticino Turismo
Via Lugano 12
CH- 6500 Bellinzona
Tel: +41 (0)91 825 70 56
Fax: +41 (0)91 825 36 14
E-mail: info@ticino.ch
Website: www.ticino.ch

Lugano Turismo
CH-6901 Lugano
Tel: +41 (0)58 866 66 00
Fax: +41 (0)58 866 66 09
E-Mail: info@luganoturismo.ch
Internet: www.lugano-tourism.ch