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Val Vova - foto: Andreas Weissen

Val Vova - foto: Andreas Weissen

Casa Francoli - foto: Andreas Weissen

Casa Francoli - foto: Andreas Weissen

Lago Attilone -  foto: Andreas Weissen

Lago Attilone - foto: Andreas Weissen

Val Vovo - foto: Andreas Weissen

Val Vovo - foto: Andreas Weissen

Val Vovo - foto: Andreas Weissen

Val Vovo - foto: Andreas Weissen

Richtung Salecchio - foto: Andreas Weissen

Richtung Salecchio - foto: Andreas Weissen

Salecchio Superiore - foto: Andreas Weissen

Salecchio Superiore - foto: Andreas Weissen

Salecchio Superiore - foto: Andreas Weissen

Salecchio Superiore - foto: Andreas Weissen

Salecchio Superiore - foto: Andreas Weissen

Salecchio Superiore - foto: Andreas Weissen

Tourenbeschreibung

Die Wegstrecke verläuft zum grössten Teil auf einem historischen Verbindungsweg der Walser zwischen den Dörfern Stafulwald (ital. Fodovalle) im Pomatt (ital. Val Formazza) und Ober Saley (ital. Salecchio superiore) zuhinterst in der Valle Antigorio. Der Weg führt grösstenteils durch Buchen- Fichten-, und Lärchenwälder und streift die Alpsiedlung von Vova. Der Blick schweift weit über das Tal von Premia bis nach Crodo.


Wegbeschreibung:
Von Stafelwald (ital: Fondovalle) folgen wir zunächst der Hauptstrasse Tal auswärts, vorbei an einem kleinen Staubecken und dem neuen Tunnelportal. Nach rund 500 Metern mündet rechts eine Fahrpiste in die Hauptstrasse. Mehrere Hinweisschilder und Wanderwegtafeln weisen uns den Weg in den Buchenwald. Zu Beginn steigt das Strässchen ein wenig an und wird dann immer flacher. Nach einem zweiten Aufstieg kommen wir an einer Hütte vorbei. Zwischen den Bäumen schimmert rechts ein kleiner See, der Wald lichtet sich: Die Häuser von Attilone (1249 m ü. M) tauchen auf. Wir gehen ins Dorf hinein zur Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, gewidmet der Jungfrau Maria, in früheren Jahrhunderten Ziel von Prozessionen der Walser aus dem Pomatt (ital. Val Formazza) und von Agher (ital Agaro).
Am Ende der Siedlung verschwindet der Fussweg im Gebüsch. Eine steile Rinne bringt uns in einen dichten Fichtenwald. Nach der Durchquerung eines kleinen Felssturzgebietes steigen wir in einen Graben hinab, in dem ein Bächlein fliesst. Am anderen Ufern geht es stetig bergan.
Auf einem kleinen Hangrücken erreichen wir die Fahrstrasse zur Alpe Vova (1448 m ü. M.). Der weite Talkessel birgt zahlreiche Alpsiedlungen mit Hütten und Stallscheunen. Weiss leuchtet die Kapelle des Heiligen Antonius. Es lohnt sich, nicht gleich beim ersten Wegweiser nach „Salecchio“ abzuzweigen, sondern rund eine Viertelstunde weiter ins Tal hinein zu wandern, wo sich eine idyllische Ebene erstreckt. Rechts führt ein steiler Weg hinauf zur Alpe Giove und dem Passo Busin (2493 m ü. M.). Ab etwa 1800 Metern, von den weissen Felsbändern bis zu den Gipfeln, erstrecken sich rund um die Valle Vova alpine Kalkrasen.
Wir wechseln über einen Steg ans andere Ufer und steigen durch den Lärchenwald zu Franzens Haus (ital. Casa Francoli) hinauf, den höchsten Punkt unserer Wanderung (1661 m ü. M.). Der idyllische Weiler mit dem Pizzo Martello und dem Monte Giove im Hintergrund war früher ganzjährig bewohnt. Am Wegrand links steht ein alter Kalkofen.
Nach wenigen hundert Metern durch Wiesen und Lärchenwald stehen wir auf einer kleinen Anhöhe: Unmittelbar zu unseren Füssen liegt Ober Saley, tiefer unten Unner Saley und die Valle Antigorio. In wenigen Minuten erreichen wir über einen alten Saumpfad das alte Walserdorf. 1966 sind die letzten Bewohner weggezogen. Nur während des Sommers kehrt Leben zurück in die von der Sonne verbrannten Häuser aus Lärchenholz. Ewas unterhalb des Weilers befindet sich das „Rifugio Zum Gora“.

Wegbeschreibung: Andreas Weissen.



Landschaft, NATURA2000, Schutzgebiete

Im Raum von Attilone streifen wir den östlichsten Bereich des Gebiets von europäischer Bedeutung „Veglia-Devero-Monte Giove“. In kurzer Distanz begegnen uns mehrere Waldtypen (Buchen-, Fichten- und Lärchenwald), in die der Mensch „hellgrüne Inseln“ in Form von artenreichen Mähwiesen und Alpweiden gerodet hat. Oberhalb der ehemaligen Waldgrenze, ab 1800 m ü. M. erstrecken sich ausgedehnte alpine Kalkrasen.


Typische Arten Flora und Fauna gemäss Natura 2000

Vögel: Schwarzspecht (Dryocopus martius) ca / S, Wasseramsel (Cinclus cinclus) ca / S, Steinrötel (Monticola saxatilis) RL CH / S


Weitere Arten (Rote Liste / Geschützte / Endemiten / Charakterarten):

Feuerlilie (Lilium bulbiferum) RL CH / §, Paradies-Lilie (Paradisea liliastrum) RL CH / §
Südliche Tulpe (Tulipa australis) RL CH / §, Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) RL CH,
Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus) ca, Türkenbundlilie (Lilium martagon) RL CH / §,
Angebranntes Knabenkraut (Orchis ustulata) RL CH / §, Karthäuser-Nelke (Danthus carthusianorum) ca,
Wald-Weideröschen (Epilobium angustifolium) ca, Lärche (Larix decidua) ca, Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) ca, Schnee-Hainsimse (Luzula nivea) ca, Schwefel-Anemone (Pulsatilla apiflora) ca, Alpenaster (Aster alpinus) ca, Edelweiss (Leontopodium alpinum) ca, Männertreu (Nigritella nigra) RL CH / §, Hallers Primel (Primula halleri) RL CH / E, Gelbes Seifenkraut (Saponaria lutea) RL CH,
Skabiosenscheckenfalter (Euphydryas aurinia ssp. debilis) RL CH, Goldprimel (Androsace vitaliana) RL CH / §, Stengelloser Enzian (Gentiana kochiana) ca, Jacquins Binse (Juncus jacquinii) ca,
Frühlings-Küchenschelle (Pulsatilla vernalis) ca.


Status-Kategorien:
• RL CH: Liste der gefährdeten Arten der Schweiz (Rote Liste)
• §: auf nationaler Ebene geschützt
• E: Endemit
• S: Smaragd-Art
• ca: Charakter-Art


Typische Lebensräume gemäss Natura 2000 und andere

Kastanienwälder, extensive Mähwiesen und Weiden, Fettwiesen und Lägerstellen, Fichtenwälder:
Lärchenwälder, Kalkrasen, Borstgrasweide (mit Elementen anderer alpiner Weiden)



Empfehlungen des WWF für Wanderungen

Wanderungen in den Bergen sollten sorgfältig geplant werden. Wichtig ist eine gute Karte im Masstab 1:50'000 oder besser noch 1:25'000. Die Ausrüstung sollte leicht und zweckmässig sein. Dazu gehören unter anderem Wanderschuhe mit gutem Profil, Regenschutz und ein warmer Pullover. Feldstecher und Notizblock dürfen nicht fehlen. Selbstverständlich sollte ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Wasser im Rucksack mitgetragen werden. Wir empfehlen, in den Gaststätten nach regionalen Spezialitäten und/oder Bio-Produkten zu fragen.

Abfälle dürfen nicht weggeworfen, Blumen und Pflanzen nicht gepflückt werden. Die Ruhe der Natur ist zu respektieren. Die markierten Wege sollten nicht verlassen werden, um die Wildtiere nicht unnötig zu stören.


Hinweis(e)

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Historische und volkskundliche Aspekte

Es ist empfehlenswert, den offiziellen Wegweisern zu folgen.

Wir befinden uns im Siedlungsgebiet der Walser. Im 13. Jahrhundert verliessen Bewohner des deutschsprachigen Wallis ihre Heimat, um in anderen Hochtälern der Alpen zu siedeln. Walser Kolonien entstanden im heutigen Italien, Österreich und Liechtenstein sowie in den Kantonen Graubünden und Tessin. Von Fondovalle im Pomatt führt der historische Walser Weg über die Guriner Furka nach Bosco Gurin im Tessin.
Unsere Wanderung folgt den Spuren der Walser in die entgegen gesetzte Richtung nach Attilone, Saley und Agher. Über den Albrunpass gelangen wir ins Binntal und ins Goms, die Urheimat der Walser.
Die Walser haben besondere landwirtschaftliche Techniken entwickelt, um ganzjährig in höher gelegenen Gebieten zu siedeln. Die Walser betrieben Viehzucht und – wo es das Klima erlaubte – auch Ackerbau zur Selbstversorgung. Materialien für Werkzeuge und Bauten wurden vor Ort gewonnen. Davon zeugt der Kalkbrennofen von Casa Francoli (deutsch: Franzen Hüs)
Im 20. Jahrhundert wurden mehrere Walser Siedlungen aufgegeben: Agher versank in den Fluten eines Stausees, Saley und Attilone entvölkerten sich. Einzig im Pomatt konnte sich die Bevölkerung dank des Tourismus halten. Allerdings sprechen nur mehr wenige ältere Leute „Walser Titsch“; im Alltag dominiert die italienische Sprache.

• Das Walser Museum in der Casa forte in Ponte (deutsch: Zum Steg) in der Val Formazza (deutsch: Pomatt) erzählt die eindrückliche Geschichte der Walser.
• Die Internationale Walservereinigung hat ein virtuelles Museum mit vielen wertvollen Informationen zu Geschichte, Kultur und Wirtschaft der Walser eingerichtet.


Weitere Etappen

Nächste Etappe: Smaragdweg Wallis-Piemont: Etappe 2


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Orte an der Route: Fondovalle - S. Antonio - C. Francoli - Salècchio Superiore.


Webcams

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Popularitäts-Index

Verglichen mit allen anderen Wanderungen in der Region Piemonte

Geschichte der Tour (B01369)

Erste Publikation: Samstag, 31. Mai 2008

Letzte Aktualisierung: Freitag, 27. Februar 2015

Tour publiziert von: Presented by www.gps-tracks.com