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Wald Richtung Simplon - foto: Andreas Weissen

Wald Richtung Simplon - foto: Andreas Weissen

Nebel auf dem Simplonpass - foto: Andreas Weissen

Nebel auf dem Simplonpass - foto: Andreas Weissen

Via Stockalper unter Engiloch - foto: A. Weissen

Via Stockalper unter Engiloch - foto: A. Weissen

Simplon Dorf - foto: Andreas Weissen

Simplon Dorf - foto: Andreas Weissen

Riesenlärche in der Umgebung Simplon (A. Weissen)

Riesenlärche in der Umgebung Simplon (A. Weissen)

Blick von Feenberg auf Simplon - foto: A. Weissen

Blick von Feenberg auf Simplon - foto: A. Weissen

Gondoschlucht - foto: Andreas Weissen

Gondoschlucht - foto: Andreas Weissen

Tourenbeschreibung

Der grösste Teil der Route auf der Südseite des Simplonpasses verläuft auf dem Stockalperweg. Einzig nach Simplon Dorf wechseln wir ans andere Ufere des Chrummbachs, um über Bleike nach Gabi zu gelangen. Wer Lust hat, kann weiter über einen spektakulären Weg durch die Schlucht bis nach Gondo weiter gehen.


Wegbeschreibung:
Wir erwandern die Passlandschaft des Simplons. Es geht sanft bergab. Beim Alten Spittel und rund ums Baralhaus erstrecken sich grosse Alpweiden. An den einstigen Wald erinnern nur mehr ausgedehnte Alpenrosenflächen. Kurz vor Engiloch beginnt ein lichter Lärchenwald. Die Nationalstrasse „verschwindet“ in einer lang gezogenen Galerie, während unser Weg streckenweise über die originale Pflästerung aus dem 17. Jahrhundert führt, begrenzt von Trockensteinmauern. In Engi steht eine Alte Suste, bei Maschihüs begegnen wir einer Napoloensbrücke von 1805. Die Flora der Weiden und Wiesen ist prächtig.
Wir erreichen den Weiler Egga (1620 m ü. M), der im 17. Jahrhundert am alten Saumpfad entstanden ist. Der kleine Ort verfügte über ein eigenes Gericht. Das Gerichtsgebäude stammt aus dem Jahr 1603. Der Weg biegt in eine eigenartige Trümmerlandschaft ein. Lärchen stocken auf Felsbrocken. Sie zeugen vom gewaltigen Gletscherabbruch im Jahr 1901, als gewaltige Massen vom Rossbodengletscher am Fletschhorn zu Tale donnerten.
Rund um Simplon Dorf (1507 m ü. M.) werden die Wiesen intensiv genutzt. Die Steinhäuser des Dorfes mit den Plattendächern wirken italienisch. Doch der Eindruck täuscht: Hinter den Steinmänteln verbergen sich alte Walliser Holzhäuser in Blockbauweise, die später zum Schutz vor Wind und Kälte „eingepackt“ wurden. Im Alten Gasthof am Dorfplatz ist das Zentrum des Eco-Museum untergebracht mit einer sehenswerten Ausstellung zur Geschichte des Passes.
Wir verlassen Simplon Dorf auf der Nordseite, steigen hinab über den Chrummbach und am Gegenhang hinauf zur Nationalstrasse. Auf einem asphaltierten Flursträsschen wandern wir zur Kapelle von Bleike. Unterwegs blicken wir hinauf zu den Baumriesen im Hittuwald. Hier stocken bis zu tausend Jahre alte Lärchen. Von Bleike schweift unser Blick nach Südosten ins Laggintal, eine Landschaft von nationaler Bedeutung, bekannt für das Vorkommen des seltenen Schmetterlings Erebia christi. Christ’s Moorfalter ist eine unspektakuläre Art, die aber jedes Jahr Dutzende von „Schmetterlingsfreunden“ anlockt. Das Fangen des seltenen Falters ist strikte verboten.
Ein alter Saumpfad bringt uns in wenigen Kehren hinunter nach Gabi. Hier können wir unsere Etappe abschliessen oder zwei weitere Stunden durch die Gondoschlucht anschliessen. Vor wenigen Jahren wurde ein spektakulärer Wanderweg angelegt, der die Verkehrs- und Militärgeschichte des Simplons erschliesst. Unterwegs sind zwei Museen eingerichtet, zum Verkehr in der alten Kaserne und zur Grenzbesetzung während des Zweiten Weltkrieges in der ehemaligen Festung. In Gondo erwartet uns der Stockalperturm als weiterer geschichtsträchtiger Zeuge.

Wegbeschreibung: Andreas Weissen



Landschaft, NATURA2000, Schutzgebiete

Die gemütliche Wanderung führt an den weitläufigen Alpweiden des Simplonpasses vorbei, durchquert einen lichten Lärchenwald und streift gegenüber Simplon-Dorf den Hittuwald mit uralten Lärchenbeständen. Die Weiden und Mähwiesen sind zu Beginn sehr artenreich und schön, werden in der Umgebung des Dorfes durch Fettwiesen abgelöst. Von Ferne überblicken wir das Laggintal, das im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen wurde, nicht zuletzt wegen des Vorkommens von Christ’s Moorfalter. Zwischen Gabi und Gondo finden sich eindrückliche Elemente eines Schluchtenwaldes.


Typische Arten Flora und Fauna gemäss Natura 2000

Insekten: Christ’s Mohrenfalter (Erebia christi) RL CH / § / E / S

Vögel: Birkhuhn (Tetrao tetrix) ca / S, Schwarzspecht (Dryocopus martius) ca / S, Steinadler (Aquila chrysaetos) ca / S, Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) ca / S, Steinrötel (Monticola saxatilis) RL CH / S.


Weitere Arten (Rote Liste / Geschützte / Endemiten / Charakterarten):

Alpen-Akelei (Aquilegia alpina) RL CH / § / S, Paradies-Lilie (Paradisea liliastrum) RL CH / §, Tulipa australis (Südliche Tulpe) RL CH / §, Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) RL CH, Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus) ca, Strauss-Steinbrech (Saxifraga cotyledon) RL CH, Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) RL CH / §, Angebranntes Knabenkraut (Orchis ustulata) RL CH / §, Karthäuser-Nelke (Danthus carthusianorum) ca, Wald-Weideröschen (Epilobium angustifolium) ca,
Lärche (Larix decidua) ca, Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) ca, Schnee-Hainsimse (Luzula nivea) ca, Schwefel-Anemone (Pulsatilla apiflora) ca, Schillernder Mohrenfalder (Erebia tyndarus) ca, Wald-Mohrenfalter (Erebia aethiops) ca, Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri) RL CH, Fieberklee (Menyanthes trifoliata) RL CH, Sumpfherzblatt (Parnassia palustris) ca, Blutauge (Potentilla palustris) RL CH, Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) RL CH / §, Alpen-Smaragdlibelle (Somatochlora alpestris) RL CH, Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea) RL CH, Männertreu (Nigritella nigra) RL CH / §,
Skabiosenscheckenfalter (Euphydryas aurinia ssp. debilis) RL CH, Goldprimel (Androsace vitaliana) RL CH / §, Stengelloser Enzian (Gentiana kochiana) ca, Jacquins Binse (Juncus jacquinii) ca, Frühlings-Küchenschelle (Pulsatilla vernalis) ca, Küpfers Hahnenfuss (Ranunculus kuepferi) ca.


Status-Kategorien:
• RL CH: Liste der gefährdeten Arten der Schweiz (Rote Liste)
• §: auf nationaler Ebene geschützt
• E: Endemit
• S: Smaragd-Art
• ca: Charakter-Art


Typische Lebensräume gemäss Natura 2000 und andere

Extensive Mähwiesen und Weiden, Fettwiesen und Lägerstellen, Trockenrasen, Fichtenwälder: Lärchenwälder, Flachmoore, Hochmoore, Borstgrasweide (mit Elementen anderer alpiner Weiden)
Zwergstrauchheiden und Windkanten.



Empfehlungen des WWF für Wanderungen

Wanderungen in den Bergen sollten sorgfältig geplant werden. Wichtig ist eine gute Karte im Massstab 1:50'000 oder besser noch 1:25'000. Die Ausrüstung sollte leicht und zweckmässig sein. Dazu gehören unter anderem Wanderschuhe mit gutem Profil, Regenschutz und ein warmer Pullover. Feldstecher und Notizblock dürfen nicht fehlen. Selbstverständlich sollte ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Wasser im Rucksack mitgetragen werden. Wir empfehlen, in den Gaststätten nach regionalen Spezialitäten und/oder Bio-Produkten zu fragen.

Abfälle dürfen nicht weggeworfen, Blumen und Pflanzen nicht gepflückt werden. Die Ruhe der Natur ist zu respektieren. Die markierten Wege sollten nicht verlassen werden, um die Wildtiere nicht unnötig zu stören.


Hinweis(e)

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Historische und volkskundliche Aspekte

Verkehr und Landwirtschaft prägen die Südseite des Simplonpasses. Die Verkehrsgeschichte begleitet uns auf Schritt und Tritt: Wir begehen zwischen Engiloch und Maschihüs den Saumpfad aus dem 17. Jahrhundert im Originalzustand; der Alte Spittel unterhalb des Passes und der Stockalperturm zeugen von der Hochblüte des Passverkehrs. Das Hospiz auf dem Pass, das ehemalige Schutzhaus bei Engiloch und die Brücke bei Maschihüs zeugen vom Bau der Napoleonstrasse; die Tafel am Gasthaus in Gabi jedoch mit dem Hinweis, Napoleon Bonaparte habe hier ein Glas Milch getrunken, ist ein Werbegag. Allgegenwärtig sind die Bauwerke und der Lärm der Nationalstrasse; auf der Simplonsüdseite und in der Gondoschlucht hat das zuständige Bundesamt eine wahre Betonorgie veranstaltet und die Landschaft verunstaltet.
Der Weiler Egga und Simplon Dorf sind gut erhaltene, schöne Siedlungen mit zahlreichen wertvollen Gebäuden. Im Alten Gasthof am Dorfplatz, erbaut und erweitert zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert, ist das Zentrum des Ecomuseums untergebracht. Die Ausstellung zur wechselvollen Geschichte des Passes ist sehr aufschlussreich.
Weitere Ausstellungen befinden sich in der alten Kaserne (Verkehrsträger) und in der Festung (Militär und Grenzbesetzung 1939-45).

• Alter Spittel, Ära Stockalper, 17. Jh., Simplonpass
• Schutzhaus Engiloch, Ära Napoloen, anfangs 19. Jh.
• Alte Suste, 16./17. Jh.
• Napoleonsbrücke bei Maschihüs
• Weiler Egga mit Freigericht, 17. Jh.
• Simplon Dorf
• Alter Gasthof in Simplon Dorf: Zentrum des Ecomuseum Simplon und Ausstellung
• Alte Kaserne mit Ausstellung zu den Verkehrsträgern am Simplon
• Fort Gondo, Befestigungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg
• Stockalperturm in Gondo, 17. Jh.


VERPFLEGUNG- UND ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEITEN

Engeloch:

Restauarnt Engeloch (V)
Engeloch
3907 Simplon Dorf
Tel. +41 (0)27 979 10 50

Simplon Dorf:

Hotel Fletschhorn (V,Ü)
3907 Simplon Dorf/VS
Tel. +41 (0)27 979 11 38

Hotel Grina (V,Ü)
3907 Simplon Dorf/VS
Tel. +41 (0)27 979 13 04

Hotel Post (V,Ü)
3907 Simplon Dorf/VS
Te. +41 (0)27 979 11 21

Restaurant Simplon (V)
3907 Simplon Dorf/VS
Tel. 141 (0)27 979 11 39


Gabi/Gstein:

Hotel Gabi (V,Ü)
Rest. Napoleonstube
3907 Gabi (Simplon)
Tel. +41 (0)27 923 51 34
+41 (0)27 979 11 16


Weitere Etappen

Anschlussetappe: Smaragdweg Wallis-Piemont: Etappe 8
Vorgängeretappe: Smaragdweg Wallis-Piemont: Etappe 6


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Orte an der Route: Simplon - Niwe - Nideralp - Simplon Dorf - Gabi. Es ist empfehlenswert, den offiziellen Wegweisern zu folgen: - Stockalperweg (braun) bis Simplon Dorf - Bleike - Gabi/Gstein - Gondo


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Geschichte der Tour (B01375)

Erste Publikation: Sonntag, 25. Mai 2008

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 12. Februar 2014

Tour publiziert von: GPS-Tracks.com powered by GEO-Tracks GmbH