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San Giovanni Battista

San Giovanni Battista

Tourenbeschreibung

Die Ruinen der Kirche San Giovanni Battista in Gnosca, die in den letzten Jahren der völligen Verwahrlosung während Jahrhunderten entrissen wurden, sind das Herzstück dieser beschaulichen Route in der Umgebung von Bellinzona. Es handelt sich um ein Bauwerk mit wechselvoller Geschichte, das auch deshalb interessant ist, weil es aufzeigt, dass ein erhaltender Eingriff das behandelte Objekt auch neuen Verwendungszwecken zuführen kann.

Die Region bietet noch andere Anregungen: Wenige Kilometer von der Kirche Johannes des Täufers entfernt, auf der gegenüberliegenden Talseite, befindet sich ein Sinnbild des geistlichen Lebens im Tessin, das 1490 gegründete Kloster von Claro. Es ist gewiss sinnvoll, dem romanischen Baudenkmal San Giovanni, das die Vergänglichkeit aller Dinge widerspiegelt, ein Beispiel des klösterlichen Lebens gegenüberzustellen, das den Wunsch nach Stille und Meditation ausdrückt.
San Giovanni Battista im Dorf Gnosca, einer Gemeinde in der Riviera, unweit von Bellinzona, ist das erste Ziel. Gnosca liegt an der Kantonsstrasse Bellinzona-Biasca, von der wir am Ortseingang nach links abbiegen.
Nachdem wir die Ruine besichtigt haben, fahren wir auf die andere Talseite nach Claro, um von dort aus das Oratorium Sant’Ambrogio zu erreichen, dass am Fusse des Felssporns steht, auf dem sich das Kloster befindet. Ein bequemer, von Kastanienbäumen gesäumter Maultierpfad bringt uns hinauf zum Kloster.
Auf Anfrage kann auch eine Schwebebahn benützt werden. Es gibt auch eine schmale Strasse bis zum Klosterhügel. Dem Kloster (Restaurierung im Gange) ist die Kirche Santa Maria Assunta, in der Fresken und eine wertvolle Holzskulptur der Pietà zu sehen sind, und der kleine Friedhof angegliedert. Die Schwestern folgen den Ordensregeln des heiligen Benedikt: Schweigen, Gebet und Arbeit. Sie beschäftigen sich mit der Stickerei, Restaurierungsarbeiten, der Pflege des Gartens und der Hoftiere.


Sehenswürdigkeiten:

San Giovanni Battista
Die Kirche San Giovanni Battista, besser gesagt, was davon übrig geblieben ist , befindet sich südlich des Ortszentrums von Gnosca, an der Strasse, die durch das Dorf führt. Das Bauwerk hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts gebaut und stand während Jahrhunderten im Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen Como, das dem römischen Ritus verpflichtet war, und Mailand, das dem ambrosischen Ritus folgte.
Die Kirche San Giovanni wurde 1202 erstmals urkundlich erwähnt und Como zugesprochen.
Die andere Kirche von Gnosca hingegen war dem heiligen Petrus geweiht und gehörte zur Diözese Mailand. Der Streit dauerte bis Ende des 18. Jahrhunderts an, nicht einmal Erzbischof Karl Borromäus hatte ihn 1583 schlichten können. Um dem Zwist ein Ende zu bereiten, ordnete der Erzbischof von Como 1783 die Entweihung der Kirche an, vermutlich nicht nur wegen der unterschiedlichen Riten, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen.
Die Urkunde aus dem Jahr 1202 bestätigt, dass die Weihe schon rund siebzig Jahre zuvor, in den ersten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts, aufgehoben worden war. Es war eine einfache, nach Osten gerichtete romanische Kirche mit einem Schiff und einer halbrunden Apsis. An der Schwelle des 16./17. Jahrhunderts wurde die Kirche vergrössert: Abbruch der Nordwand, Verlängerung des Kirchenschiffs, Bau einer neuen Apsis, Änderung der Ausrichtung um 90°. Wahrscheinlich gehen auch die in den Pfarreiakten 1583 erwähnten Malereien, die heute verschwunden sind, auf jene Zeit zurück.
Der Glockenturm wurde 1627 errichtet, der Bau der Sakristei folgte einige Jahrzehnte später.
Die bischöfliche Anordnung, die Weihe aufzuheben, hatte zur Folge, dass der Altar, die liturgischen Geräte, der Taufstein und das Dach entfernt wurden. In den folgenden Jahren setzten neben der Witterung die Vandalen dem Gebäude zu. Die Steine des Mauerwerks wurden zu Bauzwecken verwendet, die ehemalige Kirche in einen Trümmerhaufen verwandelt. Der Historiker Rahn machte 1872 eine Bestandesaufnahme. San Giovanni war wieder ein Thema: Man begann, die alten Dokumente zu studieren, trotzdem wurden die Ruinen 1923 zur Versteigerung ausgeschrieben und von einer einheimischen Familie gekauft, die hier später einen Heustall einrichtete. Der Historiker Emilio Motta schlug 1928 vor, San Giovanni in das Verzeichnis der geschützten Baudenkmäler aufzunehmen, ohne Erfolg. Der Vorschlag wurde 1955 von Virgilio Gilardoni neu formuliert und diesmal angenommen. In den Sechzigerjahren wurden die Ruinen von der Gemeinde Gnosca erworben. Nach einem ersten, nicht ausgeführten Projekt wurden die Architekten Tita Carloni und Angelo Martella mit der Sanierung (1992-93) beauftragt. Die 1991 durchgeführten archäologischen Nachforschungen ergaben, dass keine der romanischen Kirche des 12. Jahrhunderts vorausgegangenen Bauten vorhanden waren.
Im Kirchenschiff wurden sechs Gräber entdeckt, einige von Kindern, einer der Toten war sitzend beigesetzt worden. Ferner rund zwanzig Münzen aus den Zechen von Mailand, Venedig, Pavia, Asti und Ivrea (15. Jh.). Andere Gräber, rund um die Kirche, bestätigen die Existenz eines Friedhofs, der mindestens bis zur Entweihung benützt wurde. Die Eingriffe zur Erhaltung und Instandsetzung durch die Architekten Carloni und Martella wollten der Kirche nicht ihre religiöse Aufgabe zurückgeben, sondern die Form und den Raum ins rechte Licht rücken und alternative Verwendungszwecke ermöglichen. Nach den notwendigen Räumungsarbeiten (Sträucher und Gestrüpp hatten sich zwischen den Trümmern breitgemacht), wurden die Ruinen gefestigt und einige fehlende Teile eingefügt.
Die Wahl fiel auf zeitgenössisches Material (kleine Betonblöcke), das den Stein nicht nachahmt, sondern mit dem alten Gemäuer hinsichtlich Farbe und Aussehen in einem guten Verhältnis steht.
Der stark beschädigte Fussboden wurde durch Zementziegel ersetzt. Auch die Apsis erhielt eine schützende Überdachung aus Zement. Die neuen Teile wurden deutlich gemacht, um das Antike und das Neuzeitliche leicht voneinander unterscheiden zu können . Der Südgiebel ist am vollständigsten. Das Mauerwerk aus unregelmässigen Quadersteinen und einige von Blindbogen gekrönte Lisenen verleihen der Fassade, die zwei einbogige Fenster und eine runde Öffnung aufweist, einen besonderen Rhythmus, zu dem auch die Spuren des alten Portals beitragen. Auf der Ostseite bemerkt man die erste Apsis, die beinahe vollständig neu verkleidet wurde und die schöne Maueröffnung .


In der Umgebung:

Oratorium Sant’Ambrogio in Clar
unterhalb der Klostergebäude, neu aufgebaut 1756, nachdem es von einem Erdrutsch zerstört worden war. Enthält Fresken des Künstlers Carlo Biucchi aus dem Bleniotal. Kloster der Benediktinerinnen, gegründet 1490, auf einem Felssporn oberhalb des Dorfes, herrlicher Rundblick. Auf einer Forststrasse oder dem von Kastanienbäumen gesäumten Maultierpfad erreichbar. Es gibt auch eine Schwebebahn (Talstation in der Nähe des Oratoriums Sant’Ambrogio).
In den letzten Jahren wurde das Kloster wichtigen Restaurierungsarbeiten unterzogen. Besuche in den Klosterräumen sind wegen der Klausur nicht möglich. Im Gästehaus werden von den Schwestern hergestellte Produkte verkauft, darunter Biskuits, Honig, Marmeladen (Spezialität: Konfitüre aus Kastanien und Feigen).

Kirche Santa Maria Assunta
mit einigen Fresken aus dem späten 16. Jahrhundert (Anbetung der Könige, Madonna auf dem Thron, der heilige Georg) und eine wertvolle vergoldete Holzskulptur (Pietà) aus dem 15./16. Jahrhundert.


Hinweis(e)

Empfohlene Jahreszeit: April - Oktober


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Orte an der Route: Gnosca - San Giovanni Battista - Claro - S.Ambrogio - Monastero delle Benedettine


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Geschichte der Tour (B00908)

Erste Publikation: Freitag, 26. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2015

Tour publiziert von: Presented by

Tourencharakter

Distanz: 3.5 km | Zeitbedarf: 4 h
Aufstieg: 353 m | Abstieg: 353 m
Höchster Punkt: 621 m.ü.M.

Schwierigkeit T2 Bergwandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Bellinzonese
Palazzo Civico
CH-6500 Bellinzona
T +41 (0)91 825 21 31
F +41 (0)91 821 41 20