Wanderung: Kelten, Römer und Walser nutzten den Albrunpass (ital. Bocchetta d’Arbola) als vergleichsweise einfachen Übergang von der Poebene über den Alpenhauptkamm ins Wallis. Bis ins späte Mittelalter war der Albrun für den Personen- und Warenverkehr wichtiger als der Simplon. Im zwanzigsten Jahrhundert waren der Albrun und die anderen Pässe eine beliebte Route. Heute ist der Albrun die leichteste Wanderung vom Naturpark Veglia-Devero in den Landschaftspark Binntal. Wir begehen den historischen Saumpfad von der Val Devero ins Binntal, der mineralienreichsten Region des Alpenbogens.
Wegbeschreibung: Im Weiler Crampiolo (1767 m ü. M) wählen wir unmittelbar nach der Kapelle den Weg rechts. Rasch gewinnen wir an Höhe und erreichen den südlichen ... »
Crampiolo - Canaleccio - Alpe Forno Inferiore - Albrunpass - Binntalhütte - Halsesee - Brunnebiel - Figgerscha - Fäld - Binn - Ausserbinn.
Es ist empfehlenswert, den offiziellen Wegweisern zu folgen:
- Alpe Forno / Sactta Minoia
- Bocchetta d’Arbola
- Freichi / Binn
- Halsesee
- Fäld (Imfeld) / Binn
- Binn
- Ze Binne
- Twingi / Ausserbinn
Hinweis(e):
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Historische und volkskundliche Aspekte
Der Stausee von Codelago oder Devero, erstellt in den dreissiger Jahren, gehört zu den ältesten Wasserkraftbauten Italiens. Auf der Schweizer Seite haben die Bürger von Binn im Jahr 1964 beschlossen, den grössten Teil ihres Tales unter Schutz zu stellen. Sie schlossen mit Pro Natura und dem Schweizer Alpenclub SAC für 99 Jahre einen Vertrag und verpflichteten sich, für 99 Jahre auf jegliche weitere Wasserkraftnutzung zu verzichten sowie keine touristischen Transportanlagen oder Ferienhaussiedlungen zu bauen. Der Schutzvertrag von Binn gilt schweizweit als eine Pioniertat des Naturschutzes. 1977 wurde das Schutzgebiet im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen. In Binn (auch Schmidigehischere) befindet sich die Geschäftstelle des Landschaftsparks Binntal, des Pilotprojekts der Gemeinden Grengiols, Ernen und Binn zur Schaffung eines regionalen Naturparks. Das Binntal liegt auf der Südseite des Goms im Wallis. Das Hochtal weist fünf Siedlungen auf, die ganzjährig bewohnt sind: Fäld (auch Imfeld), Giessen, Schmidigehischere (auch Binn), Wilere und Ze Binne. Fäld und Schmidigehischere/Wilere sind als Ortsbilder von nationaler Bedeutung klassiert. Insgesamt leben rund 150 Menschen in dem Tal, das als die mineralienreichste Region des ganzen Alpenbogens gilt. Über 200 verschiedene Mineralien wurden bisher im Binntal gefunden, darunter 23 Weltexklusivitäten. Weitherum bekannt ist die Mineraliengrube Lengenbach, wo noch heute professionell seltene Mineralien gefördert werden. Von der Urgeschichte bis ins späte Mittelalter war der Albrun ein wichtiger Übergang über den Alpenhauptkamm. In Schmidigehischere und an mehreren anderen Orten im Tal wurden keltische und römische Gräber gefunden mit wertvollen Fundgegenständen. Diese konnten dank der Stiftung Graeser Andenmatten gerettet werden und sind heute im Regionalmuseum zu bewundern. 1883 wurde in Binn das Hotel Ofenhorn eröffnet. Das traditionsreiche Hotel wurde Mitte der achtziger Jahre durch die Genossenschaft Pro Binntal erworben und stilvoll restauriert. Es ist ein wichtiger Zeuge der Belle Epoque, der Gründerzeit der Schweizer Hotellerie.
• Mineraliengrube Lengenbach bei Fäld (Imfeld), während des Sommers Führungen am Mittwochnachmittag • Weiler Fäld (Imfeld), intaktes Ortsbild von nationaler Bedeutung (ISOS-Inventar), schmucken Häusern und Stallscheunen sowie der Martinskapelle • Privates Mineralienmuseum in Imfeld (Fäld) (www.andre-gorsatt.ch) • Regionalmuseum mit drei Abteilungen: Mineralien, Volkskunde und Archäologie, in Schmidigehischer (Binn-Dorf) (www.binn.ch) • Historisches Hotel Ofenhorn in Binn, Eröffnung 1883 (www.pro-binntal.ch) • Pfarrkirche St. Michael Wilere/Binn • Weiler Schmidigehischere und Weiler Wilere: Ortsbild von nationaler Bedeutung (ISOS-Inventar)