Wanderung: Der Chrüzlipass stellte früher die wichtigste Verbindung zwischen dem Kloster Einsiedeln und dem Kloster Disentis dar und wurde im Mittelalter in der Fortsetzung über den Lukmanierpass als Pilgerweg benützt. Vor der «Erschliessung» der Schöllenenschlucht diente er ebenso als Säumerpfad. Gleich zweimal durchquert man das Aaremassiv, das die ältesten Gesteinsformationen der Alpen miteinschliesst. Eine phantastische Bergwelt mit von Gletschern ausmodellierten Tälern und herrlicher Alpenflora belohnt die steilen Auf- und Abstiege.
Vom Bahnhof Sedrun geht es zuerst westwärts bis Camischolas. Dann folgen wir dem Strembach in das unberührte Val Strem, vorbei an den beeindruckenden Wasserfällen bei Bauns. Mit etwas Glück können an den Hängen Steinböcke beobachtet werden. Je weiter wir ins Hochtal ... »
Geeignete Wanderzeit: Mitte Juni bis Oktober (je nach Schneeverhältnissen).
Variante(n):
Variante A: Vom Bahnhof Sedrun in östlicher Richtung, dann dem Drunbach entlang und über Valtgeva bis zum Val dils Calusters (kleine Brücke). Variante B: Ab Bauns in westlicher Richtung zur Alp Caschlè mit der Hexenplatte (Platta dil Barlot), einem sagenumwobenen Stein, auf dem sich herrlich picknicken lässt. Abstieg über Alp Milà nach Milà und Rueras usw. Variante C: Abstieg von der Alp Caschlè mit der Hexenplatte (Platta dil Barlot) über Foppa Verda nach Milà und Rueras usw. (ab Bauns: Länge 6.2 km / Wanderzeit: 3-4 h). Variante D: Kurz unterhalb Mittelplatten Abstecher in östlicher Richtung in etwa 30 Min. zum Lai della Stria (Hexensee). Dieser Rundhöckersee liegt unterhalb des Chrüzlistocks eingebettet in helle, abgeschliffene Felsen. Bei klarblauem Himmel ist der Farbkontrast wunderschön, und wenn es dazu noch windstill ist, spiegelt sich die Bergkulisse im See. Der See ist allerdings erst ab Ende Juli schneefrei. Es bestehen keine Wegmarkierungen. Variante E: Bei der Abzweigung Milà geradeaus weiter durch den Uaul Flurin, ins Val L’Ondadusa und über Sum Praus, Clavaniev, Camischolas zum Ausgangspunkt. Dieses Stück verläuft auf der Senda Sursilvana (Etappe 1).