Homepage: Free tour guide with over 7500 GPS tours and map overlays (MTB, alpine, ski, transalpine, biking, hiking, cycling, mountain bike etc.)
Im Reich des Schwindels

Im Reich des Schwindels

Tour description

Die Tour streift 6 Bergseen und beginnt beim Grössten, dem Lago di Sambuco.
Der schmale, exponierte Weg, auf dem teilweise getragen werden muss, folgt dem See auf der rechten Seite. Von Campo di Sotto über Grasso di dentro geht es in stetiger Steigung zum Lago del Narèt, schliesslich bergab zum Lago del Fornà
Ein Pfad führt zur Alpe di Garzonera, dann geht es talwärts auf einem breiten Weg. Nach der Überquerung des Baches verlässt man den markierten Weg und folgt einem vom Gras versteckten Karrenweg, der bei Corte Grasso di Dentro auf der Asphaltstrasse endet.
Nach wenigen Metern Strasse führt ein mit Wanderschildern gekennzeichneten Weg zu einer anfänglich anspruchsvollen Strecke, die sich in einen fabelhaften Single Track verwandelt. Weiter unten vorbei an Campo di Sotto fährt man zurück zur Staumauer.


Die kleinen Bergseen sind die Augen der Alpen. Auf ihren schillernden Wasserflächen widerspiegeln sich alle Stimmungen des Himmels: Die glühende Umarmung der Sonne, die mürrische Drohung eines Sommergewitters, der stumme Schrei der vom Wind zerrissenen Wolken. Wenn der Schnee im Winter mit seinem sterilen weissen Mantel alles zudeckt, findet die Seele der Berge Zuflucht in der Tiefe ihrer Pupillen.


3. September

Die Alp Campo la Torba ist eine der grössten im Maggiatal. Von den Ufern des Lago Sambuco aus betrachten wir die Weiden, die an den steilen Hängen hochklettern und die felsigen Gräte aufhellen. Lange waagrechte Narben durchziehen die Hänge. Man weiss nicht, sind es kühne Wege oder Brüche im Gelände, das so abschüssig ist, dass es der Schwerkraft nicht widersteht. Während wir die Landschaft betrachten, befällt uns ein leichtes Schwindelgefühl, auch wenn unsere Beine noch fest auf der Hochebene stehen.
Wir beginnen, auf der Strasse zu pedalen, die zum Naret führt: Mythos und Alptraum aller Tessiner Radfahrer. An der Schwelle zum Herbst herrscht wenig Verkehr, wir könnten den Aufstieg in aller Ruhe geniessen, wären da nicht diese Schwindel erregende Steigung und die brennende Sonne, die sich nicht an die gemäss Kalender mildere Jahreszeit hält. Der Nordwind kehrt schneeweisse Wolken auf und bläst sie matt gegen die Berggipfel.
Die Schranke der Alpen scheint jedoch zu widerstehen: Nur wenige schwache Quellwolken erreichen den südlichen Himmel und lösen sich in der klaren Luft rasch auf.
Die Strasse zu den oberen Bergseen ist sanfter. Wir befahren sie an der Seite eines heroischen Radfahrers, der in Locarno gestartet ist und dem Ende seines Leidenswegs entgegensieht: Manchmal schwankt er etwas im Sattel, denn er ist nicht fähig, eine genügende Geschwindigkeit einzuhalten, um das Gleichgewicht zu gewährleisten. Seine Hartnäckigkeit ist ein perfektes Beispiel des radfahrerischen Masochismus.
Der Damm des Naret empfängt uns mit seiner breiten Mauerkrone, ideal um sich von der Anstrengung zu erholen. Wir folgen der Talsperre auf der rechten Seite, die einen schönen Blick auf das Val Sambuco bietet, aber unverhofft auf einem kleinen Platz endet.
Ein kühner Weg zeichnet die ideale Fortsetzung der Linie des Staudammbogens und durchquert auf halber Höhe einen schroffen Hang. Der unbegründete Schwindel, den wir am Start verspürt haben, ist hier durchaus berechtigt: Der Weg ist schmal und exponiert: Selbst zu Fuss sind die ersten unwegsamen Felspassagen schwierig zu überwinden. Wir befürchten, der ganze Weg sei nur ein dünner Streifen Erde, festgemacht an den Grasbüscheln der steilen Wiesen. Es gibt nur eine Möglichkeit, diese Zweifel zu bestätigen oder zu zerstreuen: Wir schultern das Fahrrad und gehen vorwärts.
Nachdem wir die erste Kuppe überwunden haben, wird der Weg ruhiger, wir können sogar einige Meter in die Pedale treten. Die zweite Kuppe enthüllt überraschend den Lago del Fornà, etwa hundert Meter weiter unten.
Der See ist ein wahrer Schmelztiegel von Grundfarben, die sich auf seiner Oberfläche und in der Tiefe vermischen, bis ein wandelbares expressionistisches Gemälde entsteht. Die zerklüfteten Felsen rundherum sind sehr steil, nicht einmal das Gras kann sich an ihnen festklammern. Nur weiter unten gewähren uns die Berge eine Ruhepause vor dem Wasser, das in kleinen Rinnsalen zu Tal fliesst. Doch die Ruhe dauert nicht lange, denn ein weiterer Absturz verwandelt es wieder in einen dröhnenden Wasserfall.
Auf der Strecke gegen das Seeufer wechseln Akrobatik erfordernde Fahrten im Sattel ab mit geschultertem Fahrrad, während die Hände und Füsse am Felsen nach Halt suchen. Als wir die von den Gletschern gegrabene kleine Mulde betreten, die einzige ebene Oase in der vertikalen Struktur, stossen wir einen Seufzer der Erleichterung aus.
Weil wir nicht wissen, wie die restliche Strecke aussieht, brechen wir sofort wieder auf und packen eine exponierte Traverse an, die uns endlich an sanftere Hänge bringt. Die weiss-roten Wegweiser zeigen gegen den Himmel.
Wir folgen ihnen und keuchen über die von Felsbrocken übersäten Wiesen, die Mountainbikes immer im Schlepptau. Unverhofft wird der Weg breiter, als finde er uns – nachdem er uns auf die Probe gestellt hatte – würdig, ihn zu betreten. Nach all den Mühen, um dort hinauf zu gelangen, flitzen wir zufrieden und beinahe ungläubig auf der breiteren Spur, die den Hang zweiteilt und uns hinter jeder Kurve neue Aussichten schenkt.
Der Maultierpfad bringt uns bis zur Alpe di Garzonera, biegt dann nach rechts ab und verläuft einige hundert Meter geradeaus. Dann geht es wieder entschieden talwärts auf einer breiten und flüssigen Piste. Nachdem wir einen Bach überquert haben, biegen wir nach links ab, verlassen den markierten Weg und folgen einem vom Gras versteckten Karrenweg, der uns beim Corte Grasso di Dentro auf die Asphaltstrasse zurückbringt.
Nach wenigen Metern Strasse finden wir einen neuen, mit Wanderschildern gekennzeichneten Weg. Auch diese Strecke ist anfänglich anspruchsvoll, verwandelt sich aber in einen fabelhaften Single Track. Weiter unten empfängt uns Campo di Sotto mit den letzten Sonnenstrahlen, von denen die Berge in ein goldenes Kleid gehüllt werden. Wir können uns leicht vorstellen, in welchen herrlichen Farben das Wasser des Bergsees zu dieser Stunde erstrahlt.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Note(s)

Achtung Extremtour mit langen Tragpassagen und sehr ausgesetzten Stellen! Der Weg ist teilweise nur schwer auffindbar!
Nicht fahrbar: 35 - 50 Min.
Jahreszeit: Juli - Oktober
Fahrtechnik: 5
Kondition: 3
Zu Fuss: Grasso di Dentro - Naret_3 Std.


Create your own tour review

How pleased would you have been to receive tips or advice before a tour or on an area?

Be the first person to write a review of this tour! A review can be created in just 3 minutes — rate a tour and help others.



Places along the route: Lago di Sambuco - Campo di Sotto - Grasso di dentro - Corte dei Laghetti - Lago Scuro - Lago del Narèt - Lago del Fornà - Garzonera - Grasso di dentro - Campo di Sotto - Lago di Sambuco


Webcams

Key figures for the last 12 months (since September 2015)

5848

Views

List view (without GEO map) of the tour together with other tours
1461

Tour detail views

View of the detailed tour information (e.g. this page)
51

Completions

References to the tour sheet
31

Mobile look ups

With the GPS-Tracks app for iPhone or Android

Popularity index

Compared with all other Mountain bike tours in the Ticino region

Tour history (B01854)

First published: Freitag, 13. März 2009

Last updated: Montag, 8. Juni 2015

Tour published by: Presented by www.ascona-locarno.com

Tour characteristics

Distance: 25.8 km | Time requirement: 3½ h
Ascent: 1029 m | Descent: 1029 m
Highest point: 2366 m.a.s.l.

Difficulty S3

Printing, information

See also

Ascona-Locarno Tourist Office
Infodesk Vallemaggia
Centro Commerciale
CH - 6673 Maggia
Tel.: +41 (0)91 753 18 85
Fax: +41 (0)91 753 22 12
vallemaggia@ascona-locarno.com
www.ascona-locarno.com