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Maruso, auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Maruso, auf dem Weg zur Unsterblichkeit

Tourenbeschreibung

Maruso erklimmen wir auf einer steil ansteigenden Asphaltstrasse. Die letzten paar Meter müssen wir die Bikes sogar tragen. Die Talfahrt ist steil, kurvig und von zahlreichen mehr oder minder hohen Stufen besetzt. Die Abfahrt gilt als bockig und teilweise nicht ganz ungefährlich (vor allem wenn Laub Hindernisse und Schwierigkeiten überdeckt).
Das dazwischenliegende Kloster Santa Maria bietet eine willkommene Pause von den Herausforderungen dieses Trails.


Die Riviera ist das Reich der Kastanie: Der «Brotbaum» ist bis auf eine Höhe von tausend Metern unangefochtener Herrscher des Waldes. In den Wäldern oberhalb der Dörfer im Talgrund findet man Exemplare, die gigantische Dimensionen erreicht haben. Die stämmigen und knorrigen Bäume, haben die Wech­selfälle der Geschichte überlebt, um uns eine Empfindung der Unsterblichkeit zu schenken. Vielleicht pulsiert die gleiche in den alten Mauern des Klosters, das zwischen diesen Bäumen verborgen ist?


3. November

Ein breiter Schuttkegel durchneidet am Eingang der Riviera die Schwemmlandebene und dämpft den reissenden Fluss Ticino, indem es ihn auf die gegenüberliegende Seite des Tales abdrängt. Auf den erhöhten Terrains, die fächerartig von den Strassen in Claro ausgehen, von der an den Wald gelehnten bäuerlichen Siedlung bis zu den modernen Villen, die allmählich Wiesen und Weiden überschwemmt haben. Vom Scheitelpunkt dieses Kegels verschwindet eine Strasse bergwärts: Es ist der Aufstieg zum Kloster Santa Maria, und hier beginnt unsere Tour.
Von den ersten Kurven an stellen wir fest, dass es recht mühsam wird: Die Steigung ist erheblich, und die Strasse scheint sich an die Wurzeln der Kastanienbäume zu klammern wie wir an die Lenkstange des Fahrrads. Nach einer Reihe von rasch aufeinander folgenden Kurven gelangen wir an eine Gabelung: Rechts geht es hinauf zum Kloster, links in Richtung Maiensässe. Wir wählen die zweite Option: Die Steigung nimmt noch zu, als ob der Asphalt Eile hätte, den Kastanienwald zu verlassen und sich an der Sonne zu wärmen.
Nach einigen Kilometern unterliegen die Bäume dem Gras, und wir müssen ohne Anhaltspunkte durch die verwilderten Wiesen radeln. Nach der Karte sollten wir schon am Ziel sein, aber in der kahlen Alplandschaft wird keine Veränderung sichtbar. Wir hegen den Verdacht, die Strasse sei bis zum Pizzo di Claro verlängert worden. Der ersehnte Bestimmungsort erwartet uns hingegen einige Kilometer weiter, an einem vom Wald eroberten Hang. Von den Hütten von Maruso fehlt noch jede Spur: Sie befinden sich hinter einem dichten Baumgürtel, der sie vor dem Wind und der Invasion der Autos schützt. Nur ein Weg klettert in ihre Richtung, doch er ist zu steil, um im Sattel bewältigt zu werden.
Der Stolz zwingt uns jedoch, nicht aufzugeben. Also nehmen wir die Fahrräder auf die Schultern und setzen den Aufstieg zu Fuss fort. In wenigen Minuten erreichen wir die Lichtung der Monti, von denen der Blick über das ganze Tal reicht, von Bellinzona bis zu den sanften Formen der Berge im Sottoceneri.
Die Talfahrt beginnt schwierig: Nachdem wir auf den Platz zurückgekehrt sind, schlagen wir einen schmalen und steilen Stufenweg zwischen den Kastanienbäumen ein. Der Zustand des Weges wird aber bald besser, das einzige Problem sind die zahlreichen trockenen Blätter, die das Terrain bedecken und unsere Reflexe jedes Mal auf eine harte Probe stellen, wenn wir über ein verstecktes Hindernis straucheln.
Die Präsenz des Menschen ist zwar unauffällig, aber immer noch gut sichtbar: Kurze Stufen lassen die steileren Passagen leichter überwinden; rätselhafte Trockenmauern, die oft eingestürzt und zu traurigen Steinhäufchen geworden sind, schlängeln sich zwischen den hundertjährigen Bäumen hindurch. Diese handgefertigten Werke verdienen Respekt, denn jeder Stein, der auf den Boden rollt, ist ein Zeugnis, das für immer verloren gegangen ist.
Nach einer langen Reihe von Kurven und Gegenkurven wird der Weg ebener. Die Sonne bricht sich Bahn zwischen den teilweise schon kahlen Ästen und streichelt die Felsen und das rötliche Farnkraut, das sich im Unterholz ausbreitet. Ein kleiner Umweg abseits der markierten Strecke bringt uns zu einem Aussichtspunkt, steil über einer Felswand.
Zweihundert Meter weiter unten, auf einem bewaldeten Felsvorsprung, scheint das Kloster Santa Maria im eigenen Licht zu strahlen, während das Tal im Schatten seiner hohen Berge versinkt.
Wir setzen die Talfahrt fort, jetzt auf einer langen Querstrecke. Dann senkt sich der Weg wieder entschiedener und die Schwierigkeiten nehmen zu. Auf den schwierigsten Passagen, wo auch die Stufen unter dem trügerischen Mantel der trockenen Blätter verschwinden, ziehen wir es vor, aus dem Sattel zu steigen und zu Fuss weiterzugehen. Eine letzte mühsame Teilstrecke bringt uns vor die Klostertore, wo wir der Fahrstrasse begegnen. Die Talfahrt kann aber auf einem Maultierpfad fortgesetzt werden: Er führt vorerst unauffällig an den schlichten Klostermauern entlang und taucht dann wieder in die dichte Vegetation ein. Der Pfad ist beinahe vollkommen gepflastert, doch Jahrhunderte von Wallfahrten haben die Steine glatt und abgenutzt werden lassen. Hier ist es schon eine echte Leistung, auch nur das Gleichgewicht halten zu können.
Während wir uns unerbittlich dem Ende unserer Tour nähern, trocknet der kühle Hauch des Abends den Schweiss auf unserer Haut. Die Mühe ist verblasst; die langen Aufstiegsrampen und die zu Fuss zurückgelegten Strecken erscheinen nur als bedeutungsloses Detail. Die Kastanien sind noch dort, wo wir sie bei unserem Aufbruch zurückgelassen haben: Ein Tag weniger auf dem Weg zur Unsterblichkeit.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Variante(n)

Variante A: Für einen kleinen Wegzoll (bezahlbare Barriere) kann der Aufstieg mit dem privaten PW geshuttelt werden.


Hinweis(e)

Nicht fahrbar sind 5 - 15 Minuten (Ende Teerstrasse bis Maruso - 150 Höhenmeter - kann ausgelassen werden). Der Trail enthält einige sehr knackige Stellen. Sturzräume bestehen meistens aus Steinplatten - Schildkrötenmontur ist daher sehr empfehlenswert.


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Orte an der Route: Claro - Censo - Maruso - Monastero di Sta Maria - Claro


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

5777

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Popularitäts-Index

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Geschichte der Tour (B01863)

Erste Publikation: Freitag, 13. März 2009

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 3. Juni 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 14 km | Zeitbedarf: 2 h
Aufstieg: 877 m | Abstieg: 877 m
Höchster Punkt: 1145 m.ü.M.

Schwierigkeit S2

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Biasca e Riviera
Contrada Cavalier Pellanda 4
CH-6710 Biasca
T +41 (0)91 862 33 27
F +41 (0)91 862 42 69
biasca@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch