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Santo Stefano al Colle

Santo Stefano al Colle

Tourenbeschreibung

Miglieglia ist ein malerisches Dorf im Malcantone, eingebettet in eine Landschaft, die von Kastanienwäldern geprägt wird.
Neben der Kirche, die es zu besichtigen gilt, schlagen wir einen Zwischenhalt bei der ebenfalls dem heiligen Stephan geweihten Pfarrkirche und dem legendären «Castello di Miglieglia« vor. Die Kirche wurde 1634 errichtet und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut. Die Burg, von der nur Ruinen übriggeblieben sind, steht unterhalb des Dorfes, am Weg der Wunder. Sie war auf einer Moräne errichtet worden, von der aus der mittlere Teil des Flusses Magliasina überblickt werden kann. Der Ursprung bleibt ein Rätsel. Weder die Bauzeit, noch die Funktion des eindrucksvollen Bauwerks konnten einwandfrei nachgewiesen werden. Man nimmt an, dass die Burg zu einer Linie von Festungswerken gehörte, die das ganze Tal, von Ponte Tresa bis nach Arosio, zu verteidigen hatte.

Das Gebiet weist zahlreiche Zeugnisse der bäuerlichen Bauweise und Spuren aussergewöhnlicher Ereignisse auf, die auf verschiedenen Themenwegen erkundet werden können. Sehr bekannt ist der «Sentiero delle Meraviglie» (Weg der Wunder), den man von den nahen Dörfern Novaggio oder Aranno angehen kann.
Es ist ein Spaziergang zwischen den Schätzen unserer Urgrosseltern: die alte Mühle, Brennöfen, Hammerschmiede, Bergwerke, Burgruine, Trockenmauern und ein Auenwald. Nach der Besichtigung der Kirche empfehlen wir einen Ausflug auf den Monte Lema (1624 m ü. M.), der eine unvergleichliche Aussicht bietet. Er ist zu Fuss (2h 30) oder mit der Kabinenbahn (10 Min.) erreichbar. Auf dem Gipfel befinden sich ein Restaurant mit Herberge, eine Sternwarte und ein Naturpark. Der Berg dient auch als idealer Startplatz für einen Flug mit dem Hängegleiter. Der Blick schweift über die Bündner und Berner Alpen und die Walliser Gipfel und erstreckt sich über die Poebene bis nach Mailand. Miglieglia und der Monte Lema sind auch Ausgangs- oder Ankunftspunkte einer berühmten Durchquerung auf einem bequemen Weg, der auf dem Gebirgskamm hinüber zum Monte Tamaro führt.


Sehenswürdigkeiten:

Santo Stefano al Colle
Die antike Kirche Santo Stefano befindet sich in leicht erhöhter, dominierender Lage oberhalb der Ortschaft, umgeben vom Dorffriedhof. Die Pfarrkirche darf nicht verwechselt werden mit einer andern Kirche, die mitten in Miglieglia steht und ebenfalls dem heiligen Stephan geweiht ist.
Der Glockenturm und der Chor gehen auf die Romanik zurück, das Kirchenschiff hingegen wurde in der Zeit der Gotik vollständig erneuert. Der viereckige Chor liegt eine Stufe höher als das Schiff und wird von einem Kreuzgewölbe überspannt. Die Fassade auf der Westseite weist über dem spitzbogigen Portal, das oben mit einem Kreuz verziert ist, zwei kleine Rundbogenfenster auf und darüber eine kreisrunde Öffnung . Von aussen betrachtet, wird der Chor durch Lisenen und Bögen, die von schmucklosen Konsolen gestützt werden, gegliedert. Die gleiche Gliederung wiederholt sich am schlanken Glockenturm: Die gekoppelten Fenster mit Rundbögen der beiden oberen Stockwerke werden von einfachen Halbsäulen ohne Basis und Kapitelle getragen. Im Innern des Chors sind die Fresken mit der Jahreszahl 1511 zu beachten. In den Hauben des östlichen Kreuzgewölbes sieht man den segnenden Erlöser auf dem Thron, auf rotem Grund, mit dem offenen Buch des Lebens, von einem mandelförmigen Heiligenschein umgeben, der vom heiligen Markus und einem Engel gestützt wird. Gegenüber die Heiligen Ambrosius und Augustinus, an einem Pult sitzend, überragt von architektonischen Elementen aus Gusseisen. In den Hauben des nördlichen Kreuzgewölbes die Heiligen Hieronymus und Lukas mit einem Engelchen, dann Johannes und Gregor. Die darunter liegenden Flächen sind von Engeln mit Trompete besetzt. Auf der Ostseite sieht man Christus am Kreuz mit den beiden Schächern, links die Heiligen Stephan und Antonius, im Hintergrund die Stadt Jerusalem. Die seitlich angebrachten schilderförmigen Bögen umschliessen die Geburt Christi und die Anbetung der Könige. Unten sind auf beiden Seiten und an den Stirnseiten des Chorbogens die zwölf Apostel zu sehen. Auch die Unterseite des Chorbogens ist mit Medaillons verziert, in denen die Figuren der Propheten eingefügt sind. Zuoberst im östlichen Querbogen des Kirchenschiffs prangt das Lamm Gottes. Auf der rechten Seite des zweiten Bogens die heilige Katherina (gemalt 1479) und links die verblasste Figur eines alten Heiligen.
Die 1970 teilweise restaurierte Kirche war und ist noch heute der Ort eines frommen Brauchs, der auf der Tradition des «Apostolario» (Bitte um einen Gnadenerweis der Apostel) beruht.
Die Redewendung «Andà a apostolà a Mioia» bezieht sich auf eine besondere Form der Volksfrömmigkeit, die noch heute lebendig ist und als Ausdruck des Glaubens Beachtung verdient. In einigen Tessiner Kirchen wird ein Fruchtbarkeitsritus gepflegt, der im örtlichen Brauchtum verankert ist, auch wenn es keine schriftlichen Quellen gibt, die eine detaillierte Wertung und eine genaue historische Einordnung erlauben würden. Diese besondere Form der Heiligenverehrung blieb den schwangeren Frauen vorbehalten, die Grund hatten zur Annahme, ihr werdendes Kind schwebe in Gefahr. Sie begaben sich dann in die Kirche, in deren Apsis die Fresken der zwölf Apostel zu sehen sind. Die Frau erhielt zwölf Kerzen, die sie vor den je sechs Aposteln auf beiden Seiten der Apsis anzündete. Früher waren die Kerzen mit ein paar Wachstropfen an der Wand befestigt worden, wie die noch heute sichtbaren Wachsspuren am Mauerwerk beweisen.
Dann wurde eine heilige Messe gelesen und Litaneien gesungen. Nach und nach erloschen die Kerzen. Die Frau und ihre engsten Angehörigen begleiteten die langsame Abnützung der Kerzen mit ihren Gebeten. Das Neugeborene wurde auf den Namen des Apostels getauft, vor dem die letzte Kerze erloschen war und seinem besonderen Schutz unterstellt. Dieser volkstümliche Brauch wurde vermutlich auch in San Vigilio in Rovio, San Remigio in Corzoneso und San Bartolomeo in Croglio ausgeübt.
Der Ritus des «Apostolario» war bis gegen 1950 stark verbreitet. Es scheint jedoch, dass noch heute junge Frauen nach Miglieglia gehen, um eine glückliche Schwangerschaft und Geburt zu erbitten.

Pfarrkirche von Miglieglia
erbaut 1634, auch sie dem heiligen Stephan gewidmet, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Barockstil umgebaut.

Burgruinen
unterhalb des Dorfes. Vermutlich handelt es sich um eine Festungsanlage, die das ganze Tal von Ponte Tresa bis nach Arosio zu verteidigen hatte.

«Sentiero delle Meraviglie» (Weg der Wunder), von Novaggio oder von Aranno aus. Es sind zu bewundern: eine alte Mühle, Brennöfen, Hammerschmiede in Aranno (mit Wasserkraft betrieben, im Jahr 1992 restauriert, steht nun den Besuchern offen (eine der letzten dieser Art im Tessin), Bergwerke, Trockenmauern, Auenwald.


In der Umgebung:

Ethnographisches Museum in Curio
ständige Ausstellung über die Tätigkeit der Bevölkerung des Malcantone bis gegen die Mitte des 19. Jahrhunderts: Jagd, Fischerei, Landwirtschaft, Handwerk, Viehzucht, Weinbau, Brauchtum und Traditionen.
April- Oktober, Donnerstag und Sonntag 14-17

Monte Lema (1624 m ü. M.)
Aussichtspunkt, erreichbar zu Fuss (2h 30) oder mit der Kabinenbahn (10 Min.)


Variante(n)

Variante A: Miglieglia - Monte Lema - Miglieglia (mit der Kabinenbahn)(- 4.5 km / -880 hm)


Hinweis(e)

Empfohlene Jahreszeit: April - Oktober


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Orte an der Route: Miglieglia - S.Stefano - S.Stefano al Colle - Roncascio - A.Boscone - Monte Lema - Miglieglia


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

1319

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16

Begehungen

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38

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Popularitäts-Index

Verglichen mit allen anderen Wanderungen in der Region Ticino

Geschichte der Tour (B00898)

Erste Publikation: Donnerstag, 11. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Dienstag, 28. Januar 2014

Tour publiziert von: Presented by www.luganoturismo.ch

Tourencharakter

Distanz: 5.5 km | Zeitbedarf: 4½ h
Aufstieg: 1621 m | Abstieg: 1621 m
Höchster Punkt: 924 m.ü.M.

Schwierigkeit T2 Bergwandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Ente Turistico del Luganese
Piazza Lago
CH-6987 Caslano
Tel: +41 (0)91 606 29 86
Fax: +41 (0)91 606 52 00
E-Mail: info@malcantone.ch
Internet: www.luganoturismo.ch

Funivia Monte Lema
CH-6986 Miglieglia
Tel: +41 (0)91 609 11 68
Fax: +41 (0)91 609 10 03
Internet: www.montelema.ch
E-Mail: info@montelema.ch

Broschüre:
Il Ticino contemplativo; Die Orte der Wunder; Nr.4