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Der Monte Gambarogno, Begegnung mit dem Schnee

Der Monte Gambarogno, Begegnung mit dem Schnee

Tour description

In Vira Gambarogno beginnt der Aufstieg und klettert mit vielen Spitzkehren die Hänge hoch, die sich im See spiegeln. Nach einer langen Schräge erreichen wir schon bald den Passo di Neggia. Wenige Meter entfernt finden wir eine Schotterstrasse, die an den Hängen des Monte Gambarogno hochklettert und sich schon bald zu einem schmalen Pfad verengt. Der Hang wird immer steiler und das Bike muss zeitweise getragen werden. Auf dem Grat angekommen vergessen wir die Mühen aber sofort. Eine wunderschöne Aussicht auf unberührtes Gelände eröffnet sich. Die Abfahrt führt auf einem ebenen Weg nach Westen ins stille Valle di Cedullo, und weiter auf einen wenig steilen Single Track, der sich schräg den Hang entlang hinunter schlängelt. Später weist die Strecke dann doch noch einige kleine Hindernisse auf, die schwer zu überwinden sind. Dann folgt aber schon wieder eine ebene Passage, die auf offenes Gelände bei der Alpe Cedullo führt. An der Schwelle der Lichtung biegen wir nach rechts ab und schlagen eine lange Traverse in Richtung Monti di Vairano ein, bis wir schliesslich die Asphaltstrasse erreichen und überqueren. Auf der andern Seite wartet ein weiterer holpriger Pfad, der die direkte Richtung zum See einhält.


Nachdem er lange mit Almen und Gipfeln gespielt hat, fällt Anfang Dezember auch in geringer Höhenlage der erste ausgiebige Schnee und besiegelt das Ende der Radfahrsaison. Bevor wir das Mountainbike in einer Kellerecke versorgen, wollen wir aber noch eine letzte Tour unternehmen. Das Ziel ist der Monte Gambarogno: ein ebenso rauer und unwegsamer wie faszinierender und spektakulärer Berg, eine perfekte Synthese aller Gipfel, die wir während des Jahres entdeckt und kennen gelernt haben.


7. Dezember

Die Morgenluft am linken Ufer des Lago Maggiore ist kalt und schneidend, und ein gespenstischer Nebel steigt aus dem Boden auf und umhüllt die Wälder und Dörfer. Es nützt nichts, die Sonne anzurufen: Sie zieht eine zu tiefe Bahn, um sie oberhalb der Umrisse unserer Berge auftauchen zu sehen. Bevor wir aufbrechen, ziehen wir deshalb den Kopfschützer und dicke Handschuhe an; jede Ritze der Wärmejacke wird sorgfältig verschlossen.
Der Aufstieg beginnt in Vira Gambarogno und klettert mit vielen Spitz­kehren die Hänge hoch, die sich im See spiegeln. Nach einer langen Schräge finden wir wieder den Weg auf die Alpe di Trecciura: Wir hatten ihn im warmen, bunten Septemberlicht entdeckt, doch die damals luftigen Wälder sind heute grau und trübsinnig, und das Lied des Wildbach ist im Talgrund nicht mehr zu hören. Der einzige Landschaftsschmuck ist der kurzlebige Teppich der Eiskristalle an den düsteren Felswänden.
Als wir den Wald verlassen, begrüsst uns endlich die Sonne, vom unschuldigen Lächeln des Schnees begleitet.
Mit wenigen Pedaltritten erreichen wir den Passo di Neggia, wo die Strasse katzenhaft eine Krümmung überspringt und sich dann in die gewundenen Arme des Valle Veddasca wirft. Hier wird die Lage schwieriger: Der Wind wütet ungehindert, die Kristalle des Raureifs prasseln uns ins Gesicht und bleiben bei jedem Atemholen in der Lunge stecken.
Wir schauen uns um: Auf der rechten Seite, wenige Meter vor dem Pass, finden wir eine Schotterstrasse, die an den Hängen des Monte Gambarogno hochklettert. Wir folgen ihr vertrauensvoll, doch nach wenigen Minuten verengt sich der Karrenweg zu einem schmalen Pfad. Wir nehmen es in Kauf, schultern die Fahrräder und gehen zu Fuss weiter. Der Hang wird immer steiler, die Schneeschicht verbirgt den Boden und hindert unser Vorankommen. Wir marschieren mit hängendem Kopf weiter, die Hände und Füsse sind eisig kalt. Es ist eher die Kälte als der Abenteuergeist, der uns antreibt. Meter um Meter, beinahe ohne uns gewahr zu werden, erreichen wir den Grat.
Die Aussicht vom weissen Bergkreuz aus lässt uns die Mühen sofort vergessen. Der See und der Himmel schimmern in der gleichen blassen Eisfarbe, während der Schnee jedes Geräusch dämpft und die Berge in eine tiefe, irreale Stille hüllt. Das Gelände rund um uns ist unberührt, nur unsere Spuren sind zu sehen: Wir sind die ersten Lebewesen, die dieses Schauspiel geniessen.
Weil wir die Bedingungen der Abfahrt nicht kennen, brechen wir unverzüglich auf. Wir schlagen einen ebenen Weg nach Westen ein, ins stille Valle di Cedullo, wo uns die Sonne voll ins Gesicht scheint und die Kälte ein wenig mildert. Dann nehmen wir die Talfahrt entschieden in Angriff. Einen verschneiten Hang mit dem Mountainbike zu bewältigen, verlangt viel Sensibilität: Man muss hören, wie sich das Fahrrad verhält und seine brüsken Bewegungen unterstützen. Es ist wie bei einem wilden Pferd, das nicht gezähmt werden will. Zum Glück ist der Single Track nicht sehr steil. Er schlängelt sich schräg den Hang entlang und lässt uns die meiste Zeit im Sattel bleiben. Nach und nach wird der Schneemantel dünner, bis er sich in zahllose Bächlein auflöst, die den Weg in einen Morast verwandeln. Während der Abfahrt müssen wir den Mund geschlossen halten, um keinen Schlamm zu essen. Jedenfalls sind wir nach wenigen hundert Metern von Kopf bis Fuss schlammbedeckt.
Als wir wieder die Baumgrenze erreichen, wird der Boden fester, doch die Strecke weist eine Reihe von Stufen und natürlichen Hindernissen auf, die schwer zu überwinden sind.
Es folgt eine leichte, ebene Passage, die uns endlich auf offenes Gelände bringt. Wir sind in Cedullo, einer derzeit leeren kleinen und ruhigen Alp, die im Sommer durch den Agritourismus stark belebt wird.
An der Schwelle der Lichtung biegen wir nach links ab und schlagen eine lange Traverse in Richtung Monti di Vairano ein. Flüssige Strecken wechseln ab mit solchen, die holpriger und ausgesetzt sind, bis wir schliesslich die Asphaltstrasse erreichen. Wir überqueren sie: Auf der andern Seite erwartet uns ein weiterer holpriger Pfad, der die direkte Richtung zum See einhält.
Unsere Talfahrt geht noch weiter, durch Wälder und Lichtungen. Wir besuchen Maiensässe, zerfallene Ställe, von Farnkraut und Birken besetzte Weiden.
Plötzlich weitet sich unser Blickfeld. Rund um uns erscheinen tausend Berge, tausend andere Herausforderungen erwarten uns: Wann wird es wieder Frühling?

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Variants

Variante A: Etwas einfacherer Abstieg. Zwischen Alpe Cedullo und St. Anna Kapelle muss das Bike ca. 5 Min. geschoben werden.
Variante B: Es ist auch möglich, eine «Etage» höher zu starten. Man erspart sich 150 Höhenmeter und regen Autoverkehr.
Variante C: Einmal pro Tag - am Morgen - fährt von S. Nazzaro zur Alpe di Neggia ein Postauto (fährt auch am Wochenende). Dieses kann eine beschränkte Anzahl Bikes transportieren. Man erspart sich so den eher langweiligen Aufstieg und 1175 Höhenmeter.


Note(s)

Nicht fahrbar sind 30 - 50 Minuten (ab Alpe di Neggia bis M. Gambarogno - 225 Höhenmeter und zusätzlich einige Stellen auf der Abfahrt).


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  • Traumatische Erfahrung vom 7. Mai 2016 Der Anstieg bis aufs Grat des Monte Gambarogno wurde im Tourenbeschrieb wahrheitsgetreu beschrieben. Allerdings ist der Abstieg von Anfang bis Ende ein einziger Alptraum. Es kann von allem anderen als teilweise ebener und fahrbarer Abfahrt die Rede sein! Wir würden diesen Weg nicht einmal den besten Downhillern empfehlen! Wir sind vier gute bis sehr gute Biker, mussten jedoch das Bike vom Grat bis praktisch hinunter zum Parkplatz in Vairano tragen (mit Ausnahme der holprigen Treppen auf den letzten 200 m) und dies über einen steilen, mühevollen, felsigen und teilweise gefährlichen „Weg“. (aus dem Boden ragende rostige Stahlpfähle und –platten, steile Felsen, etc.) Dieser Pfad ist weder für Wanderer und schon gar nicht für Biker geeignet! Nie wieder! A&N. Antonini / P&T. Cammarata

  • Ich bin die Tour früh Morgens gestartet. Bis Alpe di Neggia geht es in unendlich wirkenden Kehren hoch. Jedoch macht man so leicht die ca. 1300 Höhenmeter. Für den finalen Aufstieg (tragend) benötigte ich 30min. Die Abfahrt ist recht anspruchsvoll und ich musste immer wieder absteigen. Jedoch konnte man im oberen Teil recht viel fahren. Ich entschied mich die leichtere Variante via S. Anna zu nehmen. Jedoch habe ich mich schon gefragt was hier leichter ist. Denn ich habe leider viele Höhenmeter zu Fuss vernichtet. Für meinen Geschmack zu viele. Die fahrbaren Abschnitte waren wirklich ein Leckerbiss. Aber ich frage mich ob es nicht eine bessere Alternative gäbe.
    Tendency: Sehr viel Laub im Wald über den Steinen.

  • Bin von Ponte aus losgefahren, bis Neggia alles Asphaltstrasse, mehr oder weniger im Schatten. Tragestrecke von Neggia bis M. Gambarogno ca. 40 Min. Grandioser Tiefblick vom Gipfel nach Locarno und Ascona. Der Downhill ist deftig. Ich musste auch runter immer wieder Passagen schieben. Entweder bin ich ein Angsthase, oder ich hab mein Bike einfach zu gern; Vemutlich beides! Habe eine Variante zur Refugio St. Anna und runter nach Monti di Gerra gewählt. Die Strecke über Casenzano - Vairano - Piazzagno - Fosano ist empfehlenswert, weil Hoch über dem See alles auf Nebenstrassen gefahren werden kann.
    Special: Meine Empfehlung: Fahrzeug in Ponte am Schatten parkieren, Tour nur für gute/sehr gute Downhiller. Alle anderen (so wie ich) krampfen sich einen ab.



Places along the route: Vira Gambarogno - Fosano - Monti di Fosano - Alpe di Neggia - M. Gambarogno - Alpe Cedullo - Monti di Vairano - Vairano - Vira Gambarogno


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Tour history (B01866)

First published: Freitag, 13. März 2009

Last updated: Montag, 8. Juni 2015

Tour published by: Presented by www.ascona-locarno.com

Tour characteristics

Distance: 27.4 km | Time requirement: 4 h
Ascent: 1532 m | Descent: 1532 m
Highest point: 1734 m.a.s.l.

Difficulty S2

Printing, information

See also

Ascona-Locarno Tourist Office
Infodesk Gambarogno
Via Cantonale 29
CH - 6574 Vira Gambarogno
Tel.: +41 (0)91 795 18 66
Fax: +41 (0)91 795 33 40
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