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Monte Paglione

Monte Paglione

Tour description

Vom stillen Ufer des Lago Maggiore her gesehen, erscheint der Monte Paglione wie ein plumper, grasiger Vorsprung, der unter den zahllosen Wölbungen eines verworrenen Geländeprofils verschwindet. Nur wenn man den Gipfel besteigt, entdeckt man die aussergewöhnliche Schönheit eines unversehrten Gebiets, das aus üppigen Wäldern, sanften Wiesen in tausend Grüntönen und einem weiten, unendlich scheinenden Himmel besteht.


22. April

Eine leichte Frühlingsbrise weht warm über die Alpen. Sie senkt sich vom Maggiatal, dringt durch die alten Strassen und die Parks von Locarno, wo sie den leichten Duft der blühenden Kamelien aufnimmt, überquert schwungvoll die glänzende Fläche des Lago Maggiore, um sich schliesslich an den Ufern im Gambarogno aufzulösen.
Der Frühling rückt in grossen Schritten vor und verdrängt den Winter in ein weisses Band, das nur noch die höchsten Gipfel umgibt.
Der Wind wird stärker, über dem Wasser liebkost er einige schüchterne Segel. Wir schwingen uns in den Sattel und nehmen ebenfalls Kurs in Richtung Süden. Es ist unser erster Ausflug dieses Jahres. Ein breites Lächeln schleicht sich auf unsere Lippen und verdrängt das letzte Zögern. Der Asphalt verläuft schnell und quietschend unter unsern schnittigen Rädern, im Nu fahren wir über die Grenze und erreichen die Ortschaft Maccagno.
In der Nähe der ersten Häuser zweigt eine Strasse vom Ufer ab, um in das stille Valle Veddasca einzudringen.
Hier erwartet uns die Aufnahmeprüfung der Radsaison: der erste echte Aufstieg, lang und unwegsam, an dem die Beine nicht mehr bluffen können. Wir müssen bald mit dem Schalthebel nach flinkeren Gängen suchen und schliesslich auf die kleinsten zurückschalten.
Wir folgen den Wegweisern nach Campagnano und kommen an einer kleinen, einsamen Kirche vorbei, die uns zu einer Ruhepause einlädt. Vom schattigen Kirchplatz aus entdecken wir ein aussergewöhnliches Panorama: senkrecht unter uns der See, gegenüber Cannobio, das sich hinter einem frühlingshaften Dunstschleier im Wasser spiegelt. Wir sitzen einige Augenblicke schweigend da, und es scheint beinahe, das Echo von den Anhöhen werfe das fröhliche Stimmengewirr des Markts an der Seepromenade zurück.
Dann schlägt die Strasse einen rhythmischen Tanz im Gras ein: Eine Reihe von steilen Spitzkehren überwindet die kahlen Hänge des Monte Cadrigna und bringt uns nach La Forcora. Nun sind wir im offenen Gelände und erahnen die Grossartigkeit dieses Erdwinkels, der zwischen seinen grünen Tälern die ungreifbare Tiefe des Wassers und der Luft erfasst.
Eine breite, ebene Schotterstrasse führt in Richtung Monterecchio. Was auf der Landkarte wie eine spärliche Ansammlung von namenlosen schwarzen Pünktchen aussah, erweist sich aus der Nähe als eine harmonische Gruppe von Steinhütten, die uns mit ihren lebhaften Farben verblüffen. Der Schotter hört nach wenigen Metern auf; es bleibt nur ein steiler, holpriger Weg. Die Müdigkeit macht sich bemerkbar, doch der Gipfel ist zu nahe, um jetzt aufzugeben. So schultern wir das Fahrrad und erklettern den steilen Hang zu Fuss.
Nach etwa zwanzig Minuten befinden wir uns auf einem grasigen Maultierpfad, den wir im Sattel zurücklegen können. Links huschen der Sasso Corbaro und der Monte Covreto vorbei, vor uns erscheint die schmucklose Silhouette des Paglione, den wir nach der Durchquerung einer weiten Mulde erreichen. Vom Gipfel aus vereinen sich die Fernblicke, die wir beim Aufstieg bewundert haben, zu einem zarten Mosaik, das die Täler und Berge einhüllt, um sich in der Stille und Weite des Himmels aufzulösen.
Der Abstieg beginnt auf einem steilen Weg, zwischen Gebüsch und hohem Gras. Nach wenigen Kurven werden die instinktiven Automatismen geweckt, die der Winter eingeschläfert hatte: Die Finger greifen hektisch nach den Bremshebeln, die Arme verlagern das Körpergewicht nach vorn und nach hinten, um Hindernisse zu überspringen, der Blick erkundet das Gelände auf der Suche nach den besten Passagen.
Nachdem die abschüssigste Strecke überwunden ist, dringt der Single Track in einen dichten Buchenwald ein und rollt rasch auf dem festen Gelände. Weiter unten nehmen jedoch die technisch anspruchsvollen Passagen zu: enge Kurven, steile Hänge, unter Blättern versteckte Felsbrocken und Kieselsteine sind ein geeigneter Trainingsplatz, um die Herrschaft über das Mountainbike wieder zu gewinnen.
Ein alter, gepflasterter Maultierpfad kündigt die Nähe der Monti di Sant’Abbondio an, einer schönen Gruppe von Ställen und Hütten, vom Wald umgeben. Ein im Schatten einer jahrhundertealten Kastanie sitzender Mann beobachtet uns verblüfft und versucht, unserer Anwesenheit einen Sinn abzugewinnen. Als er dann sieht, dass wir müde und erschöpft sind, will er uns helfen und empfiehlt uns den Weg nach rechts. Wir folgen seinem Rat, der sich als richtig erweist: Die Strecke ist flüssig und gut gepflegt, auch wenn wir hie und da von hohen Holzstufen durchgeschüttelt werden.
Zwischen den Bäumen hindurch erspäht man glitzernde Streifen des Sees, dann die ersten Häuser: Wir nähern uns Sant’Abbondio und bald werden unsere Räder wieder den Asphalt fressen.
Während wir die letzten Meter Wald durchfahren, verströmen nicht nur das Wasser, sondern auch das Gras und die Felsen Myriaden von Funken, als wollten sie sich bei der nun tiefer stehenden und schwächeren Sonne bedanken und ihr wenigstens etwas von dem empfangenen Licht zurückgeben.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Note(s)

Nicht fahrbar: 20-35 Min.
Jahreszeit: April - November
Fahrtechnik: 3
Kondition: 4
Zu Fuss: S. Abbondio - M. Paglione_3 Std


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  • Die Tour ist landschaftlich wirklich schön aber als Biketour - vor allem die Abfahrt - wohl nur von Spezialisten zu geniessen. Die Bewertung der Schwierigkeit mit S1 ist m.E. völlig abwegig. Bin vor 2 Wochen Rasa gefahren (mit S2 bewertet) und dort konnte ich die Abfahrt eigentlich geniessen, obwohl es viele Stellen gab wo ich vom Sattel musste. Aber das waren meist nur kurze Stellen. Hier, am Paglione, waren die oberen 500-700Hm für mich nur selten zu befahren. Der Weg ist fast immer sehr steil, sehr enge Kurven, hohe Stufen und die Mulattiera die erwähnt wird in einem schon ziemlich hergenommenen Zustand. Bei einzelnen Stellen hatte ich erhebliche Mühe um überhaupt absteigen zu können, vom Fahren ganz zu schweigen. Mein Vorschlag der Bewertung wäre S2 mit etlichen Stellen S3, wobei ich der Meinung bin, dass auch das noch durchaus hart bewertet ist.



Places along the route: Gerra - Maccagno - Campagnano - Musignano - La Forcora - Monterecchio - M. Paglione - Monti di S. Abbondio - S. Abbondio - Gerra


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Tour history (B01841)

First published: Freitag, 13. März 2009

Last updated: Montag, 8. Juni 2015

Tour published by: Presented by www.ascona-locarno.com

Tour characteristics

Distance: 38.4 km | Time requirement: 4¼ h
Ascent: 1442 m | Descent: 1442 m
Highest point: 1554 m.a.s.l.

Difficulty S1

Printing, information

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