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Das Obere Morobbiatal

Das Obere Morobbiatal

Tour description

Von Carena im Morobbiatal fahren wir auf einer Kiesstrasse gemächlich bergwärts zur Alpe di Giumello. Immer schwieriger zeigt sich die nun folgende Strecke über die Piano delle Pecore zur Buco di Giumello. Und dann beginnt die halbstündige Tragestrecke zur Bocchetta di Sommafiume, dem ersten Passübergang. Nach kurzer Abfahrt machen wir uns entlang des Mottone di Giumello in ständigem Auf und Ab auf den Weg zur Alpe di Giovo und weiter zum nächsten Pass, dem Passo San Jorio. Die Fahrt nach Giggio führt über steinige Wiesenwege. Nicht einfacher wird der zweite Teil der Abfahrt; tricky, kurvig und zum Teil etwas gefährlich, was wiederholte Schiebestrecken erfordert. Das letzte Stück der Tour bis nach Carena legen wir auf der Aufstiegsstrecke zurück.


In alten Zeiten war das Valle Morobbia ein wichtiger Transitweg, der Bellinzona mit dem Comer See verbunden hat. In den letzten Jahrhunderten wurde es allmählich vom internationalen Verkehr abgeschnitten, doch seine Isolation begünstigte das Aufkommen des Schmuggels als wesentliche Einkommensquelle der hiesigen Bevölkerung während der beiden Weltkriege. Diese Zeiten sind schon lange vorbei, doch die von der Geschichte geprägten Wege, die heute von den Touristen begangen werden, sind noch die gleichen wie damals.


25. Mai

Unsere Tour beginnt in Carena, wo die schöne Asphaltstrasse, die sich durch den unteren Teil des Morobbiatals schlängelt, einer leichten Schotterstrasse weicht. Wir fangen an in die Pedale zu treten, doch bald müssen wir eine enge Schlucht in Angriff nehmen, in der sich die Kurven unaufhörlich folgen, während neben uns dichter Wald, Flussabschnitte und die geheimnisvollen Ruinen des früheren Bergbaus vorbeiflitzen.
Plötzlich gelangen wir auf eine kleine Lichtung, von der zwei tiefe Täler ausstrahlen. Wir haben die Absicht, dasjenige auf der rechten Seite zu erklimmen und auf der linken Seite wieder abzusteigen. Bevor wir den Aufstieg fortsetzen, werfen wir jedoch einen besorgten Blick auf den Rückweg, den wir einschlagen wollen: Er ist schmal und holprig, verschwindet nach wenigen Metern in der Vegetation und hinterlässt ein Fragezeichen, das so schwer wie ein Felsblock wiegt.
Die Strasse auf der rechten Seite zieht sich mit langen geraden Strecken den Berg empor. Eine Schranke verbietet den Zugang für den Motorverkehr: Ein wahrer Segen für dieses Tal, das so seine Reinheit unversehrt erhalten hat. Ein Glück auch für uns, denn wir können kräftig in die Pedale treten und die gesunde Bergluft in vollen Zügen einatmen.
Der lichter werdende Lärchenwald kündigt die Ankunft auf der Alpe di Giumello an, die knapp oberhalb der Baumgrenze liegt. Das üppige Gras auf den Weiden wird in wenigen Wochen die Kühe erfreuen, die da oben ihre Sommerferien verbringen. Doch jetzt gehört dieses kleine Paradies nur uns.
Bei den Hütten verwandelt sich die Strasse in einen holprigen Maultierpfad, der uns zwingt, kleine Gänge zu wählen. Auf steilen und dann wieder flüssigeren Strecken erreichen wir den Piano delle Pecore, von dem aus der Blick über das ganze Valle Morobbia schweift. Hier stossen wir unverhofft auf einen kleinen See, in dessen schillernden Farben sich die ganze uns umgebende Bergwelt widerspiegelt.
Ein breiter, auf dem ersten Teilstück meistens fahrradtauglicher Weg führt in Richtung Süden. Erst als wir eine unwegsame Mulde, Buco di Giumello genannt, in Angriff nehmen, sind wir gezwungen, aus dem Sattel zu steigen. Der Weg ist zwar breit, aber ziemlich ausgesetzt. Mit den Gedanken verweilen wir bei den sfrositt, die ihn beladen wie Maultiere nachts zurücklegen mussten, um nicht von den Grenzwächtern überrascht zu werden.
Nach einer halben Stunde mit geschultertem Fahrrad erreichen wir den ersten Passübergang, die Bocchetta di Sommafiume. Auf der andern Seite erwartet uns eine neue Welt: Die Wiesen sind sanfter, die Täler weiter, und hin und wieder erspäht man vom Kamm aus lichtvolle Streifen des Comer Sees. Für den Abstieg wählen wir einen verschlungenen Maultierpfad, der wie Hunderte Kilometer Strassen und Schützengräben während des Zweiten Weltkrieges gebaut wurde: Unauslöschbare Narben, die für immer die Berge und das menschliche Gemüt verunstaltet haben.
Nach einer Strecke auf offenem Gelände senkt sich der Maultierpfad in Haarnadelkurven und dringt in den Schatten der Haselnusssträucher.
Wir durchqueren zahlreiche Bäche, die durch den Gewitterregen des Vortages angeschwollen sind, dann folgen wir auf halber Höhe den Wegweisern zum Giovo. Ein ständiges Auf und Ab, flüssige und holprige Strecken wechseln ab, sodass die Tour nie eintönig wird.
Die Berghütte Giovo im Hintergrund glänzt in ihrem weissen Kleid und scheint unsere Ankunft geduldig zu erwarten. Als wir sie endlich erreichen, steht die Sonne schon tief und wirft lange Schatten ins Valle San Jorio.
Wir beeilen uns, zum Pass aufzusteigen, doch die Müdigkeit macht sich bemerkbar. Obwohl der Schotter leicht befahrbar ist, müssen wir wieder auf den kleinsten Gang zurückgreifen.
Auf der andern Seite des San Jorio finden wir wieder die Sonne und zögern nicht, uns in die Ungewissheiten zu stürzen, die uns auf dem Weg ins Tal erwarten. Das erste Teilstück führt durch Wiesen, die mit Steinen jeder Grösse übersät sind, die manchmal die Fahrt mit dem Mountainbike sehr schwierig machen. Wir folgen den Wegweisern nach Giggio, mit dem Lago Maggiore stets vor Augen: Sein riesiges Visier hilft uns, die genaue Richtung zu finden.
Nachdem wir das staatliche Forstgut von Giggio erreicht haben, biegen wir ein paar Meter nach rechts ab und schlagen den rotweiss markierten Weg ein, der eine beinahe gerade Linie durch den Wald zeichnet. Die anspruchsvollen Passagen häufen sich, doch es gelingt uns, beinahe die ganze Abfahrt im Sattel zurückzulegen und nur die gefährlichsten Punkte zu Fuss zu bewältigen.
Nach zahllosen Kurven und Gegenkurven tauchen wir wieder im Wald wenig oberhalb Carena auf. Hinter uns, im Gewirr der Bäume, bleiben die Schatten der Schmuggler zurück: Die Nacht gehört nur ihnen.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Variants

Variante A: Etwas einfacherer Abstieg, mit der (Notfall-)Möglichkeit, komplett auf den Aufstiegsweg auszuweichen.


Note(s)

Nicht fahrbar sind 25 - 60 Min. vor der Btta di Sommafiume (180 Höhenmeter) sowie diverse kurze Schiebestellen auf der Abfahrt.


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  • Phantastische Tour! Die Wege auf der italienischen Seite sind alle in sehr gutem Zustand. Die Abfahrt vom Passo Jorio bringt auch bei guter Fahrtechnik ziemlich viele Tragepassagen. Die Lawinen haben viel Holz und Steine ins Tal getragen und die Wege z.T. verschüttet.
    Special: Besser von Giggio zur Alpe di Giumello hinüber und dann ins Tal oder von Giggio nördlich auf der Höhe nach Dosso di Prado und dann nach Carena hinunter.



Places along the route: Carena - Alpe di Giumello - Bocchetta di Sommafiume - Alpe Albano - Il Giovo - Passo S. Jorio - Giggio - Carena


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Tour history (B01844)

First published: Freitag, 13. März 2009

Last updated: Mittwoch, 3. Juni 2015

Tour published by: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tour characteristics

Distance: 27.6 km | Time requirement: 5 h
Ascent: 1463 m | Descent: 1463 m
Highest point: 2012 m.a.s.l.

Difficulty S2

Printing, information

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Bellinzonese e Alto Ticino
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