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Der Passo del Sole

Der Passo del Sole

Tourenbeschreibung

Von der Alpe Casaccia an der Lukmanierstrasse folgt man der Asphaltstrasse in Richtung Passhöhe. Nach wenigen Kilometern an der Kathedrale und dem Lago di Santa Maria fährt man auf einer Schotterstrasse, auf der man Kondition und Konzentration benötigt, zum Passo dell`Uomo.
Nun geht es teils steil bergab vorbei an der Alpe di Piora zum Lago Cadagno, den man umrundet. Von Cadagno bis zur Alpe Carorescio ist die Steigung stark, aber regelmässig. Nach einem weiteren Steilhang erreicht man den Passo del Sole. Von dort ist das erste Teilstück der Abfahrt schwierig und steil, geht dann in einfache Passagen über, zurück zur Alpe Casaccia.


Der verwirrende Bergrücken, der den Lukmanier vom Val Piora trennt, ist eine steinige Welt. Auf den ersten Blick scheint es, als ob die Felsbrocken in Eile aufgeschichtet worden und dann übereinander gepurzelt seien, um sich schliesslich im Grün der Wiesen zu verlieren. Schaut man genauer hin, sind verwickelte Mosaike, Skulpturen, feine Arabesken zu entdecken, die sich ausbreiten soweit das Auge reicht, um schliesslich ein kolossales Kunstwerk zu formen: Die Alpen.


8. Juli

An der Lukmanierstrasse, am Rande einer weiten Ebene, sucht die Alpe Casaccia in einem lichten Föhrenwald Schutz vor den sengenden Sonnenstrahlen. Die Luft ist warm, es gibt kaum Wind: Auch in beträchtlicher Höhe macht sich der Sommer, nach den lauwarmen Liebkosungen des Frühlings, in seiner vollen Stärke bemerkbar.
Wir folgen der Asphaltstrasse in Richtung Passhöhe. Vor uns dehnt sich eine scheinbare Ebene aus, die es erlaubt, eine hohe Geschwindigkeit einzuhalten. Nach wenigen Kilometern haben wir das Hospiz erreicht, eine bunte Kathedrale in der grasigen Wüste, in der es von Touristen aus allen Ländern Europas wimmelt.
Auf der linken Seite breitet sich der Lago di Santa Maria aus. Eine Schotterstrasse folgt seinen zerklüfteten Formen bis zum Eingang des Val Termine. Hier wird unsere muntere Fahrt plötzlich von der Steigung verlangsamt, die bis zur Grenze der Fahrbarkeit zunimmt. Während wir auf dem immer holprigeren Boden radeln, ist jeder Muskel angespannt, um den Antrieb und das Gleichgewicht zu behalten. Die Konzentration ist sehr hoch: Wer an diesen steilen Rampen anhält, muss den Rest des Weges zu Fuss zurücklegen, denn er hat keine Chance, neu zu starten.
Nach einem Kilometer sehr starker Steigung wird der Maultierpfad endlich wieder sanfter und das Tal öffnet sich zu neuen Weiden. Der Passo dell’Uomo, das erste Tagesziel, zeigt sich ferne am Horizont. Der Schnee ist verschwunden, die Wiesen haben vor kurzem begonnen, ein zartes Grün anzunehmen, bereichert durch Myriaden von Bergblumen, denen nur wenige Monate Zeit bleibt, um ihren Lebenszyklus zu vollenden.
Auf der andern Seite des Passes verleitet uns eine gerade Strecke zu hoher Geschwindigkeit, doch müssen wir gleich wieder verlangsamen wegen des holprigen Bodens. Weiter vorne biegt die Strasse plötzlich nach links ab und klettert hoch zu den Felsnadeln, die das Tal umzingeln. Ein Wegweiser gibt jedoch einen schmalen Weg an, der sich nach rechts senkt. Wir beschliessen, ihm zu folgen. Nach einem gewundenen Beginn fordert der Single Track den Rand eines breiten Abhangs heraus, um sich dann dem Talgrund anzupassen, als dieser etwas freundlicher wird.
Wenig über dem Lago Cadagno stossen wir wieder auf die Schotterstrasse, folgen ihr aber nur ein kurzes Stück. Nach einigen hundert Metern entdecken wir einen Maultierpfad, der die Alpe di Piora quert und zum See hinunter führt. Er bringt uns bis zu den schönen Häusern von Cadagno, wo wir uns hinsetzen, um die herrliche Berglandschaft zu bewundern, die sich im sanften Wasser spiegelt. Die spitzen Berge, die uns vom Lukmanier trennen, sind nur noch ein zauberhaftes fernes Profil, doch bald werden wir wieder ihre Hänge durchforschen, auf der Suche nach einem Durchgang, der uns auf die andere Seite bringt.
In der Zwischenzeit nähert sich die Sonne dem Untergang, also schwingen wir uns in den Sattel und machen uns an den Aufstieg, diesmal auf der Schotterstrasse. Bis zur Alpe Carorescio ist die Steigung stark, aber regelmässig. Doch dann stossen wir auf einen Maultierpfad, der geradlinig durch die Weiden hochklettert. Schliesslich gelangen wir erschöpft an eine Abzweigung, die eine schöne, ebene Mulde überragt. Es ist die letzte Atempause, die uns das Tal gewährt.
Wir nehmen einen schönen Weg nach rechts und gelangen ins Reich der Murmeltiere. Die kleinen Nagetiere hören uns nicht kommen und werfen sich buchstäblich unter unsere Räder, bis das umsichtigste Tier zu pfeifen anfängt. Also rennen alle aufgeregt über die Wiesen und verschwinden in ihren Höhlen. Wir lächeln beim Gedanken an einen winzigen Trainer, der eine unwahrscheinliche Mannschaft dicht behaarter Fussballer anführt.
Noch ein Steilhang, dann sind wir auf dem Passo del Sole. Von der andern Seite hören wir das Läuten von tausend Kuhglocken: Die Kühe bewegen sich unten im Tal frei auf den Wiesen, was ein müheloses Gelände erahnen lässt. Das erste Teilstück lehrt uns das Gegenteil: Zahlreiche Felsblöcke bedecken die Hänge und erschweren die Abfahrt.
Als wir der Schlucht entronnen sind, sind wir auf festerem Boden und folgen einer ins Gelände eingegrabenen leichten Spur. Das einzige Problem ist die Breite der Furche, die oft nicht für die Fahrräder ausreicht: Die Folge sind ein paar unerwartete Stürze, die uns rasch lehren, die Abstände genauer abzuschätzen.
Nach einigen etwas ausgesetzten Passagen gelangen wir in die Nähe der abgelegenen Hütte von Lareccio, wo wir uns wieder auf Schotter befinden und das prächtige Schauspiel der Felder und Wälder geniessen, die uns bis zur Alpe Casaccia begleiten.
Die tief stehende Sonne im Rücken wirft messerscharfe Schatten in der klaren Luft. Einige brechen uns das Herz. Es sind tiefe Narben, die ein unauslöschliches Zeichen hinterlassen.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Variante(n)

Variante A: Passo dell' Uomo - Lago della Segna - Passo del Sole


Hinweis(e)

Nicht fahrbar: 0 - 10 Min.
Jahreszeit: Juli - Oktober
Fahrtechnik: 3
Kondition: 3
Ganze Tour zu Fuss: 8 Std.


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Orte an der Route: Alpe Casaccia - Passo del Lucomagno - Passo dell' Uomo - Alpe di Piora - Cadagno - Alpe Carorescio - Passo del Sole - Lareccio - Alpe Casaccia


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Geschichte der Tour (B01848)

Erste Publikation: Freitag, 13. März 2009

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 3. Juni 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 24.9 km | Zeitbedarf: 3 h
Aufstieg: 922 m | Abstieg: 922 m
Höchster Punkt: 2376 m.ü.M.

Schwierigkeit S1

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Valle di Blenio
Zona Lavorceno
CH-6718 Olivone
T +41 (0)91 872 14 87
F +41 (0)91 872 15 12
blenio@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch