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Piano Dolce, der Geschmack der Freiheit

Piano Dolce, der Geschmack der Freiheit

Tourenbeschreibung

Ins Valle d’Arbedo führt eine steile, nicht enden wollende Strasse bis zur Alpe della Costa. Nach einem kurzen holprigen Aufstieg sind wir gespannt auf die kommende Abfahrt. Diese ist bis zu den Monti di Paudo abwechslungsreich in Schwierigkeitsgrad, Gefälle und Untergrund, landschaftlich jedoch immer überzeugend. Die Piano Dolce ist eine besonnte Lichtung mit wunderschöner Aussicht auf die Magadino-Ebene und den Lago Maggiore.
Auf Asphalt fahren wir leicht aufwärts zu den Monti di Ravecchia, wo uns eine Kiesstrasse zu den Monti di Artore bringt. Und hier kommen wir nochmals in den Genuss einer tollen Abfahrt. Ein nicht ganz gleichmässiger und teils beschädigter Maultierpfad weist uns den Weg nach Artore, wo wir uns für die Rückfahrt über Bellinzona nach Arbedo vorbereiten.


Der Motto d’Arbino ist eine bescheidene Erhebung, mehr Hügel als Berg, und doch muss man eine der anspruchsvollsten Aufstiege unserer Region bewältigen, um ihn zu erreichen: Die Asphaltstrasse, die die steilen Hänge des Valle d’Arbedo erstürmt. Als Belohnung winkt eine aufregende, spektakuläre Abfahrt, die mit dem Aufstieg nur eines gemeinsam hat: Beide scheinen nie zu enden.


26. Oktober

Das Eingangstor in diese abgelegene Welt ist Arbedo, wo das steile Strässchen in Richtung Alpen beginnt.
Die Steigung ist sofort stark, und sie gestattet uns keine Atempause, im Gegenteil: Je mehr wir uns dem Ziel nähern, umso stärker bäumt sie sich auf, als wolle sie unseren Angriff tapfer abwehren. Wir wechseln von gegen Süden ausgerichteten zu feuchteren und schattigeren Hängen, die noch von einer üppigen Vegetation bedeckt sind. Nachdem wir 1600 Meter Höhe erreicht haben, verlassen wir die Hauptstrasse und folgen einer Ab­zweigung, die nach rechts ansteigt. Plötzlich befinden wir uns in einem alpinen Umfeld: Die Bäume weichen dem trockenen Gras, der Ausblick weitet sich, die Luft ist kalt und riecht nach Schnee. Weiter oben finden wir die kleinen Hütten der Alpe della Costa, bereit für den Winterschlaf.
Der Aufstieg endet hier. Der Asphalt verwandelt sich in eine unordentliche Schotterstrasse, die langsam gegen eine weite Mulde absinkt. Wir folgen ihr ein paar hundert Meter, dann fällt der Blick auf einen Wander-Wegweiser: Die Schilder nach Piano Dolce und Paudo überzeugen uns, die Strasse zu verlassen und auf dem Weg die Abfahrt zu wagen. Zuerst finden wir eine leichte Schräge, die vom Farn bewachsene Hänge und dann einen immer dichter werdenden Wald durchquert. Als der südwestliche Bergrücken des Motto d‘Arbino erreicht ist, fahren wir geradeaus abwärts, ohne die Abzweigung nach rechts zu beachten. Amüsante Trial-Strecken auf zackigen Felsen wechseln ab mit Passagen, auf denen der Weg einen flüssigen Kurs einschlägt, bis wir den Wiesen des Piano Dolce begegnen.
Die sonnige Lichtung rechtfertigt diesen Namen: Einige Hütten zu unsern Füssen geniessen die warmen Sonnenstrahlen des Nachsommers, während von der Berghütte Genzianella, die am Waldrand liegt, das Echo des Festes vor der winterlichen Schliessung zu hören ist. Das Maiensäss ist gegen Westen ausgerichtet und bietet eine schöne Aussicht auf die Magadino-Ebene und den Lago Maggiore, die sich im Dunst auflöst.
Wir fahren talwärts auf dem schönen Weg, der die Wiesen gradlinig durchquert, bis uns das geheimnisvolle Gewirr des Waldes gefangen nimmt. Die Buchen verlängern ihre Äste über den engen Pfad. Die Brombeersträucher überwuchern den Weg und verhindern beinahe unsere Durchfahrt. Das unangenehme Gefühl, wir hätten uns verlaufen, wird zur Gewissheit, als das Licht immer schwächer wird und an den Bäumen keine Wegmarkierungen mehr zu sehen sind. Ein Blick auf die Karte bestätigt, dass wir uns verirrt haben.
Wir kehren um, mit den Rädern auf den Schultern. Etwa hundert Meter weiter oben, zwischen den ersten Hütten, hatten wir das Panorama bewundert und dabei eine scharfe Kurve nach links übersehen. Der andere Hang ist heller; Farnkraut und junge Birken deuten an, dass hier früher Weiden waren und dass die Ausdehnung des Piano Dolce viel grösser war als heute.
Weiter unten sind es wieder Buchen, die uns Gesellschaft leisten. Das dünne Niederholz lässt uns die beste Bahn frei wählen. Das Gelände ist nie langweilig: manchmal steil und anspruchsvoll, dann wieder leicht und eben.
Es lässt uns das Gefühl der reinen, bedingungslosen Freiheit erahnen. Es ist die gleiche, die man im Segelboot oder am Gleitschirm erleben kann, oder auch beim Skifahren durch den lockeren Schnee, wenn noch niemand seine Spuren an den Hängen eingeritzt hat. Es ist die Freiheit, den eigenen Weg im Einklang mit den Kräften der Natur zu zeichnen.
Eine andere, von der intensiven Goldfarbe der Bäume umgebene Lichtung empfängt uns: Es sind die Monti di Paudo, das Ende des ersten Teils der Abfahrt. Ein wenig weiter unten sind wir wieder auf der Asphaltstrasse.
Wir folgen ihr nach rechts und erreichen in sanftem Aufstieg die Monti di Ravecchia, dann geht es auf einer schmalen Schotterstrasse in Richtung Monti di Artore. Zwischen den Bäumen hindurch öffnet sich immer häufiger ein Blick auf die Ebene. Wir sind oberhalb Bellinzona, es ist Zeit, die Abfahrt in Angriff zu nehmen.
Der alte Maultierpfad, der sich zur Ebene senkt, weist eine lange Reihe von Kehren mit Steinpflaster auf: Alle Stösse, die uns bisher erspart geblieben sind, werden mit Zinsen zurückbezahlt. An einigen Stellen wurde der hundertjährige Pfad von der Wucht des Hochwassers beschädigt, doch im Allgemeinen ist er in gutem Zustand. Wir gehen behutsam voran, um ihm keinen weiteren Schaden zuzufügen.
In Artore begegnen wir der Strasse, die von Bellinzona hinauf führt. Streckenweise kann noch der Weg benutzt werden, der jedoch durch die langen Stufen mühsamer wird, deshalb wählen wir die ruhigere Abfahrt auf dem Asphalt.
Wir gelangen müde und von Kopf bis Fuss vom Schlamm verdreckt auf die Bahnhofstrasse. Die Passanten beobachten uns neugierig: Vielleicht wissen sie nicht, dass sich dort oben, knapp über den Dächern der letzten Häuser, eine der schönsten und härtesten Mountainbike-Routen des Kantons Tessin ausdehnt.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Hinweis(e)

Nicht fahrbar sind ungefähr 5 Minuten.


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  • Ich bin sportlich und eine mässige Abfahrerin. 3,5h ist für mich als reine Fahrzeit utopisch, obwohl der Aufstieg über die Asphaltstrasse sehr einfach ist. Und die Abfahrt ist nicht S1, für mich mindestens S2. Teilweise schöne Abfahrtspassagen, oft musste ich aber absteigen, weil es zu steil und im Sand total rutschig war. Wer Nadelöhrkurven im Steilen mit Stufen fahren kann, ist im oberen Teil richtig. Und mit dem "schönen" Teil der Abfahrt ist es auch schnell vorbei, bald verrinnen die Höhenmeter auf Kopfsteinpflaster-ähnlichen Kurven, die einen ganz schön durchgeschütteln trotz full-suspension - aber ich konnte sie fahren ohne Absteigen ;) . Wir haben irgendwann trotzdem auf die Teerstrasse gewechselt. Ich leibe Trails und Waldwege, die Abfahrt hat wenig Spass gemacht. Absolutes Plus der Tour: kaum was los, die Stille und Aussicht kann man sehr geniessen!

  • Der Aufstieg ist steil, aber immer fahrbar. Es ist alles auf Asphalt. Die Abfahrt ist genial, aber sicher mehr als S1! Andere Touren auf GPS-Tracks.com mit S1 sind einfacher! Wer S1 erwartet und technisch nicht mehr drauf hat wird nicht glücklich!
    Besonderes: Abfahrt ist genial, aber mindestens S2!

  • Der Aufstieg ist eine Fleissaufgabe, dann aber lohnende Alternativ-Abfahrt vom Motto dArbino nach Bellinzona. Die Lichtung Piano Dolce verdient den Namen :-) ! Im untern Teil verläuft der Track dann wieder analog mit der Abfahrt über Motto della Croce über den beeindruckenden Kopfsteinpflasterweg. Wer im obern Teil alles auf dem Sattel bewältigen will, sollte mehr als S1 drauf haben, die schwierigen Stellen sind aber nur sehr kurz, über 95 % sind im Flowbereich.



Orte an der Route: Arbedo - Alpe della Costa - Piano Dolce - Monti di Ravecchia - Monti di Artore - Artore - Bellinzona - Arbedo


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

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Geschichte der Tour (B01861)

Erste Publikation: Freitag, 13. März 2009

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 3. Juni 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 29.6 km | Zeitbedarf: 3½ h
Aufstieg: 1544 m | Abstieg: 1544 m
Höchster Punkt: 1650 m.ü.M.

Schwierigkeit S1

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Bellinzonese
Palazzo Civico
CH-6500 Bellinzona
T +41 (0)91 825 21 31
F +41 (0)91 821 41 20
bellinzona@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch