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San Bernardo

San Bernardo

Tourenbeschreibung

Wie etliche Dörfer der rechten Seite der Magadino-Ebene, hatte auch Monte Carasso Siedlungen sowohl unten im Tal, als auch am Fuss der Berge und im Hügelland. Die Wohngebiete auf dem Talboden lagen an den hauptsächlichen Verkehrswegen, während die übrigen Siedlungen der Notwendigkeit entsprachen, den Boden besser zu nutzen. Es wurden Gemüsegärten, mit Getreide und Reben bepflanzte Felder und Weideflächen angelegt.
Unsere Route führt zu einer dieser Siedlungen im Hügelstreifen und zur eindrucksvollen Kirche San Bernardo, die wertvolle Fresken aufweist und noch zu wenig bekannt ist.

Der Aufstieg kann zu Fuss oder mit der Seilbahn erfolgen. In beiden Fällen ist der Ausgangspunkt die Talstation der Kabinenbahn Monte Carasso-Mornera, wo auch die Schlüssel der Kirche San Bernardo erhältlich sind. Wer es bequem liebt, fährt bis zur Zwischenstation Curzutt (Variante A). Von dort aus ist San Bernardo zu Fuss rasch erreicht. Man kann auch von der Talstation aus mit dem Auto bis zum Wasserwerk Lori hinauf fahren und in etwa zwanzig Minuten auf dem Weg durch den Kastanienwald nach San Bernardo gelangen.
Nachdem wir die Kirche besichtigt und die Aussicht auf die Gegend um Bellinzona genossen haben, wandern wir an alten Kastanienbäumen und Trockenmauern vorbei nach Curzutt (Corte di Sotto), die einzige Siedlung, die dem Zahn der Zeit getrotzt hat.
Heute ist sie Gegenstand eines Projekts der Stiftung Curzutt-San Bàrnard, das auf die Wiedergewinnung von Werten wie Umwelt, Geschichte und Landschaft hinausläuft. In Curzutt wohnten bis ins 18. Jahrhundert, trotz des Wassermangels, etliche Familien, bearbeiteten die Felder und nutzten den Boden für ihren Lebensunterhalt. Ein Teil der Wälder und Weiden wird instandgesetzt, ein Rebberg wurde dem wuchernden Baumwuchs entrissen und dient nun für den biologischen Weinbau. Eine Gruppe von Bauernhäusern wird zu einer Herberge und einem Jugendzentrum umgebaut.
Die Rückkehr nach Monte Carasso kann wieder zu Fuss oder mit der Seilbahn erfolgen.


Sehenswürdigkeiten:

San Bernardo
Die Kirche San Bernardo steht in einer Waldlichtung hoch über Monte Carasso, auf rund 600 Meter ü.M. . Heute wirkt sie abgelegen, doch in früheren Zeiten, als die Siedlungen im Hügelland eine wichtige volkswirtschaftliche Rolle spielten, gehörte sie zum Gemeindeleben. Einige Siedlungen im Hügel- und Berggebiet, darunter das nahe Curzutt, waren bis im 18. Jahrhundert von etlichen Familien das ganze Jahr bewohnt. Das erklärt das Vorhandensein einer Kirche, nicht nur einer schlichten Kapelle oder eines Oratoriums, in dieser abgeschiedenen Lage.
Der Ursprung der Kirche San Bernardo geht gemäss den archäologischen Nachforschungen im Jahr 1972 auf die Schwelle des 11./12. Jahrhunderts zurück. Das romanische Bauwerk wurde gleichzeitig mit einer Kirche in der Ebene errichtet, die den Heiligen Hieronymus und Bernhardin gewidmet ist und eine ähnliche Grösse und Gestaltung aufweist. San Bernardo ist keinesfalls ein zweitrangiges Gotteshaus, das im Sommer wenigen Familien auf den Maiensässen zu dienen hatte, sondern eine echte Kirche für die damals ständigen Bewohner der höher gelegenen Siedlungen.
Der erste Bau, mit rechteckigem Schiff und halbrunder Apsis, wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit einem Fresko der Thronenden Madonna verschönert, 1427 malte ein unbekannter Künstler geistliche und weltliche Bilder an die südliche Kirchenwand. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Schiff verlängert, die Vorhalle angefügt und vermutlich auch der Glockenturm errichtet .
Dank der zusätzlichen Flächen hatten die Maler wieder zu tun, zudem mussten einige verblasste Fresken ersetzt werden. Der Auftrag wurden der Luganeser Werkstatt von Cristoforo und Nicolao da Seregno zugesprochen, die im Tessin bis 1480-90 emsig tätig war. Im 16. Jahrhundert gab es weitere Neuheiten: auf der Südseite wurde eine Kapelle angebracht, der Portikus ebenfalls mit Fresken geschmückt, die alte Apsis abgebrochen und durch eine neue ersetzt (wenige Jahre später ebenfalls mit Malereien verziert). Ab dem 17. Jahrhundert gab es keine tiefgreifenden Eingriffe mehr, als hätte die Kirche etwas von ihrer Bedeutung eingebüsst. Die letzten Restaurierungsarbeiten an den Fresken wurden in den Jahren 1972-74 durchgeführt.
Der Fassade ist ein Portikus vorgelagert, in dem die Malereien aus dem Jahr 1582 zu bewundern sind; (Himmelfahrt, Gottvater, rechts die Heiligen Bernhardin und Magdalena , links Mauritius (oder Viktor) und der Kirchenpatron San Bernardo. Gläubige und Wanderer haben ebenfalls ihre Spuren hinterlassen . An der Südwand ein riesiger Christophorus (Ende 14. Jh.), hinter der Kirche das Beinhaus.
Das architektonische Gesamtbild wirkt eher nüchtern, doch der reiche Freskenschmuck an allen Wänden fällt sofort ins Auge. An der Gegenfassade ist eine Grablegung Christi mit Engeln und Heiligen zu sehen. Links vom Eingang elegante Figuren: Mamete, die Drachentöterin Margherita, Guido mit der Dattelpalme, rechts Sebastian mit Pfeilen und Schwert, Nazar und Celsus. Die Gemälde entsprechen der Malweise der Seregnesi, es handelt sich wahrscheinlich um Votivbilder.
An der Nordwand prangt ein Letztes Abendmahl, das wie die Heiligen auf der linken Seite Cristoforo da Seregno (1450) zugesprochen werden. Die Sorgfalt bis in alle Einzelheiten und der Bezug zur örtlichen Wirklichkeit (Flusskrebse, Kirschen) kommen hier sehr schön zur Geltung.
Die interessanten Monatsbilder tragen die Jahreszahl 1427. Das Bild eines Bischofs, vielleicht Eusebius, ist einige Jahre später entstanden. Der Chor wurde 1607 mit Fresken geschmückt: eine grosse Kreuzigung, Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhard, am Bogen eine Verkündigung, im Gewölbe Evangelisten und Kirchenlehrer.
An der Südwand sind weitere Heilige zu sehen, über dem Portal das Martyrium der heiligen Apollonia (etwa 1480, Nicolao da Seregno zugeschrieben) und eine Stillende Gottesmutter aus dem 14. Jahrhundert . Die Seitenkapelle enthält Szenen aus dem Leben des heiligen Nikolaus und einige Heiligenfiguren (1565). Sehr interessant ist das Bild mit einer Gruppe von Heiligen , das wahrscheinlich ebenfalls von Cristoforo da Seregno gemalt wurde.
Es folgen der heilige Bernhard, der den Teufel an Ketten hält, Liberata als Schutzheilige der Gebärenden, Defendente, Lucia, Stefan und Helene (Votivbild aus der Werkstatt der Seregnesi) .
(Schlüssel: Bei der Talstation der Kabinenbahn, Tel. +41 (0)91 825 81 88 oder in der Gemeindekanzlei, Tel. +41 (0)91 821 15 55)

Curzutt
eine bäuerliche Siedlung mit alten Steinhäusern, war bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts bewohnt.

Kastanienwälder

Trockenmauern


In der Umgebung:

Der Ortskern von Monte Carasso
wurde nach der sorgfältigen Sanierung mehrfach ausgezeichnet: «Wakkerpreis 1993» und «Prince of Wales 1993» der Universität Harvard/Boston/USA.

Altes Kloster der Augustinerinnen
geht auf das 15./16. Jahrhundert zurück, restauriert in den Jahren 1990-93 nach einem Projekt von Arch. L. Snozzi, der ihm das ursprüngliche Aussehen mit dem Innenhof und den Arkaden zurückgab. Heute Sitz der Elementarschule und Kulturzentrum.

Kirche Santi Bernardino e Girolamo
im 15. Jahrhundert an der Stelle eines romanischen Oratoriums neu aufgebaut, später mehrfach erweitert. An der Fassade Fresken des 16. Jahrhunderts, ebenso unter dem Portikus (Christophorus, Verkündigung, Veronika).

Kirche Santa Trinità
auf einem Felssporn oberhalb der Ortschaft.


Variante(n)

Variante A: Mit der Kabinenbahn von der Talstation Monte Carasso zur Mittelstation Curzutt.


Hinweis(e)

Empfohlene Jahreszeit: März - Oktober


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Orte an der Route: Monte Carasso - Acquedotto Lori - San Bernardo - Curzutt - Monte Carasso


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Geschichte der Tour (B00901)

Erste Publikation: Freitag, 26. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 2.5 km | Zeitbedarf: 4½ h
Aufstieg: 370 m | Abstieg: 370 m
Höchster Punkt: 620 m.ü.M.

Schwierigkeit T2 Bergwandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Bellinzonese
Palazzo Civico
CH-6500 Bellinzona
T +41 (0)91 825 21 31
F +41 (0)91 821 41 20
bellinzona@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch