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Santa Petronilla

Santa Petronilla

Tourenbeschreibung

Biasca spielte in der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Trotz des heute ziemlich verstädterten Ortsbildes sind einige historische Baudenkmäler von hohem Wert erhalten geblieben. Unsere Route führt an diesen sehenswerten Bauwerken vorbei, um schliesslich Santa Petronilla, einen stimmungsvollen Ort mit prächtiger Aussicht auf die Region, zu erreichen.

Wir gehen aus von der Casa Cavalier Pellanda, neben dem Platz im Zentrum. Das Haus wurde 1586 gebaut, heute dient es als Kulturzentrum und Sitz des Fremdenverkehrsvereins. Der Name wird von Giovan Battista Pellanda (1541- 1615) abgeleitet, einer herausragenden Persönlichkeit des politischen, wirtschaftlichen und religiösen Lebens seiner Zeit. Das Gebäude zeugt von seinem Reichtum und seiner Macht.
Hinter der Piazza erhebt sich die San Carlo geweihte, zwischen 1891 und 1905 erbaute Pfarrkirche von Biasca. Das stattliche Gebäude erinnert an die Beziehungen mit dem heiligen Karl Borromäus, der das obere Tessin als Erzbischof von Mailand oft besucht hat. Die Tre Valli (Leventina, Blenio und Riviera) gehörten ja aus verwickelten historischen Gründen der Diözese Mailand an.
Ein Treppenaufgang führt zur prachtvollen romanischen Kirche Santi Pietro e Paolo, die das Dorf überragt und ein deutliches Zeichen setzt. Die alte Mutterkirche der Tre Valli geht auf das 12. Jahrhundert zurück, doch ihr Ursprung dürfte noch älter sein. Im Innenraum sind wertvolle Fresken (12.-17. Jahrhundert) zu sehen. Die Malereien in den Gewölben (vielleicht 12. Jh.), sind von starker Symbolkraft (das Pferd und der Wolf, der Schmied und der Hahn, der Löwe und die Schlange). Die Lebensgeschichte des heiligen Karl hat Alessandro Gorla (1620) gemalt. Die von Cavalier Pellanda gewünschte Barockkapelle ist im 17. Jahrhundert entstanden.
Der Weg auf der rechten Seite der Kirche führt am alten Friedhof vorbei und biegt dann in den 1799 eingeweihten Kreuzweg ein. Die 14 Kapellen, im Schatten der Kastanienbäume, sind mit Mosaiken von zeitgenössischen Künstlern versehen; die verblassten Fresken wurden 1998 damit ersetzt. In etwa zwanzig Minuten erreicht man die Steinbrücke über den Froda-Bach, den schönen Wasserfall und das Kirchlein der Santa Petronilla.


Sehenswürdigkeiten:

Santa Petronilla
Das der heiligen Petronilla geweihte Kirchlein steht hoch über Biasca, in einer landschaftlich reizvollen Umgebung . Zu Fuss ist es von der den heiligen Petrus und Paulus geweihten Kirche in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Die prächtige Aussicht lässt auch die strategisch wichtige Lage erkennen, die Biasca, am Eingang der Leventina und des Bleniotals, an den beiden historischen Alpenübergängen Sankt Gotthard und Lukmanier, zukam. Darauf beruht die Bedeutung der Ortschaft, die seit dem Mittelalter das politische und kirchliche Zentrum der Tre Valli war. Vor diesem Hintergrund ist das Vertragswerk zu sehen, das am 1. Januar 1292 unterzeichnet wurde und Biasca Vorrechte zubilligte. Daran erinnert eine Gedenksäule in der Nähe der Brücke .
Von einem Gotteshaus namens Santa Petronilla ist schon in Dokumenten des 12. Jahrhunderts die Rede. Es wird auf eine Prozession hingewiesen, die jeweils am 31. Mai an das Martyrium der Heiligen erinnert. Das ebenfalls erwähnte Kloster oder Hospiz konnte nie schlüssig nachgewiesen werden. Fest steht nur, dass oberhalb des Oratoriums, auf einem Felssporn, Mauerreste entdeckt wurden, die von einer Burg oder doch von einem befestigten Haus stammen könnten. Einige Historiker bringen diesen Fund mit der adeligen Familie Orello aus Locarno in Verbindung, die über Jahrhunderte hinweg das Bürgermeisteramt in Biasca innehatten. Ein solches Gebäude oberhalb eines Gotteshauses könnte auch damit zusammenhängen, dass Santa Petronilla ein Etappenort am Weg durch die Alpen war. Die archäologischen Nachforschungen im Jahr 1986 ergaben, dass das erste Kirchlein im 13. Jahrhundert errichtet wurde; ein früherer Bau ist aber nicht auszuschliessen. Das jetzige Oratorium ist ein 1632 (Jahreszahl an der Fassade) beschlossener Wiederaufbau. Die Leute von Biasca hatten damals viel Unheil zu überwinden, nicht nur das Hochwasser, das 1513 einen Teil der Ortschaft wegschwemmte, sondern auch die Pestepidemien der Jahre 1584 und 1629-30, die viele Todesopfer forderten. Deshalb sollte der heilige Rochus, der als Schutzheiliger gegen ansteckende Krankheiten gilt (ihm wurde 1596 ein Oratorium gewidmet), aber auch die volkstümliche Santa Petronilla, wieder vermehrt um Hilfe angerufen werden. Es ist eine Heilige, der man in unseren Kirchen selten begegnet. Die frühchristliche Märtyrerin wird hingegen in Frankreich sehr verehrt, ihr Kult könnte über Rätien in die Tre Valli gelangt sein, wie es mit andern Heiligen geschah (Remigius, Martin, Mauritius). Die Bauarbeiten wurden 1638 abgeschlossen, aus der gleichen Zeit stammen auch die Malereien. Rund zwanzig Jahre später wurde die Glocke gegossen. Sie trägt die Inschrift «AT FULGURE ET TEMPESTATE LIBERA NOS DOMINE ANNO DNI 1680». Seither ist das Oratorium praktisch unverändert geblieben.
Die Eingriffe des 19. Jahrhunderts dienten nur der Instandhaltung. Die letzte Restaurierung in den Jahren 1985-87 hat die durch eindringende Feuchtigkeit entstandenen Schäden behoben. Das Kirchlein ist ein kleiner, bescheidener, rechteckiger Bau mit Kreuzgewölbe und Glockenturm . An der Fassade prangt das Bild der heiligen Petronilla und die Jahreszahl der Renovation (1632). Die Sakristei auf der rechten Seite wurde im 17. Jahrhundert gebaut. Der Innenraum ist mit zahlreichen Fresken unbekannter Künstler geschmückt, die auf die Jahre 1638-51 zurückgehen. Es sind zum grössten Teil Votivtafeln, die mit der Familie Pellanda verbunden sind . An der rechten Seitenwand sind eine Grablegung Christi, eine Szene aus dem Leben der Kirchenpatronin Petronilla und die Madonna mit dem heiligen Abt Antonius zu sehen. Auf der andern Seite die Jungfrau Maria mit den Heiligen Johannes und Sebastian, die Übergabe der Schlüssel an Petrus und das Martyrium Johannes des Täufers. Eine Tafel im Chor zeigt Maria mit Petronilla und Karl Borromäus; seitlich davon die Heiligen Petrus und Paulus sowie Szenen aus dem Leben der heiligen Petronilla . Im Gewölbe hat ein Maler des 17. Jahrhunderts heitere Dekorationen mit bunten musizierenden Engeln hinterlassen. Am Bogen sind die Heiligen Apollonia (samt dem Marterwerkzeug, mit dem ihr die Zähne ausgerissen wurden) und Katherina zu sehen; darunter die Märtyrerinnen Agathe und Lucia.
Einige Votivtafeln aus dem Kirchlein werden nun im Pfarrhaus aufbewahrt.
(Schlüssel: Im Pfarrhaus, Tel. +41 (0)91 862 17 02)

Casa Cavalier Pellanda
Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, restauriert in den Jahren 1980-87, dient heute für die Ausstellungen des Fremdenverkehrsvereins. 1586 auf Wunsch von Giovan Battista Pellanda, einer einflussreichen Persönlichkeit des Dorfes, erbaut.

Pfarrkirche San Carlo
stattliches Bauwerk mit dem Grundriss eines griechischen Kreuzes, achteckige Kuppel, erbaut an der Schwelle des 19./20. Jahrhunderts.

Kirche Santi Pietro e Paolo
Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Die ehemalige Pfarrkirche (12. Jh.) steht in einer dominierenden, aussichtsreichen Lage und gehört dank ihrer Architektur und den Fresken, die auf das 12. bis 17. Jahrhundert zurückgehen, zu den bedeutendsten romanischen Bauwerken im Tessin.
Schlüssel im Pfarrhaus, Tel. +41 (0)91 862 17 02

Via Crucis
Kreuzweg 1779 eingeweiht. Die 14 Kapellen wurden 1998 restauriert und die verblassten Fresken durch Mosaike zeitgenössischer Künstler (Giuseppe Bolzani, Max Läubli, Giancarlo Tamagni und Mauro Valsangiacomo) ersetzt.

Steinbrücke über den Froda-Wildbach

Wasserfall Santa Petronilla


Hinweis(e)

Empfohlene Jahreszeit: April - Oktober


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Orte an der Route: Biasca Centro - Casa Cavalier Pellanda - Pfarrkirche San Carlo - Kirche Santi Petro e Paolo - Via Crucis - Kirche Santa Petronilla


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Geschichte der Tour (B00900)

Erste Publikation: Freitag, 26. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Montag, 18. Mai 2015

Tour publiziert von: Presented by

Tourencharakter

Distanz: 1.4 km | Zeitbedarf: 2 h
Aufstieg: 99 m | Abstieg: 14 m
Höchster Punkt: 392 m.ü.M.

Schwierigkeit T1 Wandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Biasca e Riviera
Contrada Cavalier Pellanda 4
CH-6710 Biasca
T +41 (0)91 862 33 27
F +41 (0)91 862 42 69