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Saumweg

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Tourenbeschreibung

Die topografische Situation der Stadt Zug ist geprägt durch ihre Lage am See und am Westhang des Zugerberges. In der mittelalterlichen Siedlung Zug kam dem Gewerbe der Fischer eine grosse Bedeutung zu, was sich denn auch im Namen widerspiegelt, der sich von alten Fischereirechten auf dem Zugersee ableitet. Die im frühen 13. Jahrhundert erfolgte Gründung der Stadt Zug unter den Grafen von Kyburg widerspiegelt die wachsende Funktion Zugs als kleines regionales Zentrum. Zug am See wurde zum Umschlagplatz der Güter und Waren, die von Norden her über den Zürichsee nach Horgen und von dort über die alte Horgenerstrasse Hirzel - Babenwag - Baar - Löberen nach Zug gebracht wurden. Die transportierten Güter betrafen Salz und Eisen. An verschiedenen Plätzen am See in der Altstadt und der Vorstadt erfolgte das Umladen auf Schiffe, welche die Verbindung nach Immensee und damit den Anschluss über die „Hohle Gasse“ nach Küssnacht und an den Vierwaldstättersee sicherstellten. Die noch zahlreich im Kerngebiet der alten Eidgenossenschaft vorhandenen, meist jedoch stark ihrem Zweck entfremdeten Sustbauten zeugen von der mittelalterlichen Handels- und Verkehrspolitik.

Sehenswürdigkeiten:

Land- und Wasserstrassen
Die moderne Forschung hat viele aus der Römerzeit stammende Strassen rekonstruiert. Im Mittelalter war der Strassenbau unbedeutend, die Qualität der Landverkehrswege oft mangelhaft. Der wichtigste, sicherste und schnellste Transportweg war der Wasserweg. Auch in der alten Eidgenossenschaft wurden so weit möglich Gewässer für den Verkehr nutzbar gemacht. Wo der Verkehr über Strassen geführt werden musste, da versuchten die eidgenössischen Orte schon seit dem 14. Jahrhundert durch Vereinbarungen untereinander die Sicherheit auf Strassen und Wegen zu gewährleisten. Im Pfaffenbrief von 1370 verpflichteten sich die eidgenössischen Stände Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden und Zug zum Schutz des Verkehrs auf dem Gotthardweg. Zustand und Beschaffenheit der Landverkehrswege führten stets zu Diskussionen unter den Partnern.

Nur wenige Strassenzüge durchquerten den heutigen Kanton Zug. Neben der zentralen Verbindung Horgen - Sihlbrugg - Baar - Zug gab es eine Strasse, die von Zürich und dem Albis herkommend im Raum Knonau / Bibersee Zuger Boden erreichte und nach Luzern weiter führte. Eine spätere Verbindung zweigte von Sihlbrugg Richtung Hinterburg ab und führte über Edlibach - Kohlrain ins Aegerital und von da an dem Aegerisee entlang nach Sattel und in den Talkessel von Schwyz. Bei der Anlage von Wegen und Strassen spielten topografische Gegebenheiten eine grosse Rolle. Versumpftes Terrain und schwieriges Gelände verhinderten den Weg- und Strassenbau. Aus diesem Grund wurde die direkte Verbindung von Zug nach Baar bis in die Neuzeit nicht durch die Ebene, sondern entlang der Hanglehne von Inwil über Arbach, Lüssi und Löberen in die Stadt Zug hinein angelegt.

Die alte Horgener Strasse
Der Verlauf der alten Horgener Strasse lässt sich auf Zuger Boden ungefähr so rekonstruieren: Von der Babenwag aus führte der Weg vorbei an der Zollstätte und dem Gasthaus Löwen. Bis zur Aufhebung der kantonalen Wegzölle versah die Familie Weber aus Menzingen den Dienst des Zollers und führte auch die Gaststätte. In den Jahren 1779 bis 1805 bekleidete Zoller Klemens Franz Xaver Damian Weber in vier Amtsperioden das höchste Amt, das der damalige Stand Zug zu vergeben hatte, nämlich jenes des Ammanns. Durch massive Veränderungen des Geländes und der Bausubstanz sowie durch den Brand des Gasthauses Löwen in Sihlbrugg im Jahr 1964 ist es heute sehr schwierig geworden, die ursprüngliche Bedeutung des Ortes zu erkennen. Als nächsten Fixpunkt erreichten die Benützer des Saumweges Walterswil. Seit 1610 hatte das Zisterzienserkloster Wettingen nach und nach mehrere Höfe in der Gegend erworben und setzte 1692 mit dem Bau des Wettinger Hauses einen baulichen Akzent. Um 1700 erlebte das Bad Walterswil seine grösste Blütezeit. Hinter dem Hof Büessikon führte der Weg leicht abfallend zum Wald Breitholz.

Gefahren im Breitholz
Hier hatten die Fuhrleute die grössten Schwierigkeiten zu bewältigen. Das Gefälle wies zeitweilig eine Neigung bis zu 15% auf. Die Anlage eines festen und stabilen Weges erwies sich als beinahe unmöglich, da Regenfälle und dadurch verursachte Erdrutsche das Terrain immer wieder zum Einsturz brachten. Bei der steilen Abfahrt gerieten die Fuhrwerke trotz der angebrachten Bremssparren oder Radhemmschuhe ins Rutschen, zerstörten damit die oberste Schicht des Belages und schufen neue Spuren im Wegbett. Daraus entstand im Breitholz ein ausgedehntes, bis zwölf Spuren umfassendes Hohlwegsystem, welches für das kundige Auge teilweise heute noch erkennbar ist, obwohl seither Gehölz darüber gewachsen ist. Kritisch wurde es auch, wenn sich zwei oder gar mehrere Fuhrwerke im Breitholz kreuzten. Nicht selten führte dies zu schweren Unfällen. Zu allem Übel nützten gelegentlich Wegelagerer die Schwierigkeiten der Fuhrleute und raubten einen Teil der Ware. Die Talsohle wurde beim sog. Römerbrüggli in Deinikon, das den Walterswilerbach überquert, erreicht. Am Weiler Deinikon vorbei verlief der Saumweg Richtung Birsen- oder Birstbrücke. Dieses 1490 erstmals erwähnte Bauwerk überwindet die Lorze. Im Dorf Baar gab es für die Fuhrleute Rast- und Verpflegungsmöglichkeiten. Über die sog. Herrengasse setzte sich der Weg zum Weiler Inwil fort. Hier folgte eine leichte Steigung und am Weiler Arbach vorbei gelangte der Säumer im Gebiet der Nachbarschaft Lüssi auf stadtzugerischen Boden. Bei der Loretokapelle berührte der Saumweg den Standort der ehemaligen Richtstätte, ehe stattliche Bauern- und Herrschaftshäuser die nahe Stadt ankündeten. Nach 1528 gebot das Löberentor den Transporten Halt. Das letzte Wegstück führte die Säumer noch über den Lindenplatz zum Zollhaus beim Zitturm.

Rechte und Freiheiten
1326 erhielt die Stadt Zug durch den habsburgischen Herzog Albrecht II. das Recht „an der bruggen ze Zuge“ einen Zoll einzuziehen. Diesen Zoll, der an der Brücke über den Graben zum Stadttor (Zollhaus) erhoben wurde, hatte der im gleichen Jahr verstorbene Bruder Albrechts, Herzog Leopold I., angelegt. 1359 verlieh Albrechts Sohn, Herzog Rudolf IV. von Habsburg, den Zugern noch weiter gehende Rechte. Zum einen wurden darin die zuvor formulierten Freiheiten und Rechte, also auch der Brückenzoll von 1326, voll umfänglich bestätigt, anderseits erhielt die Stadt Zug nun das Recht, eine Waren- und Kaufmannsablage, eine Sust, zu errichten und deren Erträge zu verwenden. Kaiser Sigmund im Jahre 1433 und König Maximilian im Jahre 1488 erneuerten alle Rechte, so dass die Stadt Zug, die 1415 reichsfrei geworden war, einen gewissen Reichtum anhäufen konnte. Dies ermöglichte es der städtischen Bürgerschaft in mehreren Etappen eine Reihe von Vogteien zu erwerben, die bis 1798 in städtischem Besitz blieben.

Streit um den Strassenbesitz- und unterhalt
Kraft ihrer Reichsfreiheit beanspruchte die Stadt Zug das Recht über den Besitz der Reichsstrasse von Sihlbrugg nach Zug, was einen langwierigen Streit mit der Gemeinde Baar nach sich zog. Nach der Überzeugung Baars war Zug, wenn es schon Besitzrechte geltend machte, auch verantwortlich für den Unterhalt des zugerischen Abschnittes der Reichsstrasse. Allerdings vernachlässigten Rat und Bürgerschaft der Stadt Zug diese Verpflichtung, was zu wiederholten Klagen über den schlechten Zustand der Weganlage führte. Im Sustenstreit von 1491 beklagte sich Zug gegenüber Zürich, dass verschiedene Säumer durch die Wahl einer Alternativroute Blickensdorf- Steinhausen den Zoll in Zug umgingen, wodurch der Stadt Zug Sust- und Zolleinnahmen entgingen. Ausserdem verursachten diese illegalen Transporte auf der nicht ausgebauten Strasse grosse Schäden. Auf die auch nach 1491 anhaltenden Klagen Zürichs über den schlechten Zustand der Horgener Reichsstrasse ging jedoch die Stadt erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein, nachdem Zürich und Schwyz mit der Route Richterswil - Brunnen einen Konkurrenzweg aufgebaut hatten. Aber die Zuger hatten den richtigen Zeitpunkt für die Sanierung und den Ausbau der alten Horgenerstrasse auf Baarer Gebiet verpasst. Politische und vor allem einschneidende Veränderungen des Verkehrswesens verminderten die Bedeutung des Saumweges massiv, ehe1848 mit der Aufhebung der kantonalen Zölle die bisher profitierenden Gemeinwesen auch einer wichtigen Einkommensquelle beraubt wurden.

Transport
Den Nachweis für erste Wagentransporte liefern die 1435 ins Bürgerbuch eingetragene Zoll-,Sust- und Umgeldordnung.sowie die Zollordnung von 1488. Bestimmungen zum Verkehr über den Saumweg von Horgen ins Zugerbiet finden sich in einer Urkunde von 1452, deren Wortlaut in späteren Texten wieder aufgenommen wurde. Danach sollte Kaufmannsgut, das in Horgen eintraf, schnell weiter spediert werden. Dies betraf das sog. gebundene Gut, wie Waren in Kisten, Fässern, Ballen als auch Wein und Salz. Der Transport wurde einem Säumer oder Hodler übertragen, der verantwortlich für die Vorschrift gemäss Verpackung der Ladung war. Als Säumer durfte sich bezeichnen, wer ein Pferd besass und in der Lage war, einen Saum zu heben. Der Säumer arbeitete im Auftrag fremder Kaufleute auf eigene Rechnung. Auch der Hodler fand im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Transportwesen Arbeit. Er betätigte sich als Zwischenhändler und säumte auf eigene Rechnung. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Weintransport. Schon 1403 hatten die Stände Zürich, Luzern, Zug und Schwyz vereinbart, dass der Wein sauber und rein zu transportieren sei. Man wollte damit vor allem verhindern, dass sich Säumer und Knechte während des Transports an dem kostbaren Nass gütlich taten und zur Vertuschung des Vergehens die Fässer mit Wasser auffüllten. Diese Forderung war jedoch nicht durchzusetzen, so dass die beteiligten Partner den Säumern und Fuhrleuten und jenen, die beim Laden halfen, später zugestanden, vom Wein kosten zu dürfen.

Einzug des Zolls
Von Horgen herkommende Waren wurden in Zug beim Zollhaus verzollt. Der Zöllner beim Tor, so seine Amtsbezeichnung, musste dem Sustmeister mitteilen, dass die Waren bereits verzollt wurden, was einer Quittung für den Warentransport entsprach. Umgekehrt nahm der Sustmeister den Zoll von jenen Gütern ein, die über den See angeliefert wurden. Den vorhandenen Abrechnungen ist zu entnehmen, dass die Einnahmen des Stadtzollers stets höher waren als jene des Sustmeisters, wenn auch die transportierte Menge im Vergleich zu andern Städten gering blieb.

Quellen und Literatur:
Dändliker Paul / Schwegler Hans; Strassenbau und Verkehrsplanung im Kanton Zug, in: Zuger Neujahrsblatt 1973, p.91ff., Zug 1972.
Glauser Thomas, Sust und Zoll in der mittelalterlichen Stadt Zug, in: Tugium 16/2000, S.79-96, Zug 2000.
Gruber Eugen; Von der alten Baarer- oder Horgenerstrasse, in: Zeitschrift Landis & Gyr, Nr. 6, 1972, Zug 1972.
Grünenfelder Josef; Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug. Neue Ausgabe I.
Das ehemalige Aeussere Amt. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) Bern, Basel 1999.
Schiedt Hans-Ulrich; Das Hohlwegsystem im Breitholz, in: Bulletin IVS 97/1, p.39 ff.
Urkundenbuch von Stadt und Amt Zug, 2 Bände, Zug 1952.
Weber Anton; Die Sihl- oder Horgener-Strasse und die Sust in Zug. Ein Beitrag zum Handelsverkehr zwischen dem Zürichseegebiet und der Innerschweiz, in: Zuger Neujahrsblatt 1886, Zug 1885.
Zollinger Jakob; Die „Säumerstrasse von Horgen nach Zug, in: Blätter der Vereinigung Pro Sihltal, Nr.14, 1964.

Stadtarchiv Zug / Zug Tourismus, April 2010


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Orte an der Route: Zug - Arbach - Inwil - Grossacher - Grund - Baar - Schlüsseli - Deinikon - Unterbüessikon - Ruessen - Utigen - Sihlbrugg - Rüebgarten


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Geschichte der Tour (B04071)

Erste Publikation: Mittwoch, 10. November 2010

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 15. Januar 2014

Tour publiziert von: Presented by www.zug-tourismus.ch

Tourencharakter

Distanz: 11.2 km | Zeitbedarf: 3¼ h
Aufstieg: 220 m | Abstieg: 220 m
Höchster Punkt: 645 m.ü.M.

Schwierigkeit T1 Wandern

Drucken, Daten

Siehe auch

ZUG TOURISMUS
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Bahnhofplatz
6304 Zug

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Internet: www.zug-tourismus.ch