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Lago Sangiatto - foto: Andreas Weissen

Lago Sangiatto - foto: Andreas Weissen

Alpe Salecchio - foto: Andreas Weissen

Alpe Salecchio - foto: Andreas Weissen

Richtung Muretto-Pass - foto:Andreas Weissen

Richtung Muretto-Pass - foto:Andreas Weissen

Scherbadung und Punta Fizzi - foto: A. Weissen

Scherbadung und Punta Fizzi - foto: A. Weissen

Unterhalb des Muretto-Passes - foto: A. Weissen

Unterhalb des Muretto-Passes - foto: A. Weissen

Blick auf Pojala - foto: Andreas Weissen

Blick auf Pojala - foto: Andreas Weissen

Richtung Lago d Agaro - foto: A. Weissen

Richtung Lago d Agaro - foto: A. Weissen

Lago d Agaro, Monte Cistella - foto: A. Weissen

Lago d Agaro, Monte Cistella - foto: A. Weissen

Crampiolo

Crampiolo

Tourenbeschreibung

Der schmale Weg über den Passo del Muretto, der höchste Punkt der heutigen Etappe, verband während Jahrhunderten die Walsersiedlungen von Saley (ital. Salecchio) und Agher (ital. Agaro). Das Vieh und die Alpwirtschaft bildeten lange Zeit die Lebensgrundlage der einfachen Bauerngemeinschaften, die inzwischen verschwunden sind. Ein zweiter Pass bringt uns durch lichte Lärchenwälder und wunderschöne Moore zum Weiler Crampiolo auf der Alpe Devero.


Wegbeschreibung:
Von unserem Nachtquartier, dem Rifugio Zum Gora“ kehren wir zurück nach Ober Saley, vorbei an den dunklen Holzhäusern und Stallscheunen. Es geht bergauf durch prächtige Wiesen, an deren Ende die Hütten von Cortic am Hang kleben. Wir tauchen in den Lärchenwald ein. Nach einer scharfen Rechtskurve gelangen wir auf die Alpe Salecchio (1878 m ü. M.). Die Alpe (deutsch: Kameralpu) ist ziemlich gross und flach. Bei schlechter Witterung kann in einer der verlassenen Hütten Zuflucht gefunden werden.
Der Weg führt nun gemütlich durch den duftenden Lärchenwald mit dichten Alpenrosenstauden im Unterholz. Wir erreichen einen Buckel. Wegspuren führen steil hinunter zur Ebene der verlassenen Alpe Casarola di sopra (2023 m). Die einzige Hütte diente früher als Sennerei. Ställe gibt es keine, weil das Vieh die Nacht im Freien verbrachte. Jetzt wird die Hütte als Notunterkunft genutzt.
In der Ferne winkt der Passo dello Muretto (2347 m ü. M.), den wir, den Nordhang querend nach einer guten Stunde erreichen. Auf der Westseite des Passes blühen im alpinen Kalkrasen wunderschöne, teilweise seltene Alpenblumen. Wir folgen einem Höhenweg. Der Blick schweift hinunter zum Stausee von Agaro, in dessen Fluten das Walser Dorf im Jahr 1938 versank. Die ausgedehnten Alpweiden von Pojala waren während mehr als sechshundert Jahren die wichtigste Lebensgrundlage der kleinen Gemeinschaft.
An den Alphütten von Pojala (2148 m ü. M) vorbei peilen wir die Lücke zwischen dem Monte del Sangiatto und dem Monte Corbernàs an, die Bocchetta di Scarpia (2248 m ü. M.). Das Panorama beim Abstieg ist überwältigend. Den Horizont bilden die Grenzberge zur Schweiz: Scherbadung (ital. Pizzo Cervandone), Rothorn (Punta della Rossa) und das Ofenhorn (Punta d’Arbola). Weiter vorne, zum Greifen nahe, der Pizzo Fizzi. Vor uns breiten sich auf kilometerlangen Plateaus und sanften Hängen die Alpweiden aus. Wir wandern hinunter zu Alpe Sangiatto, vorbei an mehreren kleinen Bergseen und Moorlandschaften. Mit Elektrozäunen werden Trittschäden des Viehs in den empfindlichen Lebensräumen verhindert. Etwas unterhalb der Alpe im Lärchenwald liegt eines der schönsten Moore der Alpe Devero. Und die Mähwiesen von Crampiolo (1767 m ü. M.) sind bekannt für ihre Blumenpracht. Die kleine schmucke Alpsiedlung mit Kapelle liegt am linken Ufer des Bergbachs Devero. Am anderen Ufern, kaum zehn Gehminuten entfernt, beim Lago delle Streghe (deutsch: Hexensee) dehnen sich prächtige Moore aus. Auch der kleine Kräutergarten des Naturparks mit Edelweiss und Artemisia genepy ist ein Besuch wert.

Wegbeschreibung: Andreas Weissen



Landschaft, NATURA2000, Schutzgebiete

Die Mähwiesen in der Umgebung von Salecchio superiore (Ober Saley) und insbesondere bei Crampiolo gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, die jemals von Menschen geschaffen wurden und unterhalten werden. Der Lärchenwald mit den Alpenrosensträuchern ist besonders schön. Alpine Kalkrasen mit seltenen Blumen erstrecken sich auf der Westseite der beiden Passübergänge. Naturkundlicher Höhepunkt der Wanderung sind die wunderschönen Moore unterhalb der Alpe Sangiatto und beim Lago delle Streghe.
Bei der Bochetta della Scarpia betreten wir das Schutzgebiet von Devero. Die Auflagen sind weniger streng als im Naturpark. Das Gebiet ist wie der ganze Naturpark und die Umgebung des Monte Giove in der Val Formazza von europäischer Bedeutung.


Typische Arten Flora und Fauna gemäss Natura 2000

Vögel: Birkhuhn (Tetrao tetrix) ca / S, Schwarzspecht (Dryocopus martius) ca / S, Wasseramsel (Cinclus cinclus) ca / S, Steinrötel (Monticola saxatilis) RL CH / S.


Weitere Arten (Rote Liste / Geschützte / Endemiten / Charakterarten):

Feuerlilie (Lilium bulbiferum) RL CH / §, Paradies-Lilie (Paradisea liliastrum) RL CH / §, Tulipa australis (Südliche Tulpe) RL CH / §, Guter Heinrich (Chenopodium bonus-henricus) ca, Lärche (Larix decidua) ca, Schwefel-Anemone (Pulsatilla apiflora) ca, Scheuchzers Wollgras (Eriophorum scheuchzeri) RL CH,
Fieberklee (Menyanthes trifoliata) RL CH, Sumpfherzblatt (Parnassia palustris) ca, Blutauge (Potentilla palustris) RL CH, Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia) RL CH / §, Kleine Liliensimse (Tofielda pusilla) RL CH, Bach-Steinbrech (Saxifraga aizoides) ca, Alpen-Apollo (Parnassius phoebe) RL CH, Alpenaster (Aster alpinus) ca, Edelweiss (Leontopodium alpinum) ca, Männertreu (Nigritella nigra) RL CH / §, Hallers Primel (Primula halleri) RL CH / E, Gelbes Seifenkraut (Saponaria lutea) RL CH, Skabiosenscheckenfalter (Euphydryas aurinia ssp. debilis) RL CH, Goldprimel (Androsace vitaliana) RL CH / §, Stengelloser Enzian (Gentiana kochiana) ca, Jacquins Binse (Juncus jacquinii) ca, Frühlings-Küchenschelle (Pulsatilla vernalis) ca, Küpfers Hahnenfuss (Ranunculus kuepferi) ca, Eingeschnittene Glockenblume (Campanula excisa) RL CH / E, Himmelsherold (Eritrichum nanum) RL CH / §, Alpen-Azalee (Loiseleuria procumbens) ca.


Status-Kategorien:
• RL CH: Liste der gefährdeten Arten der Schweiz (Rote Liste)
• §: auf nationaler Ebene geschützt
• E: Endemit
• S: Smaragd-Art
• ca: Charakter-Art


Typische Lebensräume gemäss Natura 2000 und andere

Extensive Mähwiesen und Weiden, Fettwiesen und Lägerstellen, Lärchenwälder, Flachmoore
Hochmoore, Kalkrasen, Borstgrasweide (mit Elementen anderer alpiner Weiden), Zwergstrauchheiden und Windkanten



Empfehlungen des WWF für Wanderungen

Wanderungen in den Bergen sollten sorgfältig geplant werden. Wichtig ist eine gute Karte im Masstab 1:50'000 oder besser noch 1:25'000. Die Ausrüstung sollte leicht und zweckmässig sein. Dazu gehören unter anderem Wanderschuhe mit gutem Profil, Regenschutz und ein warmer Pullover. Feldstecher und Notizblock dürfen nicht fehlen. Selbstverständlich sollte ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Wasser im Rucksack mitgetragen werden. Wir empfehlen, in den Gaststätten nach regionalen Spezialitäten und/oder Bio-Produkten zu fragen.

Abfälle dürfen nicht weggeworfen, Blumen und Pflanzen nicht gepflückt werden. Die Ruhe der Natur ist zu respektieren. Die markierten Wege sollten nicht verlassen werden, um die Wildtiere nicht unnötig zu stören.


Hinweis(e)

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Historische und volkskundliche Aspekte

Vom 13. bis ins 20. Jahrhundert siedelten in der Region Walser. Der Passo del Muretto war ein wichtiger Verbindungsweg für Verwandtenbesuche, Prozession, Viehhandel und Warenverkehr. In den 30er Jahren wurde die Bevölkerung von Agher gezwungen, ihr Dorf zu verlassen, um einem Stausee Platz zu machen. In den 60er Jahren verliessen die letzten Bewohner Saley und liessen sich im Talgrund nieder. Heute herrscht eine – manchmal bedrückende – Stille über dem einstigen Siedlungsgebiet der Walser.

• Die Internationale Walservereinigung hat ein virtuelles Museum mit vielen wertvollen Informationen zur Geschichte, Kultur und Wirtschaft der Walser eingerichtet.


Weitere Etappen

Anschlussetappe: Smaragdweg Wallis-Piemont: Etappe 3
Vorgängeretappe: Smaragdweg Wallis-Piemont: Etappe 1


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Orte an der Route: Salècchio Superiore - Alpe Salècchio - Passo del Muretto - Alpe Pojala - Alpe Saniatto - Crampiolo. Es ist empfehlenswert, den offiziellen Wegweisern zu folgen: - Passo del Muretto - Pojala - Bocchetta della Scarpia - Alpe Sangiatto - Crampiolo


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Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

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Verglichen mit allen anderen Wanderungen in der Region Piemonte

Geschichte der Tour (B01370)

Erste Publikation: Freitag, 30. Mai 2008

Letzte Aktualisierung: Mittwoch, 12. Februar 2014

Tour publiziert von: GPS-Tracks.com powered by GEO-Tracks GmbH