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Fachwerkbrücke Haggen-Stein

Fachwerkbrücke Haggen-Stein

SBB-Sitterviadukt

SBB-Sitterviadukt

Hängesteg im Rechen, genannt Ganggelibrogg

Hängesteg im Rechen, genannt Ganggelibrogg

Tourenbeschreibung

Die Wanderung beginnt beim Haggen-Schlössli, welches 1642 – 1644 als barocker Landsitz für Johann Boppart erbaut wurde. Eine Inschrifttafel im Giebelfeld sowie das Allianzwappen Boppart-Bossart von 1663 über dem Haupteingang erinnern an den Bauherrn. Ein Weiterer Zeuge aus dieser Zeit ist die Kassettendecke in der Vorhalle mit Darstellungen der Kreuzigung.
Das Schlössli Haggen ist heute ein öffentliches Restaurant im Besitz der Stadt St.Gallen.
Links oben steht die Frühbarockkappelle St.Wolfgang, die 1572 und 1644 umgebaut und danach mehrmals renoviert wurde. Die beiden Figuren des Heiligen Wolfgang und Ulrich auf dem Barockaltar stammen aus dem Jahr 1647.


Tourenbeschrieb:

Wir wandern auf der Wolfgangstrasse durch das gleichnamige Quartier und kommen zur imposanten Fachwerkbrücke Haggen-Stein. Früher musste man den beschwerlichen Saumweg hinunter nach Zweibruggen steigen, Sitter und Wattbach überqueren um danach die Hundwiler-Leiter mit 364 Stufen zu erklimmen. 1884 bestanden erste Pläne für eine Brücke. 1906 projektierte Ingenieur Karl Vogt eine Strassenbahn-Verbindung von St.Gallen über Stein nach Appenzell mit einer 9 m breiten Brücke über die Sitter – der erste Weltkrieg verhinderte aber deren Verwirklichung. 1926 entstanden neue Pläne, die jedoch erst in den Krisenjahren 1936/1937 zur Ausführung gelangten. Die 355 m lange und 98.60 m hohe Brücke aus 350 t vorfabrizierten Eisenteilen von der Firma Ernst Scheer AG in Herisau wurde ohne Gerüst montiert. Bei der Einweihung traten unangenehme Schwankungen auf, die sich aber als harmlos herausstellten. Deshalb wird die Brücke auch «Ganggelibrogg» genannt, eine Bezeichnung, die jedoch dem Hängesteg im Rechen vorbehalten ist.

Wir überqueren die Brücke nicht, sondern gehen auf der leicht ansteigenden Strasse links weiter, danach geht es abwärts zur Brücke bei der ehemaligen Nordmühle, die über den Wattbach führt. Ehemals bestand hier ein Übergang der Landstrasse Hauteten/Stein nach Haggen/St.Gallen. Der Besitzer der «Mahlmühle», der ältere Bruder des Brückenbauers Grubenmann, wurde 1754 verpflichtet, für den freien Durchfluss des Wassers zu sorgen. Als Ersatz für verschiedene Stege erstellte Hans Jakob Altherr aus Speicher 1787 eine Hüslibrücke mit einer Länge von 8 m und einer Breite von 3.60 m. Der heutige Übergang wurde 1876 erbaut, «95 Fuss neben der alten Brücke».

Auf einem schattigen Naturweg wandern wir entlang des Wattbachs abwärts nach Zweibruggen. Schon im Mittelalter bestanden hier Überführungen aus Holz; eine Hüslibrücke über den Wattbach wird bereits 1655 erwähnt. Die jetzige Brücke, Mitte der siebziger Jahre gründlich renoviert, wurde vor 1787 von einem unbekannten Baumeister erbaut. Mit 14.20 m Spannweite und 2.10 m Breite gilt sie als schönste der heute noch bestehenden Holzbrücken.
Die grössere Hüslibrücke über die Sitter wird 1479 als Schmidlinsbrugg und 1655 als Brugg im Sittertal erwähnt. Der Neubau von 1710 wurde 1787 ersetzt durch die bestehende Holzbrücke, erbaut von Hans Jakob Altherr von Speicher. Wie damals üblich wurde das Innere mit historischen Daten und Sprüchen verziert.

Etwa 100 m unterhalb der Brücke stand am linksseitigen Ufer die mit Wasserkraft betriebene Zweibruggenmühle aus den Jahren 1669-1674. Sie wurde 1902 Opfer einer Feuerbrunst. Die Ruinen der Grundmauern sind teilweise noch vorhanden.

Unser Wanderweg führt unter dem imposanten Fachwerksteg durch, dann geht es steil aufwärts nach Störgel. Auf der Güterstrasse – leider mit Hartbelag – geht es anschliessend auf der Höhe weiter nach Witenau, dann steigen wir ab zum Kubel.

Ein Hochwasser zerstörte 1778 sämtliche Brücken und Stege entlang der Urnäsch. Die Gedeckte Holzbrücke über die Urnäsch wurde 1780 von Hans Ulrich Grubenmann, dem berühmten Teufener Zimmermeister und Kirchenbauer gebaut. Mit einer Spannweite von 30 m und einer Höhe von 6.50 m gilt der letzte Grubenmannsche Brückenbau auch heute noch als Meisterwerk. Wegen der zahlreichen, auf den Querbalken aufgemalten Inschriften mit historischen Daten und Ereignissen nannte man diese Brücke (wie die Brücke von Hundwil) auch «Sprechende Brücke». Ein Modell der Brücke ist im Grubenmann-Museum in Teufen ausgestellt.
Von den zahlreichen Grubenmann-Brücken sind nur noch vier erhalten. Bekannte Grubenmann-Kirchen stehen in Teufen, Stein AR, Oberuzwil, Brunnadern und Ebnat-Kappel.

Die Gedeckte Holzbrücke über die Sitter führt den Saumweg von Herisau/Stein weiter nach St.Gallen. Die jetzige Brücke wurde um 1800 vom Kloster St.Gallen erstellt. Sie ist fachtechnisch einwandfrei gebaut, der Zimmermeister ist nicht namentlich bekannt. Die Länge beträgt 22.40 m, die Breite 3.42 m. Auch im stolzen Alter von 200 Jahren wird die Brücke voll genutzt und ist (für die Anwohner) für Fahrzeuge bis 4 t freigegeben.

Der Sitterviadukt der Bodensee-Toggenburg-Bahn (heute Südostbahn) über den Hüslibrücken wurde 1907-1910 erbaut. Der 365 m lange Viadukt mit seinem 120 m langen, 920 t schweren Stahlträger rund 100 m über der Sitter, gilt als höchste normalspurige Bahnbrücke Europas in Stein- / Stahlkonstruktion. Für den Bau wurde erstmals ein Holzgerüst erstellt. Zimmermeister Richard Coray aus Trin benötigte dafür 1'410 m3 Holz und rund 2'100 m3 Bohlen. Die Pfeiler sind aus 27'200 m3 Sand- und Kalksteinen gemauert. 1979 – 1982 wurde der Viadukt erneuert und verstärkt. Die Brücke ist seither für alle in Europa verkehrenden Züge zugelassen.

Wer hier die Wanderung abbrechen will, steigt beim Kubel rechts hoch und gelangt zur Bahnstation St.Gallen Bruggen.
Wir wandern weiter flussabwärts zur Kavernenbrücke der SAK, die 1973 als direkter Zugang zur Kavernenzentrale der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG erstellt wurde. Der vorfabrizierte röhrenförmige Tragbalken wurde mit einem Autokran versetzt, darauf betonierte man die 5.10 m breite Fahrbahnplatte.

Weiter geht es der Zufahrtsstrasse entlang bis ein weiteres imposantes Bauwerk, der SBB-Sitterviadukt, vor uns liegt. Die Überquerung des Sittergrabens war beim Bau der Eisenbahnlinie Wil - St.Gallen das grösste Hindernis. Ingenieur Dreifuss baute 1854 – 1856 eine in ganz Europa Aufsehen erregende, 165 m lange Fachwerkbrücke auf drei 48 m hohen Pfeilern aus gusseisernen Elementen. Der Verkehr erforderte 1925 den Ausbau der Strecke Winterthur – St.Gallen auf Doppelspur und, nach 69 Jahren, den Ersatz der Kräzern-Eisenbahnbrücke. Gleich daneben entstand der neue, 209 m lange und 63 m hohe Viadukt, der mit 18'000 m3 einheimischen Bruchsteinen verkleidet wurde. Die Brücke besitzt fünf je 30 m weite Gewölbe mit eleganten Bögen. Auf der Südseite wurde ein 2 m breiter Fussgänger- und Radfahrersteg angehängt, der rege benützt wird.

Etwas weiter flussabwärts gelangen wir zur Kräzern-Strassenbrücke. Die erste Brückenstelle geht auf das 13. Jahrhundert zurück. 1774 – 1778 liess Abt Beda Angehrn eine gedeckte Holzbrücke für mehrspannige Fuhrwerke bauen. Als Ersatz für die ausgediente «Bedabrücke» wurde 1807 Baumeister Hans Ulrich Haltiner von Altstätten beauftragt, eine steinerne Brücke zu erstellen. Das 148 m lange Werk hat eine Höhe von 25 m; die beiden Gewölbe aus Molasse-Sandstein besitzen eine Spannweite von 26.40 m. Die Kräzernbrücke galt lange als schönster Brückenbau. Das vom gleichen Baumeister erstellte Zollhäuschen am östlichen Brückenende diente dem Kanton zur Erhebung des Brückenzolls.

Müde Wanderer können hier die Wanderung abbrechen und der Fahrstrasse rechts bis nach Stocken folgen. Ab dort führt der Bus in die Stadt zurück.
Dem zunehmenden Verkehrsaufkommen der Dreissiger-Jahre war die Kräzernbrücke nicht mehr gewachsen. 1936 bewilligte der Grosse Rat einen Kredit für die Planung der neuen Fürstenlandbrücke. Aus 47 eingereichten Projekten wurde eine 60 m hohe Bogenbrücke aus Eisenbeton ausgewählt mit einer Länge von 489 m und einer Spannweite von 134 m. Das Leergerüst für die Betonierung des Zwillingsbogens galt als Meisterwerk der Holzbaukunst. Dazu lieferte der Kanton aus seinen Wäldern 1'200 m3 Baumstämme. 1941 wurde die Fürstenlandbrücke für den Verkehr freigegeben.

Wir gehen weiter, unter der Fürstenlandbrücke durch, zur ehemaligen Färberei Sittertal. Das Gebiet wurde 1840 industrialisiert. In dieser Zeit wurde auch der Seitenkanal für die Färberei erstellt. Die Brücke darüber hat weder einen Namen noch schrieb sie Geschichte.

Etwas weiter stossen wir auf den Steg für den Billenbergweg, ein beliebter Übergang zum Billenberg und nach Abtwil. Der 34 m lange, eiserne Fachwerkträger wurde 1879 infolge eines Erdrutsches vom «Rechen» an den heutigen Standort versetzt, wo er mit einer Holzkonstruktion auf 64 m verlängert wurde. Mehrmals setzten Hochwasserschäden dem Steg zu. 1924 musste deshalb der hölzerne Teil durch eiserne Träger ersetzt und im Juni 2002 mit einer stählernen Fachkonstruktion erneuert werden.

Unser Weg führt uns über den Fussgängersteg auf das linke Sitterufer, dort zweigen wir rechts nach Tobel ab und stossen auf den Aquadukt Tobel, ein 53 m langer Betonkasten mit zwei Stützen, der die Abwasser aus dem Raum Kräzern und Winkeln zur Abwasser-Reinigungsanlage Au transportiert.

Weiter geht’s zur Rechenwaldbrücke, eine 1976 erbaute Betonbrücke von 70 m Länge, 3.50 m Breite und einer 41 m weiten Mittelöffnung. Als Verlängerung der Rechenwaldstrasse erschliesst sie das Gebiet Tobel-Bruggen. Wir folgen der Rechenwaldstrasse auf dem Trottoir, zweigen im Wald links ab und gelangen zu einem der beliebtesten Übergänge im Sittertobel, zum Hängesteg im Rechen, im Volksmund auch Ganggelibrogg genannt. Die 1882 erbaute Hängebrücke überspannt mit 65 m Länge die Sitter ohne Zwischenstütze, gilt somit als hochwassersicher. Der von der Giesserei Romanshorn erstellte, 1.2 m breite Steg hängt an zwei 35 mm dicken Seilen, dadurch schwankt er beim Begehen, er «ganggelet». Als eine der wenigen Hängebrücken in der Ostschweiz gilt das Bauwerk als historisches Kleinod.
Nun wandern wir über die Brücke zum Burentobel. Vor uns steht der Sitterviadukt der Nationalstrasse A1. Der 644 m lange und 64 m hohe Viadukt fügt sich harmonisch in die Landschaft ein. Die Zwillingsbrücke mit einem fugenlos durchlaufenden Balken (die älteste Trägerart) steht auf eleganten, sechseckigen Pfeilern, die zehn Brückenfelder mit 45 – 80 m Spannweite bilden. Ein Steg für Fussgänger und Radfahrer wurde nachträglich an den, im Rohbau fertigen, Viadukt angehängt.

Wir gelangen zur Sitterbrücke der Firma Filtrox AG bei der Spisegg. 1877 entstand hier eine erste, 52 m lange eiserne Fachwerkbrücke, die 1980 durch eine 5.20 m breite Betonbrücke mit zwei je 24 m breiten Feldern ersetzt wurde.

Über die Brücke gelangen wir auf die Hauptstrasse St.Gallen – Abtwil/Engelburg, der wir etwa 100 m abwärts folgen. Hier steht die Wartehalle der Postautolinie Engelburg – St.Gallen. Daneben entdecken wir die Gedeckte Spiseggbrücke von 1779. Im Bereich der heutigen Brücke gab es früher eine Furt, deren Schutz die Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnte Burg Spisegg über dem östlichen Ufer übernahm. 1660 wurde die verlassene Burg abgebrochen, die Steine wurden für den Bau der Kirche St.Josefen verwendet. Ein einfacher Steg entstand vermutlich im 15. Jahrhundert, 1592 wurde die erste befahrbare Brücke durch die Höfe Gaiserwald erstellt. Hochwasser zerstörte mehrmals die Brücken, deshalb baute die Gemeinde Gaiserwald 1778 die heute noch bestehende Holzbrücke etwas flussaufwärts an einem vorteilhafteren Standort. Ersteller war der Bauwart des Klosters, Johann Ulrich Schefer von Rotmonten, der die Hüslibrücke nach der bewährten grubenmannschen Methode konstruierte. Obwohl nur einspurig und mit ungünstiger, kurvenreicher Zufahrt, diente sie bis 1964 auch dem regelmässigen Postautoverkehr.

1963/1964 wurde etwa 50 m unterhalb der Holzbrücke die Neue Spiseggbrücke erbaut. Die 61.80 m lange Betonbrücke besteht aus einem vorgespannten Plattenbalken mit zwei parallelgurtigen Hauptträgern. Die beiden Innenstützen an der Böschung geben der Brücke eine Spannweite von 40 m.

Wir beschliessen hier unsere Wanderung und fahren mit dem Postauto zurück zum Hauptbahnhof. Die Wanderroute führt als «Sitterstrandweg» weiter über Hätteren – Erlenholz nach Häggenschwil.


Variante(n)

Variante A: Kubel (SAK) - Bahnhof St.Gallen-Bruggen


Hinweis(e)

Die Wanderung kann nach Belieben später angefangen oder früher beendet werden. Das sehr gute öffentliche Verkehrsnetz ermöglicht eine rasche Rückkehr nach St.Gallen.


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Orte an der Route: St.Gallen - St.Gallen Haggen - Stein AR - St.Galler Sittertobel


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Geschichte der Tour (B01074)

Erste Publikation: Freitag, 20. April 2007

Letzte Aktualisierung: Freitag, 15. Juli 2016

Tour publiziert von: Presented by www.st.gallen-bodensee.ch

Tourencharakter

Distanz: 8.2 km | Zeitbedarf: 2¼ h
Aufstieg: 102 m | Abstieg: 102 m
Höchster Punkt: 705 m.ü.M.

Schwierigkeit T2 Bergwandern

Drucken, Daten

Siehe auch

St.Gallen-Bodensee Tourismus
Bankgasse 9
Postfach
CH-9001 St.Gallen
Tel: +41 (0)71 227 37 37
Fax: +41 (0)71 227 37 67
Internet: www.st.gallen-bodensee.ch
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St.Galler Wanderwege
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Kartenmaterial: www.sg-wanderwege.ch/