Zur Startseite Gratis-Tourenführer mit über 7500 GPS-Touren und Karten-Overlays (MTB, Alpin, Ski, Transalp, Bike, Wandern, Velo, Mountainbike, ...)
@FotoText

Tourenbeschreibung

Die romanische Kirche Sant Ambrogio Vecchio in Negrentino (XI. Jahrhundert) liegt auf einem alten Saumpfad des Nara und verdient uneingeschränkt einen Besuch. Sie gehört nämlich zu den bemerkenswertesten Kirchen des Tessins und ist sowohl für die eindrucksvolle architektonische Anlage als auch für die wertvollen romanischen und spätgotischen Fresken bekannt. Der Ausflug startet in Leontica, einem charakteristischen und abgeschiedenen Dorf, das jedoch jedes Jahr das traditionelle Fest seines Schutzheiligen mit viel Energie feiert (24. Juni oder dem nächstliegenden Sonntag). Wenn man die Gelegenheit hat, sollte man die traditionelle Parade der historischen Miliz nicht verpassen. Es wird erzählt, dieser Brauch gehe auf ein Gelübde zurück, das eine Gruppe von Männern aus dem Bleniotal während ihrer Teilnahme an Napoleons Russland-Feldzug abgelegt habe: sollten sie lebend davonkommen, würden sie zur Ehren des Schutzheiligen eine symbolische Truppe aufstellen. Nachdem man die Kirchenschlüssel in der Osteria des Dorfes abgeholt hat, macht man sich auf den Weg zwischen den grünen Wiesen längs der Straße, die zum Parkplatz des Nara führt. Man folgt dem markierten Weg, der anfänglich leicht ansteigt, und dann nach Negrentino abfällt Der erst vor Kurzem errichtete Steg erleichtert dem Besucher den sicheren Zugang zur Kirche. Nach Erreichen der Kirche genießt man die Schönheit des Ausblicks, der sich auf die Täler und die umliegenden majestätischen Berge öffnet. Der Weg geht dann weiter über den markierten Weg hinab nach Prugiasco. Hier, am Ende des Abstiegs, kann man für die Rückfahrt einen Bus nehmen oder noch ein Weilchen verbleiben, um die 1700 errichtete Pfarrkirche S. Ambrogio einen kurzen, aber lohnenden Besuch abzustatten.
Wer die Kirche mit ihren Apsiden und dem schönen Glockenturm schon von weitem bewundern möchte, kann den längeren und steileren Aufstieg von Prugiasco aus wählen.


Sehenswürdigkeiten:

Sant'Ambrogio vecchio
Die Kirche Sant’Ambrogio vecchio liegt inmitten der Wiesen von Negrentino, in der Gemeinde Prugiasco, auf 850 Meter Höhe.
Nicht zuletzt dank dieser beneidenswerten Lage im Grünen, mit einer überwältigenden Rundsicht, hat dieses Zeugnis der Tessiner Romanik den Reiz früherer Zeiten bewahrt. Die im 11. Jahrhundert erbaute Kirche wird 1224 erstmals erwähnt. Sie liegt am Transitweg über den Nara-Pass, der das Bleniotal mit der Leventina verbindet. Die Kirche war dem heiligen Ambrosius, Bischof von Mailand, geweiht worden; damals und bis zum Jahr 1988 gehörten die Tre Valli (Blenio, Leventina und Riviera) zur Diözese Mailand.
Die Widmung wurde 1702 geändert: Die neu gebaute Pfarrkirche von Prugiasco erhielt den Namen Sant’Ambrogio, die alte Kirche hiess fortan San Carlo; doch der Volksmund blieb bei «Sant’Ambrogio vecchio».
Der ursprüngliche Bau besteht aus einem rechteckigen Kirchenschiff mit halbrunder Apsis. Vermutlich an der Schwelle des 12./13. Jahrhunderts (nach andern Mutmassungen erst im 15. Jahrhundert) wurde eine zweite, kleinere Apsis angebaut. An der gegen das Tal gerichteten Mauer sieht man die beiden romanischen Apsiden, die ältere mit Blindbbogen und einem einbogigen Fenster , rechts davon ein Pfau als Sinnbild des ewigen Lebens .
Der Glockenturm mit quadratischem Grundriss steht von der Kirche getrennt und geht vermutlich auf das 12. Jahrhundert zurück. Er weist drei Reihen von zweibogigen Fenstern auf und trägt ein Zeltdach. Auf der dem Tal zugewandten Seite sind noch die beiden gekreuzten Wappen der Leventina zu erkennen, der Negrentino bis 1798 angehörte, überragt vom Uristier als Zeichen der Urner Herrschaft An der südlichen Aussenwand, oberhalb des jetzigen Eingangs, sind zwei Fresken zu sehen: ein Ecce Homo in der Lünette und ein Bild des Heiligen Michael, der die Seelen wägt und den Teufel vertreibt (Antonio da Tradate, 16. Jh.). Die beiden Kirchenschiffe werden durch Bogen getrennt, die von einer Säule gestützt sind. Die Dekormalereien nehmen fast alle Wände ein: es lassen sich drei Zeitspannen unterscheiden. Das wundervolle Fresko an der Gegenfassade der grösseren Apsis dürfte auf die ursprüngliche Kirche zurückgehen. Es stellt Christus dar, inmitten konzentrischer Kreise, die das Universum symbolisieren, mit der Dornenkrone auf dem Haupt. Hinter ihm die Instrumente der Passion (Lanze und Stock), auf der Seite die Apostel . Darüber ein Mäander, der von zwei Engeln und einem Meerestier unterbrochen wird, darunter nochmals ein Mäanderband. Eine sehr ungewöhnliche Komposition, die als Auferstehung, Himmelfahrt oder Jüngstes Gericht gedeutet werden kann. Aus den eher zarten Farbtönen Stechen Hellgrün, Ocker und Ziegelrot hervor. Das bemerkenswerte Fresko verrät byzantinische Einflüsse, die Datierung bleibt ungewiss (1010-30, 1050, 1100; zweifellos eines der ältesten im Kanton Tessin. Die Kunstwissenschafter stellen es der grossen romanischen Malerei Norditaliens zur Seite. Die übrigen Malereien im ältesten Teil der Kirche sind den Seregnesi zuzuschreiben, die in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Tessin und in Graubünden zahlreiche Fresken gemalt haben. In der grösseren Apsis findet man die gewohnten mittelalterlichen Themen: Christus im mandelförmigen Heiligenschein, die vier Evangelisten, die Apostel. Hinter einem Vorhang im unteren Teil verbirgt sich wohl der älteste Teil der Malereien, wie ein zu Tage getretener Drachenkopfvermuten lässt. An den Seitenwänden die Heiligen Stephan und Katherina, unter dem Bogen Bilder von Königen und Propheten, am Triumphbogen eine Verkündigung. An der Nordwand sind Votivbilder zu sehen, darunter ein heiliger Ambrosius, eine Thronende Madonna, ein weiteres Marienbild mit dem heiligen Abt Antonius und dem heiligen Bernhard. Eine weitere emsige Werkstatt hat im Negrentino gearbeitet: Um 1610 haben Antonio da Tradate und seine Helfer die kleinere Apsis und die Wände des zweiten Kirchenschiffs ausgemalt. In der Apsis wird, rund um das Hauptbild der Krönung, das Leben der Jungfrau Maria geschildert.
An den Trennbogen ist Mariä Himmelfahrt, umgeben von Aposteln und musizierenden Engeln, zu sehen, unter den Bogen Propheten und wieder der heilige Abt Antonius. Das Bild an der Gegenfassade erzählt das Wunder von Parabiago: Der heilige Ambrosius erscheint hoch zu Ross, um den Mailändern in der Schlacht (1339) beizustehen. Daneben sind die frühchristlichen Märtyrer Gervasius und Protasius abgebildet. An der Südwand wurden einige Votivbilder angebracht.
(Schlüssel erhältlich in den Restaurants und Läden von Leontica, Prugiasco und Acquarossa)

Pfarrkirche San Giovanni Battista
in Leontica, mit Stuckaturen und Fresken.


In der Umgebung:

Ruinen des Castello di Serravalle in Semione
im 12. Jahrhundert von den Herren des Bleniotals erbaut, um die Lukmanierstrasse zu überwachen. Die Burg wurde im Jahr 1402 zerstört. Derzeit sind archäologische Ausgrabungen im Gange. Kirche Santa Maria del Castello, in der Nähe der Burgruinen, mit Fresken von Giovan Battista Tarilli aus Cureglia (1587).

Pfarrkirche Santa Maria Assunta und Beinhaus (Totenkapelle)
mit Fresken der Seregnesi aus dem 16. Jahrhundert. Kirche Martino in Malvaglia, romanischer Glockenturm, grosser Christophorus an der Fassade, im Innern Fresken, ein Teil wahrscheinlich von Antonio da Tradate. Palazzo del Pretorio, in Lottigna, aus dem 16. Jahrhundert. Diente als Sitz der Landvögte. Schöne, mit Wappen geschmückte Fassade. Sitz des Talmuseums (Volkskunde, religiöse Kunst, Waffensammlung).
Ostern-Ende Oktober, Dienstag-Freitag, 14-17, Samstag, Sonntag und Feiertage 10-12 und 14-17.


Variante(n)

Tipp A: Ein längerer und steilerer Aufstieg ist der Weg, der von Prugiasco aus zur Kirche von Negrentino führt. Der Vorteil dieses Weges ist, die herrliche Architektur der Apsiden und des Glockenturms schon von Weitem bewundern zu können.
Wer die Wanderung verlängern möchte, kann von Acquarossa aus in Richtung Prugiasco starten, in Negrentino haltmachen und nach Comprovasco über Leontica zurückkehren.


Hinweis(e)

Empfohlene Jahreszeit: April - Oktober


Erstelle einen eigenen Tourenbericht

Wie froh wäre man selbst schon gewesen, man hätte von einer Tour oder einem Gebiet einen Tipp oder Hinweis gehabt.

Sei die erste Person, die zu dieser Tour einen Bericht verfasst! Ein Bericht ist in 3 Minuten erstellt - Du kannst damit eine Tour entscheidend aufwerten und Anderen helfen.



Orte an der Route: Leontica - S.Giovanni Battista - Negrentino - Prugiasco


Webcams

Kennzahlen der letzten 12 Monate (seit Dezember 2015)

1929

Einblendungen

Listen-Anzeige (ohne GEO-Map) der Tour zusammen mit anderen Touren
820

Detail-Tourenaufrufe

Anzeige der Detailinformationen der Tour (z.B. diese Seite)
13

Begehungen

Bezüge des Tourenblattes
10

Mobile-Bezüge

Mit der GPS-Tracks iPhone oder Android App

Popularitäts-Index

Verglichen mit allen anderen Wanderungen in der Region Ticino

Geschichte der Tour (B00907)

Erste Publikation: Freitag, 26. Januar 2007

Letzte Aktualisierung: Dienstag, 5. Mai 2015

Tour publiziert von: Presented by www.bellinzonese-altoticino.ch

Tourencharakter

Distanz: 2.4 km | Zeitbedarf: 3½ h
Aufstieg: 48 m | Abstieg: 308 m
Höchster Punkt: 918 m.ü.M.

Schwierigkeit T2 Bergwandern

Drucken, Daten

Siehe auch

Bellinzonese e Alto Ticino
Sede Valle di Blenio
Zona Lavorceno
CH-6718 Olivone
T +41 (0)91 872 14 87
F +41 (0)91 872 15 12
blenio@bellinzonese-altoticino.ch
www.bellinzonese-altoticino.ch