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Die Trosa, eine schöne Dame mit steinernem Herzen

Die Trosa, eine schöne Dame mit steinernem Herzen

Tour description

Von Monti della Trinità führt eine steile und kurvenreiche Strasse zum Dorf Monte Brè. Von da geht es immer aufwärts bis zur Cimetta, wo die Cima della Trosa sichtbar wird. Sichtbar wird auch der steinige Aufstieg, der uns die Bikes tragen lässt (ca. 45 Minuten). Umso mehr geniessen wir den Ausblick zum Lago Maggiore, zum Maggiatal, zum Centovalli, sowie zum Valle di Mergoscia, welches wir mit einer holprigen Abfahrt kurz touchieren. Die Fahrt setzt sich auch nach der Alpe di Bietri holprig und unwegsam fort und findet ihre Schlüsselstelle zwischen Fontai und Resa. Einige Stufen zwingen uns zum Schieben. Erst in Resa mündet der Weg in die Landstrasse, die uns zu unserem Ausgangspunkt bringt.

Unter den zahllosen Tälern, die das weite Gebiet des Tessins durchfurchen, ist das Verzascatal das unwegsamste und wildeste. Die Talsohle ist in eine tiefe Schlucht eingegraben, während die Wege, die zu den Monti führen, sich an die schroffen Abhänge klammern, sodass es beinahe unmöglich ist, Fahrradrouten anzulegen. Die einzige Möglichkeit, um die Gipfel mit dem Mountainbike zu erreichen, ist der Aufstieg von einem angrenzenden Tal her, etwa von den Weideflächen, die sich von der Cimetta bis zur Trosa hinziehen.
Am Hang oberhalb Locarno, tief eingekerbt in die Bergflanke, beherbergt die schöne Aussichtsterrasse Monti della Trinità lange Reihen nobler Wohnhäuser und moderner Villen, die friedlich mit den wenigen Weinbergen, die der Urbanisierung entkommen sind, zusammenleben. Das Hochplateau verlängert sich gegen Osten, durch Orselina und Brione sopra Minusio; es bildet die obere Stadtgrenze. Auf der andern Seite dieser Linie gilt noch die Vorherrschaft des Waldes.

Eine steile, gewundene Strasse führt hinauf zum Dorf Monte Brè, das sich auf dem letzten Stück des Höhenrückens erhebt, der das Vallemaggia und Verzasca trennt. An diesem Kamm, der so sanft erscheint, befinden sich einige der abschüssigsten Gipfel der Tessiner Alpen: Die Vogelperspektive des Poncione Piancascia, den die Bauern im Herbst erklommen haben, um verirrte Schafe zu suchen, die Platten des Sass d’Argent, die die Hütten der Alpe di Spluga einrahmen, die kürzlich instand gesetzt und als Bergunterkünfte eingerichtet wurden, die felsige Pyramide des Campo Tencia und seiner treuen Knappen Penca und Tenca, die Wache halten über die Ruhe der Steine und der ewigen Gletscher.
Wir steigen weiter auf gegen Norden. Wenn die Bäume nicht mehr so dicht nebeneinander stehen, haben wir schon eine beachtliche Höhe erreicht: Auf dem Talgrund unterscheidet man die Strassen und Dörfer, doch der Verkehrslärm vermag die Ruhe der Monti nicht zu stören. Die einzige Tonspur unserer Reise ist das muntere Gezwitscher vieler Vögel, die scheinbar das Knirschen unserer Fahrräder nachäffen möchten.
In Pian di Strii raten uns die Schilder für Mountainbike, einem amüsanten, ebenen Maultierpfad zu folgen. Noch eine steile Rampe und wir sind auf der Cimetta: Die Cima della Trosa breitet sich vor uns aus und zeigt ihre rauen Abhänge, ein ewiger Kampfplatz zwischen Gras und Steinen.
Als wir an der Basis des Gipfels ankommen, stellen wir fest, dass der Weg nichts Fahrradtaugliches an sich hat und finden uns damit ab, zu Fuss weiterzugehen. Beim Aufstieg mit unserem schweren Bündel denken wir an die Älpler, die vor uns auf den Steinfeldern unterwegs waren, unter übermässige Lasten gebeugt, von der unerbittlichen Sonne verbrannt oder von einem plötzlichen Regen durchnässt: Unsagbare Mühen, demütig ertragen von Menschen, die wussten, dass sie keine andere Wahl hatten.
Die Bergspitze ist aus einem Haufen verklemmter Felsblöcke gebildet. Vom eleganten weissen Bergkreuz aus kann ein weiter Landschaftsbogen bewundert werden: von den tiefen Taleinschnitten der Maggia und der Melezza bis zur gewundenen Silhouette des Lago Maggiore, der sich durch die sanften Hügel Insubriens windet. Gegen Norden öffnet sich das stille Tal von Mergoscia, durchzogen von einem Weg, der in Spitzkurven durch die Weiden führt. Die dünne graue Linie, die das blasse Grün des Grases durchschneidet, reizt uns, die Abfahrt sofort in Angriff zu nehmen. Der Boden ist holpriger, als es von oben den Anschein machte, doch die Fahrbahn ist breit, sodass wir auch die anspruchsvollsten Passagen überwinden können. Die Übung macht sogar Spass: Während der Fahrt vergleichen wir unsere Kurvenwahl, gehen an die Grenze des Gleichgewichts und fordern uns heraus zu immer kühneren Manövern.
Wir werden uns kaum bewusst, auf der Alpe di Bietri angelangt zu sein, einer ruhigen Oase in einer einsamen Mulde. Hier biegen wir nach rechts ab und folgen einem leichten Querweg gegenüber dem Val Resa. Die Strecke ist leicht holprig: Wir fahren in Haarnadelkurven gegen Süden, missachten einige Abzweigungen und setzen die Fahrt fort durch verlassene Weiden, bis uns ein Wegweiser nach Monti di Lego bestätigt, dass wir die richtige Strecke gewählt haben.
Wir erreichen aber nicht die Maiensässe, denn nach ein paar hundert Metern verleitet uns ein Schild, den vom Gebüsch versteckten engen Weg einzuschlagen, der direkt ins Tal hinunter führt. Nach einigen Stufen empfangen uns die kleinen Almhütten von Fontai, kühn an einen sehr steilen grasigen Kamm gelehnt, die uns von der Geschicklichkeit und Hartnäckigkeit ihrer Erbauer künden.
Bevor er auf dem Asphalt mündet, weist unser Weg noch eine lange Reihe von Stufen auf, die viel Aufmerksamkeit verlangen, um im Sattel bewältigt zu werden. Nach einigen schlimmen Stürzen beschliessen wir, jeden radfahrerischen Ehrgeiz aufzugeben und den Weg zu Fuss fortzusetzen. Erst in Resa, wo wir auf die Landstrasse stossen, die uns nach Monti della Trinità zurückbringt, schwingen wir uns wieder in den Sattel.
Während wir uns der Ebene nähern, hämmert der Verkehrslärm immer kräftiger an unsere Ohren. Wir wenden den Blick nach oben: Die Cima della Trosa ist hinter dem dichten Wald verschwunden, und wir gehen jede Wette ein, dass dort oben absolute Stille herrscht, nachdem auch die Rotkehlchen zu singen aufgehört haben.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008


Note(s)

Nicht fahrbar: 40-60 Min (Zwischen dem Bassa di Cardada und der Cima della Trosa - 250 Höhenmeter).


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Places along the route: Monti della Trinità - Monte Brè - Cimetta - Cima della Trosa - Alpe di Bietri - Fontai - Viona - Brione - Monti della Trinità


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Tour history (B01842)

First published: Freitag, 13. März 2009

Last updated: Montag, 19. Mai 2014

Tour published by: Presented by www.ticino.ch

Tour characteristics

Distance: 31.4 km | Time requirement: 4 h
Ascent: 1622 m | Descent: 1622 m
Highest point: 1869 m.a.s.l.

Difficulty S2

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