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Wiesen: Blühender Lebensraum

Wiesen: Blühender Lebensraum

Tourenbeschreibung

Die Strecke bietet einen ausgezeichneten Eindruck vom Westallgäuer Hügelland mit seinen Becken (Eggenbach, Rohne, Karbach), Mulden, Kuppen, Moränerücken, ovalen Drumlinhügeln und Tobeln. Immer wieder ergeben sich schöne Ausblicke auf die nähere und weitere Umgebung bis zu den Alpen. Typisch sind zahlreiche Wäldchen, Einzelhöfe, Bachauen und vor allem Wiesen verschiedenen Typs. Diese bilden das Thema der Route und nehmen vier Fünftel der Fläche ein.


WIESEN - BLÜHENDER LEBENSRAUM

Streuwiesen
Als Folge der zwischen 1870 und 1930 erfolgten Vergrünlandung, der Umwandlung von Äckern in Wiesen, stand im Allgäu kein Stroh mehr als Stall einstreu zur Verfügung. Strohersatz lieferten Schilfhalme, Niedermoorgräser und -kräuter, die durch herbstliche Mahd auf den daher so genannten «Streuwiesen» gewonnen wurden. Sie bilden die bunten Tupfer in der Landschaft, in denen vom Frühjahr bis Herbst ständig etwas blüht, fliegt, summt und brummt. Unter den bis 100 Pflanzenarten auf wenigen m2 fallen besonders die rosa Mehlprimeln, die rotblauen Knabenkräuter und die weißen Wollgrassamen auf. Die Umstellung auf Schwemmentmistung ließ Streuwiesen entbehrlich werden. Die meisten wurden entwässert, in Futterwiesen umgewandelt, aufgeforstet oder fielen brach. Um die restlichen zu erhalten, sind Mähen und das Wegschaffen des Mähguts notwendig. Landwirte, die Streuwiesen pflegen, erhalten eine Entschädigung.

Feuchtwiesen
Waldfreie Bach- und Flussauen und Stellen mit hohem Grundwasserstand waren früher Wiesen vorbehalten, weil sie für Äcker zu nass waren. Gelegentliche Überschwemmungen schadeten hier weniger. Durch die Begradigung der meisten Fließgewässer wurden die Auen trockener, feuchte Stellen wurden durch Drainage entwässert, gedüngt und in Fettwiesen umgewandelt. Feuchtwiesen sind daher selten geworden. Weil sie später und meist nur zweimal im Jahr gemäht werden – häufig für Pferdefutter – wachsen auf ihnen viele Pflanzenarten. Im Frühjahr zeigen Sumpfdotterblumen besonders nasse Stellen an. Das Wiesenschaumkraut blüht hell-lila, es folgen die rosafarbenen Kuckucksnelken und der Schlangenknöterich. Trollblumen und Hahnenfuß steuern gelbe, das Vergissmeinnicht blaue Töne bei. Die Blüten locken Schmetterlinge und andere Insekten an, die späte Mahd schont Puppen, Eigelege und Jungvögel.


WIESEN - SAFTIGE FUTTERGRUNDLAGEN

Fettwiesen
So genannte Fettwiesen bilden die Futtergrundlage für die Milchviehfütterung im Allgäu. Jeder Bauer wünscht sich solch wuchskräftige Wiesen, möglichst eben, also leicht befahrbar und großflächig. Häufige Schnittnutzung und sofortige Düngung, meist mit Flüssigmist, kennzeichnen die intensive Wiesenbewirtschaftung. Der Flüssig - mist sorgt für rasche Versorgung von Gräsern und Kräutern mit Nährstoffen. Vier bis fünf Schnitte pro Jahr können auf guten Futter wiesen hier im Karbachbecken gewonnen werden. Eine Milchkuh mit mittlerer Leistung benötigt täglich rund 13 kg gutes Wiesenheu oder 40 – 50 kg Grassilage zur Deckung ihres Grundfutterbedarfs. Bauern, die Milch für die Herstellung von Emmentaler Käse produzieren, gewinnen meist nur Heu als Winterfutter. Denn über Silofutter gewonnene Milch kann bei der Käsereifung zu Störungen führen. Im Vergleich zu Streu - und Nasswiesen sind Fettwiesenartenarm. Fuchsschwanz, Lieschgras und Weidelgräser so wie Löwenzahn, Bärenklau und Wiesenkerbel bilden oft den Hauptanteil der Wiesenvegetation. Für Schmetterlinge und Heuschrecken bieten Fett wiesen keinen geeigneten Lebensraum, häufige Mahd zerstört die Puppen und Eigelege. Auch nektarsuchende Insekten finden wenig blühende Kräuter, weil meist vor der Blüte gemäht wird.

Weiden
Weidendes Vieh gehört seit Generationen zum Landschaftsbild im Allgäu. Von Ende April bis Mitte Oktober bilden saftige Weiden wichtige Futtergrundlage für Kühe und Jungtiere. Verschiedene Weidsysteme und -techniken sind entstanden. Auf hofnahen Kälberweiden, meist um Streuobst - bäume, haben Kälber ersten Kontakt mit Gräsern und Kräutern. Milchkühe werden auf hofnahen Flächen mit kräftigem Futteraufwuchs gehalten. Durch nachhagen (versetzen des Zaunes) er halten sie portioniert frisches Gras. Jungvieh wird oft auf großflächig eingezäunten, hängigen Weiden (Schumpenbuckeln) ge halten. Die Futteransprüche sind nicht so hoch wie die der Milchkühe. Der Weidegang fördert die Gesundheit des Viehs, Sonneneinstrahlung, frische Luft und Bewegung sind ein Teil des Wellness-Programms für Kühe. Für Insekten stellen Weiden ebenfalls günstige Lebensräume dar – Rinderbremsen und Fliegen umschwirren die Kühe, Mistkäfer bevölkern Kuhfladen, Laufkäfer nutzen offene Bodenstellen. Der Pflanzenbestand auf Weiden hat sich dem Verbiss durch die Tiere und dem Tritt angepasst. Meist sind es robuste Gräser und Kräuter wie der Krause Ampfer. Er keimt gern an Stellen, die durch starken Tritt freigelegt sind. Wenn er älter ist, wird er von den Rindern verschmäht und ist durch sein großes Samenpotenzial stark verbreitet. Weidepflege ist eine mühsame Arbeit, die der Landwirt meist von Hand erledigt – nachmähen, Geilstellen verstreichen, schwenden von aufwachsendem Gehölz, Zäune flicken, Ampferstechen.


Erlebnispunkte im Streckenverlauf:

• Streuobstlehrpfad am Weg zum Amtzeller Kapellenberg
(ca. 300 m r. der Strecke) mit der Möglichkeit zum Verweilen vor der Heilig-Kreuz-Kapelle
• Blick ins Eggenbachbecken
• Eligius-Kapellchen in Schmitten mit Blick ins Rohnebecken
• typische Fettwiesen südl. des Maierhofes, am Hof selbst Obstwiesen
• westl. Ibental Weiden, Fett- und Obstwiesen und schöne Aussicht
• alter Fachwerkbau der Gaststätte Klosterhof in Eggenreute
• hervorragende Aussichtspunkte 120 m südl. der Route direkt an der Straße in Felbers (hier auch Narzissenblüte) und 100 m r. der Straße auf dem Christkönigsberg
• wiesen- und waldumgebener Karsee
• Pfarrkirche St. Kilian und Ursula
• Skulpturenweg
• Bachschlingen und Feuchtwiesen am Karbach
• Pfarrkirche St. Laurentius in Leupolz
• Museum für ländliches Kulturgut im Dorfstadel in Leupolz (Besichtigung nach Anfrage, s. auch Hinweise)
• Karbachbecken, Blick südl. Leupolzbauhof
• Streuwiesen im Natur schutzgebiet Ruzenweiler
• Märzenbecher und Ruine bei Pfaffenweiler
• Weiden und Aussicht nördl. und westl. Krottental
• Obstwiesen im Drumlin hügelland zwischen Töbele und Büchel

Amtzell:
• Kirche St. Johannes und Mauritius
• Hammerschmiede (Führungen auf Anfrage)
• hist. Schloss
• Rathaus Amtzell, erbaut 1713 als Pfarrhof
• Sonnenuhr auf dem Cosner Platz
• Lourdesgrotte

Bademöglichkeiten:
• Karsee
• Naturbadeweiher Singenberg


Hinweis(e)

Schwierigkeitsgrad:
Anspruchsvolle Tour mit drei starken, kurzen Anstiegen und einer rasanten Abfahrt. Benutzt werden asphaltierte Nebenstraßen, ausgenommen zwei (gute) Waldwege bei Ibental und Leupolzbauhof und einem Kilometer auf der Landstraße südlich Leupolz.

Museum im Dorfstadel in Leupolz
Hier können Sie den Arbeitsablauf während des Jahres einer Bauernfamilie mitverfolgen. Der Arbeitskreis ländliches Kulturgut hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ihnen die Arbeitsweise unserer Urgroßväter und unserer Urgroßmütter aufzuzeigen.
Gerne laden wir Sie zu einer Besichtigung ins Museum ein.
Öffnungszeiten: Jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat und jeden ersten Sonntag im Monat 13.30 – 16.00 Uhr (Mai – September) / Sonntage in den Sommerferien 13.30 – 16.00 Uhr.
Für Gruppen werden selbstverständlich auch Führungen angeboten, Sie dürfen sich an die Ortsverwaltung Leupolz, Tel. 07506 254, wenden.

Gastrobetriebe:
• Amtzell (im ort): Bistro Boulevard, Gasthaus Gerbe (Tel. 07520 6295), Pizzeria Napoli (Tel. 07520 6125), Gasthaus Schloss (Tel. 07520 6213), Gasthaus Stern (Tel. 07520 6828)
• Wangen-Karsee: Landgasthaus Klosterhof (Eggenreute) (Tel. 07506 912990), Kunst Design & Restaurant (Tel. 07506 1315), Landgasthof Adler (Tel. 07506 426)
• Wangen-Leupolz: Gasthaus zum Hirsch (Tel. 07506 276), Hansmann’s Landgasthaus zur Sonne (Tel. 07506 1399)
• Amtzell (ausserhalb): Adler, Krottental 1 (Tel. 07522 21159) nur sonntags geöffnet, Landgasthaus Adler Büchel 3 (Tel. 07522 3311)

Direktvermarkter:
• Amtzell:
Baptist Riedle, Tobel 2 (Tel. 07522 4449)
August Prinz, Haslacher Str. 27 (Tel. 07520 6273)


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Orte an der Route: Kirche Amtzell - Schmitten - Butzers - Hankelmann - Stahrenberg - Maierhof - Ibental - Haselmühle - Böschlishaus - Eggenreute - Felbers - Hochberg - Oberwies - Karsee - Leupolz - Leupolzbauhof - Ruzenweiler - Töbele - Wochenhaus - Büchel - Goppertshäusern - Amtzell


Webcams

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Geschichte der Tour (B01628)

Erste Publikation: Dienstag, 9. September 2008

Letzte Aktualisierung: Montag, 27. April 2015

Tour publiziert von: Presented by www.region-waldburg.eu

Tourencharakter

Distanz: 21.9 km | Zeitbedarf: 2½ h
Aufstieg: 376 m | Abstieg: 376 m
Höchster Punkt: 684 m.ü.M.

Drucken, Daten

Siehe auch

Gästeamt der Region Waldburg
Hauptstraße 20
D- 88289 Waldburg
Tel: +49 (0) 75 29 / 97 17 - 11
Fax: +49 (0) 75 29 / 97 17 - 55
Internet: www.region-waldburg.eu
E-mail: info@gemeinde-waldburg.de